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DAX-Chartanalyse: Wie weit läuft die Rally?

Während TecDAX und MDAX bereits in der Vorwoche neue Rekordniveaus erreichten, brauchte der DAX etwas mehr Zeit. Die DAX-Chartanalyse für den 17. September 2013.

 

 

Mit einer deutlichen Aufwärtslücke legte der DAX am Montag einen beeindruckenden Wochenauftakt hin und lieferte mit dem Sprung auf das frische Rekordhoch das beste Signal ab, das die technische Analyse zu bieten hat. Bei überdurchschnittlich hohen Umsätzen von drei Mrd. Euro auf Xetra pendelte der Markt für den Rest des Tages allerdings nur lustlos seitwärts. Anleger, die erst kurz nach der Eröffnung einstiegen, konnten somit kaum vom Aufwärtsimpuls profitieren. Unter dem Strich bildete der DAX im Tageschart einen so genannten Star aus – ein kleiner Körper, der durch eine Kurslücke vom vorhergehenden größeren Körper getrennt ist. Signale lassen sich noch nicht ableiten, entscheidend wird erst der heutige Handelsverlauf. Sollte es heute zu deutlichen Gewinnmitnahmen bis in den Bereich 8480 kommen, würde ein sehr bearisher Evening Star vorliegen.

Noch deutet sich aber eine solche Entwicklung nicht an. Vorbörslich taxieren Broker den DAX bei 8600 Punkten. Wie in der Tagesanalyse ausführlich beschrieben, lassen sich seriöse Kursziele nicht auf der Oberseite nicht bestimmen, da es keine bereits bestätigten Widerstände mehr geben kann. Lediglich die Indikatoren dienen weiterhin als Signalgeber, ob einer überhitzter Marktzustand vorliegt oder nicht.

Eine grobe Orientierung auf der Oberseite liefern runde Kursmarken wie 8650 sowie vor allem 8700 und 8800. Erfahrungsgemäß kann es hier zu stärkeren Gewinnmitnahmen und somit einer Korrektur kommen.

Konkretere Handelsniveaus lassen sich auf der Unterseite bestimmen. Sollte der DAX unter das gestrige Tagestief von 8578 zurückfallen, könnten die Bären versuchen, den Markt weiter bis zur unteren Begrenzung der Aufwärtslücke bei 8518 zu drücken. Vorgelagert bietet das alte Rekordniveau bei 8557 sowie die Aufwärtstrendlinie bei rund 8525 eine Chance zur Stabilisierung. Als wesentlich zuverlässiger gilt aber erst das breite Unterstützungsniveau zwischen 8430 bis 8460.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 17. September:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

DAX stößt in neue Regionen vor

Durchweg positiv präsentiert sich derzeit der Tageschart. Alle kurz- bis mittelfristigen gleitenden Durchschnitte, Trendlinien und der übergeordnete Wochenchart sowie die Indikatoren – der MACD drehte erst vor wenigen Tagen von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ –  weisen derzeit Richtung Norden und stützen den jüngsten Ausbruch auf das Rekordniveau. Auch das erhöhte Handelsvolumen der vergangenen Tage spricht für eine nachhaltige Bewegung.

Bereits vom Markt bestätigte Widerstände sind nicht mehr vorhanden. Erfahrungsgemäß erweisen sich runde Kursmarken wie 8700 und 8800 an mögliche Korrekturziele. Grundsätzlich eröffnet sich dem DAX auf Basis der Rechteck-Methode aber weiteres Potenzial bis 9080 Zähler. Dieses Niveau dürfte der DAX aber nicht ohne eine vorherige Konsolidierung erreichen. Rückenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Während auf rein charttechnischer Basis keine relevanten Widerstände bestimmt werden können, verlieren Indikatoren wie der abgebildete MACD, DSS Bressert oder auch der prozentuale Abstand zur 21-Tage-Linie nicht an Aussagekraft. Allerdings lassen sich mit den Signalen keine exakten Wendepunkte bestimmen, sie dienen lediglich als Warnung vor überhitzten Marktphasen. Aktuell hat der DAX eher wenig Luft nach oben. Der DSS Bressert notiert bereits in der nördlichen Zone, ein Verkaufssignal liegt aber noch nicht vor. Auch der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie (untere rote Linie) von aktuell 3,44 Prozent stellt keine unmittelbare Gefahr dar. In diesem Jahr kam es ab einem Niveau von 3,8 Prozent zu einer Korrektur.

Auf der Unterseite ist der DAX gut abgesichert. Neben dem alten Rekordniveau um 8550 vermittelt vor allem der Bereich zwischen der steigenden 200-Tage-Linie bei derzeit 7980 bis zur erwähnten Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8100 einen sehr zuverlässigen Eindruck und begrenzt das Risiko für mittelfristig ausgerichtete Long-Engagements. Erst wenn der deutsche Aktienindex tiefer zurückfallen sollte, kippt der Trend. Anzeichen dafür sind aktuell aber nicht vorhanden.

 

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Neues Bewegungshoch in Sicht

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Stattdessen ist der Blick nun klar noch oben gerichtet, wobei der DAX nun zwingend und auch nachhaltig ein neues Bewegungshoch erreichen sollte, um die Aufwärtsbewegung zu bestätigen. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9150 Punkten.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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