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DAX-Chartanalyse: Signallinie auf dem Prüfstand

Zu Wochenbeginn testet der Markt mal wieder die Unterseite der aktuellen Handelsrange. Werden heute die Karten neu gemischt? Die DAX-Chartanalyse für den 7. Oktober 2013.

 

Lethargie prägt weiterhin das Handelsgeschehen beim DAX. Kein Anleger möchte auf dem falschen Fuß erwischt werden und traut sich wenn überhaupt nur mit kleinen Beträgen in den Markt. Auch am Freitag blieben die Umsätze wieder recht mager, bis 16 Uhr pendelte der Index in einer engen Range von 35 Punkten. Erst im späten Geschäft kam ein wenig Kaufdruck auf, die negative Entwicklung vom Donnerstag wurde bis zum Handelsschluss kompensiert und der DAX rückte um 0,29 Prozent auf 8623 vor. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Abschlag von 0,44 Prozent.

Vorbörslich scheinen sich die Akteure bereits wieder nach unten zu orientieren, der DAX wird 0,4 Prozent tiefer bei 8587 taxiert. Gleich zu Handelsbeginn dürfte der Markt die steigende 21-Tage-Linie testen. Am Freitag lockte die kurzfristige Signallinie noch Käufer an und sorgte für eine Stabilisierung. Fällt der DAX dennoch weiter zurück, bietet die Kombination aus dem Vorwochentief, dem alten Mai-Rekordhoch sowie eine innere Aufwärtstrendlinie im Bereich um 8550 / 8560 Halt. Unterhalb dieser Kumulationsunterstützung dürfte der DAX zügig die noch offene Kurslücke vom 16. September schließen und bis auf 8510 zurückfallen.

Auf der Oberseite ist die Ausgangslage hingegen klarer. Ab Kursen nördlich von 8700 ist mit einer Aufwärtswelle bis mindestens an das Rekordhoch bei 8770 zu rechnen. Eine obere Aufwärtstrendlinie bei 8840 gibt derzeit das Maximalpotenzial vor.

 

 
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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 7. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Platz bis mindestens 8000

Seit rund zwei Wochen sehen wir ein Patt zwischen Käufern und Verkäufern. Die tägliche Schwankungsbreite hat deutlich nachgelassen, meistens handelt der DAX zwischen 8600 und 8700. Trotz der Rally von rund 600 Punkten Anfang September blieben die Gewinnmitnahmen bisher sehr moderat im Rahmen einer Konsolidierung über die Zeitebene. Anleger, die bereits investiert sind, sehen offenbar keinen Grund, den Markt zu verlassen oder Buchgewinne zu realisieren, weil weitere Kurszuwächse erwartet werden. Auf der anderen Seite stehen viele Investoren noch an der Seitenlinie, und warten auf Kursrücksetzer, um einzusteigen oder Positionen aufzustocken. Der DAX scheint somit recht gut nach unten hin abgesichert.

Die entscheidende Frage lautet natürlich, ob der DAX die übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen wird oder nach unten kippt. Hier müssen wir abwarten und den Markt entscheiden lassen.  Kurse oberhalb von 8700 wären klar bullisch zu werten, neue Rekordniveaus nur eine Frage der Zeit. Die runde Schwelle scheint aber, wie mehrfach hier beschrieben, eine hartnäckige Bastion der Verkäufer zu sein. Im Bereich 8550 bis 8700 ist die Situation als ausgeglichen / neutral einzuschätzen, während Notierungen südlicher dieser Range kurzfristig eher zur Vorsicht mahnen. Aktuell scheint das Risiko dank zahlreicher Unterstützungen aber eher begrenzt. Neben den auf Stundenbasis identifizierten Nachfragebereiche sollten mittelfristig ausgerichtete Anleger vor allem das Areal zwischen 8000 und 8200 im Auge behalten. Erst bei einem Rücksetzer bis in diese Kursregionen wird es spannender, denn hier verlaufen der langfristige Aufwärtstrend, die Untergrenze eines Rechtecks sowie vor allem die 200-Tage-Linie (auf linearer und exponentieller Basis). Sollte der DAX unter 7900 zurückfallen, trübt sich das Kursbild ein. Bis dahin dominiert die intakte Aufwärtsbewegung, wobei eine innere Aufwärtstrendlinie im Bereich 8850 Punkten eine erste Barriere darstellt.

Die Indikatoren deuten kurzfristig auf eine Fortsetzung der Konsolidierung. Während der etwas trägere und trendfolgende MACD in die nördlichen Regionen vorgedrungen ist und nach den jüngsten Abgaben auf „Verkaufen“ drehte, lieferte der DSS Bressert bereits kürzlich ein Ausstiegssignal. Der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie hat sich ebenfalls wieder beruhigt.

 

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Aufwärtstrend mit Schönheitsfehler

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9400 Punkten. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Sie erkennen dies auch am DSS Bressert, der ein frisches Verkaufssignal auslöste und somit auch auf Wochenbasis eine bevorstehende Konsolidierung erwarten lässt.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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