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DAX-Chartanalyse: Zwei kleine Hürden bis zum Rekordhoch

Gut 100 Punkte trennen den DAX noch bis zum Allzeithoch. Eigentlich kein Problem für die Käufer, doch zu viel Euphorie ist derzeit nicht angebracht. Einige Sonderfaktoren sind zu berücksichtigen. Die DAX-Chartanalyse für den 8. Januar 2014.

Stundenanalyse:

Der DAX hielt sich gestern recht gut an unseren vorgestellten Fahrplan. Nach dem recht frühen Sprung über das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau bei 9470 kletterte der Deutsche Aktienmarkt bis zum Mittag wie erwartet an die 9500er-Marke und konnte die Kursgewinne kurz vor Handelsschluss sogar noch ein wenig ausbauen. Unter dem Strich blieb ein Aufschlag von 0,83 Prozent auf 9506. Aber erst heute und in den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob sich auf dem erhöhten Niveau auch noch weitere, kaufwillige Akteure finden, die mit Anschlussorders den Markt weiter in Richtung Rekordhoch hieven. Das Volumen fällt wegen der auslaufenden Ferienzeit derzeit noch eher gering aus, gestern lagen die Umsätze auf Xetra bei 2,8 Mrd. Euro. Erst in der kommenden Woche, wenn wieder alle institutionellen Investoren vor ihren Bildschirmen sitzen und eingreifen, wird sich  zeigen, ob die jüngste Entwicklung auch nachhaltig ist. Bis dahin sollten die Kursbewegungen mit einer gewissen Skepsis verfolgt werden. Zudem stehen mit der EZB-Entscheidung und dem US-Arbeitsmarktbericht zwei marktbeeinflussende Termine (Link) unmittelbar bevor.

Vorbörslich zeichnet sich noch keine klare Tendenz ab, wie auch der rote Kursverlauf des X-DAX im Stundenchart zeigt. Broker sehen den Index bei rund 9500. Ein erster schwacher Widerstand liegt um 9515, darüber könnten einige Akteure bei 9550 zu Gewinnmitnahmen neigen. Grundsätzlich stimmt die jüngste Entwicklung aus steigenden Bewegungshoch- und Tiefpunkten aber zuversichtlich, dass der DAX schon bald in Reichweite des Rekordhochs kommen sollte.

Für die Bären sind die Aussichten auf allen relevanten Zeitebenen hingegen eher schlecht. Erst wenn der DAX unter das gestern überwundene Niveau von 9470 (23,6 Prozent Fibonacci-Niveau) zurückfallen sollte, steigen die Chancen auf einen erneuten Anlauf bis an das Jahrestief um 9367 / 9400. Etwas stärkere Abwärtsdynamik dürfte hingegen aufkommen, wenn der Markt auch hier keinen Halt finden sollte. Potentielle Zielgebiete liegen dann um 9300 und 9250.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Tagesanalyse:

Widerstandszone und Zielgebiet erreicht

Der Blick auf den maßgeblichen Tageschart sieht zunächst erfreulich aus. Alle wesentlichen Trends und Durchschnitte weisen eindeutig aufwärts. Eine gute Orientierung bieten die aus dem Wochenchart übernommenen Aufwärtstrendlinien, die vor allem im vergangenen Jahr mehrfach vom Markt angelaufen wurden. Als hilfreich erweisen sich zudem die hier bereits mehrfach vorgestellten Rechtecke – im Chart eingezeichnet als graue und weiße Fläche. Betrachtet man nur die wichtigsten Barrieren, fällt auf, dass die Abstände vielfach einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen. Anders formuliert: Zwischen den Unterteilungen kommt es häufig zu gleich großen Kursschüben nach oben und unten. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, sehr frühzeitig mögliche Kursziele zu bestimmen, vor allem wenn der Kurs in neue Dimensionen vordringt und mit den klassischen Ansätzen keine Widerstände mehr definiert werden können. Bereits Mitte November (s. Analyse) konnte mit diesem Ansatz ein Ziel bei rund 9680 abgeleitet werden – das zu Jahresbeginn markierte neue Rekordhoch liegt bei 9620. Zugleich verläuft knapp über der aktuell grau markierten Zone auch eine Aufwärtstrendlinie. Erst wenn das aktuelle Rechteck und die Gerade überwunden sind, dürfte der Angriff auf die 10.000 (mit Maximalziel 10.200) erfolgen.

Als mögliche Blaupause dient vielleicht aber das Kursverhalten vom Mai / Juni 2013. Nach einem Test der oberen Trendlinie könnte der Markt kurz- bis mittelfristig wieder bis an die untere Gerade bei rund 8700 laufen. Vorgelagert gilt es aber noch die runde Schwelle von 9000 zu beachten, an der nicht nur die untere Rechteckbegrenzung verläuft, sondern auch eine wichtige, in den vergangenen zwei Monaten ausgebildete horizontale Unterstützung. Erst wenn dieser Bereich unterboten wird, erscheint ein Test der unteren Aufwärtstrendlinie sehr wahrscheinlich. Indikatoren wie der DSS Bressert zeigen aktuell einen überkauften Markt an, auch der MACD bestätigte nicht mehr das neue Hoch beim DAX. Ein klares Verkaufssignal liegt aber noch nicht vor. Somit bleibt die Tendenz aufwärts gerichtet, Spekulationen auf der Short-Seite sollten weiterhin zurückgestellt werden. Auch wenn die Versuchung noch  so groß ist.

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Wochenanalyse:

Kanal gibt die Richtung vor

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 8700 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die deutlich steigend im Bereich um 8500 verläuft. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange der Markt über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung erforderlich wäre.

Während auf der Unterseite somit recht viel Luft vorhanden ist, erscheint das Potential Richtung Norden eher begrenzt. Als Spielverderber für die Bullen erweist sich eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es zuletzt mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum. Die Aussichten sind aber eher schlecht, denn zuletzt bestätigte Indikatoren wie der abgebildete DSS Bressert nicht mehr die neuen Hochs im Leitindex. Auch der MACD zeigt eine deutlich nachlassende Schwungkraft, ein Verkaufssignal könnte bereits bald folgen.

DAXW

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 Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die nächsten Jahre

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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