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DAX-Chartanalyse: Wiederholt sich die Geschichte?

Am Dienstag kletterte der DAX mit einer Aufwärtslücke über das bisherige Rekordhoch. Auf allen wichtigen Zeitebenen ist der Blick aufwärts gerichtet. Aber es gibt auch einen Haken. Die DAX-Chartanalyse für den 16. Oktober 2013.

 

Herzlichen Glückwunsch zum frischen Rekordhoch, lieber DAX – so viel Zeit muss sein. Eine wirklich beeindruckende Leistung, vor allem in den aktuell wieder so unseren Zeiten.

Am gestrigen Handelstag hielt sich der Index recht gut an die Prognose. Mit einer Aufwärtslücke startete der Index in den Tag und angesichts mangelnder charttechnischer Barrieren sowie prozyklischer Käufe notierte der DAX zum Schluss sogar knapp unter dem Tageshoch bei 8804. Wie bereits gestern angedeutet fällt das Handelsvolumen aber nach wie vor eher dünn aus. Am Dienstag wechselten Papiere für rund drei Mrd. Euro auf Xetra den Besitzer, bei einem Anstieg in unbekanntes Terrain wäre hingegen ein Volumen von mehr als 3,5 Mrd. Euro etwas aussagekräftiger. So bleibt vorerst festzuhalten, dass der Anstieg nur von einer eher kleinen Anlegermasse getragen wird. Sollte der Trend kippen, dürfte die Positionen sehr schnell wieder aufgelöst werden und könnten eine Abwärtsspirale in Gang setzen. Noch fehlt es aber an entsprechenden Signalen.

Die nächsten Tage dürften dennoch  sehr spannend werden. Wie bereits mehrfach in der Vergangenheit könnte es mal wieder zu einem perfekten Zusammenspiel von äußeren Einflussfaktoren und Charttechnik kommen. Unterstellen wir, dass heute noch das Prinzip Hoffnung dominiert und der DAX weiter steigt, am Donnerstag und Freitag aber eine Einigung in den USA ausbleibt und die Aktienmärkte zum Wochenschluss deutlich unter Druck kommen. Auch charttechnisch wäre dieses Szenario denkbar, denn der DAX steht nur noch rund 80 Punkte oder ein Prozent unter einer bereits mehrfach bestätigen Aufwärtstrendlinie. Ähnlich  wie im September könnte es nach einem Test (bzw. Annäherung) zu deutlichen Gewinnmitnahmen kommen.

Eine erste Unterstützung findet sich auf Höhe des September-Hochs um 8750, wobei diese Markt erst noch bestätigt werden muss. Erfolgreich getestet wurde in den vergangenen Tagen bereits die Zone um 8680 / 8700. Erst wenn der DAX auch hier keine Stabilisierung erfährt, kippt der kurzfristige Trend wieder auf seitwärts.

Sollte hingegen die erwähnte Aufwärtstrendlinie überwunden werden, rückt eine steilere und noch sehr junge Variante bei rund 8950 in Reichweite.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 16. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

9100 sind in Reichweite

Die vergangene Handelswoche ging eindeutig an die Käufer. Der DAX löste eine seit dem Rekordhoch laufende Konsolidierung in Form einer Flagge nach oben hin auf und generierte damit ein klassisches Kaufsignal.

Flaggen zählen zu den Fortsetzungsformationen, die für gewöhnlich in der Mitte einer dynamischen Trendbewegung auftreten. Flaggen oder auch Wimpel eignen sich sehr gut zur Bestimmung von Kurszielen. Dazu wird zunächst der Abstand der vorangegangenen Bewegung bis zur Unterkante der Flagge gemessen. Diese vertikale Differenz wird schließlich an den Ausbruchspunkt der Flagge gesetzt und folglich in Trendrichtung projiziert.  Statistiken zufolge liegt die Fehlerquote dieser Chartmuster in einem übergeordneten Aufwärtstrend bei nur 13 Prozent, ein sehr niedriger Wert. Allerdings enttäuscht die Zielerreichungsquote von 63 Prozent. Übertragen auf die Ausgangslage im DAX errechnet sich ein theoretisches Kursziel von rund 9160.

Ernsthafte Widerstände lassen sich kaum noch ausmachen. Im Bereich um 8880 / 8950 verlaufen zwei Aufwärtstrendlinien. Überwindet der DAX die Marken und zeigt somit wie bereits im Mai eine Trendbeschleunigung, dürfte zügig die runde 9000er-Schwelle erreicht werden. Knapp darüber wird die Luft dann aber dünn, denn bei rund 9100 verläuft die Unterkante des höher gelegenen Rechtecks.

Nach unten ist der DAX nach wie vor gut abgesichert. Die untere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX befindet, wurde in der Vorwoche exakt bestätigt. Erst wenn der Index unter 8440 zurückfallen sollte, liegt ein Fehlausbruch vor. Weitere gute Unterstützungen vor allem um 8100 (Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt) begrenzen das Risiko.

 

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Aufwärtstrend mit Schönheitsfehler

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9450. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000/9100er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Seit Anfang August befindet sich der DSS Bressert auf dem Rückzug und rutschte kürzlich sogar in die neutrale Zone. Für gewöhnlich ist dies ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. Allerdings liefert der Chart bisher noch keine Bestätigung.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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