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By 20. Februar 2020 Read More →

DAX: 1000 Punkte-Sprung in Sicht

Die aktuelle „Millionen Dollar Frage“ lautet, ob die Folgen des Coronavirus unter- oder überschätzt werden. Derzeit wird am Markt die Meinung favorisiert, dass alles gut wird. Der anhaltende Aufwärtstrend lässt keine andere Interpretation zu. Die Investoren spielen mit hohem Risiko und ignorieren alle Bedenken hinsichtlich der weltweiten Konjunktur.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

Nach wie vor verfolgen die globalen Börsen ihren schier unglaublichen Aufwärtstrend und ignorieren die Gesetze der Schwerkraft. Kleinere Rückschläge wie Anfang Januar, bedingt durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, werden schulterzuckend als Kaufgelegenheit interpretiert und geraten schnell in Vergessenheit. Ganz ähnlich verhält es sich jetzt bei der Problematik rund um das Coronavirus. Dabei sind die Reflexe der Börsianer fast identisch.

Nach ungünstigen Nachrichten über den Verlauf der Epidemie zeigen sich die asiatischen und die europäischen Indizes schwach. Doch schon während des späten europäischen Handels macht sich der stabile US- Handel bemerkbar und zieht die Kurse auf beiden Seiten des Atlantiks wieder nach oben. Diejenigen Anleger, die sich vorsichtig von Aktien getrennt oder diese gar leer verkauft haben, finden sich rasch auf der falschen Seite des Marktes wider.

Die beunruhigende Frage für kritische Anleger ist selbstverständlich, wie lange das gut gehen kann. Aktuell blicken die Anleger optimistisch in die Zukunft, spekulieren auf eine Erholung der Weltwirtschaft und darauf, dass sich diese nicht mit den Coronavirus infiziert (hat).

Immerhin befeuert die Notenbanken die Märkte weltweit mit Liquidität und stemmen sich gegen eine Abkühlung der Konjunktur.
Doch es ist längst nicht sicher, wer die Oberhand behält . Immerhin stand die globale Wirtschaft bereits vor Ausbruch der Lungenkrankheit auf wackeligen Füßen.

Es ist also ebenfalls möglich, dass die Anleger heute die Risiken unterschätzen und die Konsolidierung oder Korrektur der Börsen bisher nur von den Notenbanken hinausgezögert wird.

Einen wichtigen Hinweis darauf, ob die Käufer oder die Verkäufer richtig liegen, geben uns die Transportaktien und die Rohstoffe. Die Transportaktien, die vermeintlich der Konjunktur vorauseilen, sind im Augenblick nicht besonders inspirierend. Sie verlieren immer mehr an Dynamik und tendieren bereits seit September seitwärts. Die Schwäche der Transportaktien, die nicht am Aufschwung der vergangenen Monate teilnahmen, ist durchaus als Warnhinweis zu verstehen.

Auch die Rohstoffe zeigen sich seit Monaten eher schwach. Daher werfen wir einen Blick auf den gelassenen P & F Chart des bekannten CRB Rohstoffindex.

Die Rohstoffe erholen sich vorsichtig

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den bekannten CRB Rohstoffindex, der sich aus 19 Rohstoff-Futures zusammensetzt, als besonnen P & F Chart.
Rasch erkennen Sie, dass die Rohstoffe seit dem Sommer 2015 zwischen 155 und 204 Punkten mehr oder weniger seitwärts tendieren.

Besonders interessant ist aktuell, dass die Rohstoffhändler seit einigen Monaten Kurse unterhalb von etwa 170 ablehnen. Auf diesem Niveau überwiegt bereits seit Jahren regelmäßig die Nachfrage – abgesehen vom lokalen Tief des Winters 2016.

Bitte beachten Sie die positive X-Achse ganz rechts. Diese signalisiert wenigstens kurzfristig steigende Rohstoffpreise, bereinigt von störenden Nebengeräuschen. Interessant ist auch, dass die Verkäufer kein weiteres Verkaufssignal generieren konnten. Die letzte negative 0- Achse vom Januar (1) endete exakt auf dem Niveau der vorhergehenden bei 168.

Aber Achtung, noch ist die seit dem vergangenen November (Buchstabe B) etablierte negative Widerstandslinie vollkommen intakt. Spätestens an dieser fallenden Geraden, etwa bei 180 Punkten, müssen die Bullen Farbe bekennen uns den Abwärtstrend überwinden. Erst oberhalb wird es wieder richtig spannend und die Seite der Nachfrage eindeutig im Vorteil sein.

Erst ab diesem Niveau ist meiner Meinung nach größerer Konjunkturoptimismus angesagt und dann erst werden die Rohstoffe erneut in den Fokus der Anleger treten. Für den Aktienmarkt wäre dies ein wichtiger Schritt, da der Indikator momentan nur gedämpften Optimismus verbreitet.

DAX: Die Bullen sind eindeutig im Vorteil

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den DAX als gelassenen Point and Figure Chart. Bedeutend ist zunächst die seit dem vergangenen September unangefochten steigende Unterstützungsgerade. Lediglich Anfang Februar (2) testeten die Bären mit zwei folgenden  Verkaufssignalen die Moral der Bullen, konnten den Aufwärtstrend aber nicht kippen.

Prompt zogen die Kurse mit einer aufsteigenden X- Säule wieder an und die hartnäckigen Widerstände bei 13.450 und 13.600 Punkten wurden förmlich überrannt.

Der jüngste Rückschlag, ausgelöst durch den Corona Virus, war noch nicht mal in der Lage, ein systematisches Verkaufssignal auszulösen. Bereits an der stabilen Unterstützungszone bei 13.600 verstärkte sich erneut die Nachfrage, die Sie an der positiven X-Achse ganz rechts erkennen.

Nun kommt es darauf an, das jüngste Hoch bei knapp 13.800 zu überwinden, was einem Befreiungsschlag für den DAX gleichkäme.
Die Chancen dafür sind trotz aller Bedenken nach einer kurzen Atempause nicht schlecht.

Die jüngste charttechnische Formation deutet jedenfalls auf ein weiteres Kurspotenzial von knapp 1.000 Punkten.

Falls Sie sich für die Philosophie der gelassenen P & F Charts interessieren, beachten Sie bitte meinen informativen Newsletter.

Viel Erfolg mit ihren Investitionen und ein fröhliches Karnevalswochenende wünscht ihnen

Ihr Klaus Buhl

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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