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DAX-Chartanalyse: Ruhe vor dem Sturm

Vor den beiden wichtigen Höhepunkten in dieser Woche bleiben Bullen und Bären in Lauerstellung. Ein Ausbruch  aus der sehr engen Range der vergangenen beiden Tage ist nur eine Frage der Zeit. Die DAX-Chartanalyse für den 18. September 2013.

 

Euphorische Rekordstimmung in Frankfurt sieht sicherlich anders aus. Bereits am Montag fiel die Intraday-Handelsspanne im DAX sehr gering aus, gestern dürften wohl einige Trader vor ihren Bildschirmen eingeschlafen sein. Die Differenz zwischen Tageshoch und Tagestief lag bei rund 30 Punkten, rein statistisch gesehen sahen wir eine der geringsten Tagesbewegungen in Prozent vom aktuellen Kursniveau seit Anfang 2011. Kein Wunder, denn mit Blick auf die seit Wochen mit Spannung erwartete Fed-Zinssitzung am Abend sowie dem großen Verfall am Freitag möchte kein Anleger mit großen Positionen im Markt sein.

 

Aus charttechnischer Sicht hat sich an den Rahmenbedingungen nichts verändert. Vor exakt zwei Wochen handelte der DAX noch bei 8100, heute steht der Index gut sechs Prozent höher. Kurzfristig ist der Markt somit überkauft, Indikatoren wie der DSS Bressert notieren bereits auf einem überhitzten Niveau. Dies allein stellt natürlich noch kein Verkaufssignal dar, zumal auch der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie mit aktuell 3,1 Prozent auf einem erhöhten, aber noch nicht extremen Niveau verläuft. Weitere Kursgewinne sind durchaus noch möglich, insgesamt steigt aber die Gefahr einer gesunden Korrektur. Wer die Rally verpasst hat, sollte aus Chance-Risiko-Überlegungen nicht mehr einsteigen oder zumindest auf neue Signale warten. Allerdings ist die Gefahr von Fehlausbrüchen in der aktuellen Seitwärtsbewegung sehr hoch, dazu kommt noch die Unsicherheit durch die bevorstehenden Termine (Übernachtrisiko).

Rund eine Stunde vor Handelsbeginn steht der DAX bei 8630 und damit auf einem frischen Rekordhoch. Intraday stellt die 8650er-Marke eine gute Anlaufstelle auf der Oberseite dar, darüber wäre das nächste Ziel bei 8700. Kursgewinne darüber hinaus sind – zumindest im Handel bis zur Fed-Entscheidung um 20:00 – nicht zu erwarten.

Eine erste, schwache Unterstützung bietet sich dem Index bei 8575 / 8585, darunter verlaufen mit dem ehemaligen Rekordhoch bei 8557 und der Aufwärtstrendlinie bei 8530 weitere, eher schwache Nachfragebereiche. Sollte es zu größeren Abgaben kommen, dürfte die Aufwärtslücke hinunter bis 8515 geschlossen werden. Im aktuell noch eher unwahrscheinlichen Szenario würde auch ein Rücksetzer bis an die wesentlich zuverlässigere Bastion 8430 / 8460 an der positiven Ausgangslage nichts ändern und könnte den Weg für eine neue Aufwärtsbewegung ebnen. Erst darunter wäre die Rally der vergangenen Tage als Fehlausbruch zu diagnostizieren.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 18. September:

DAXPivot

 

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

DAX stößt in neue Regionen vor

Durchweg positiv präsentiert sich derzeit der Tageschart. Alle kurz- bis mittelfristigen gleitenden Durchschnitte, Trendlinien und der übergeordnete Wochenchart sowie die Indikatoren – der MACD drehte erst vor wenigen Tagen von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ –  weisen derzeit Richtung Norden und stützen den jüngsten Ausbruch auf das Rekordniveau. Auch das erhöhte Handelsvolumen der vergangenen Tage spricht für eine nachhaltige Bewegung.

Bereits vom Markt bestätigte Widerstände sind nicht mehr vorhanden. Erfahrungsgemäß erweisen sich runde Kursmarken wie 8700 und 8800 an mögliche Korrekturziele. Grundsätzlich eröffnet sich dem DAX auf Basis der Rechteck-Methode aber weiteres Potenzial bis 9080 Zähler. Dieses Niveau dürfte der DAX aber nicht ohne eine vorherige Konsolidierung erreichen. Rückenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Während auf rein charttechnischer Basis keine relevanten Widerstände bestimmt werden können, verlieren Indikatoren wie der abgebildete MACD, DSS Bressert oder auch der prozentuale Abstand zur 21-Tage-Linie nicht an Aussagekraft. Allerdings lassen sich mit den Signalen keine exakten Wendepunkte bestimmen, sie dienen lediglich als Warnung vor überhitzten Marktphasen. Aktuell hat der DAX eher wenig Luft nach oben. Der DSS Bressert notiert bereits in der nördlichen Zone, ein Verkaufssignal liegt aber noch nicht vor. Auch der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie (untere rote Linie) von aktuell gut drei Prozent stellt keine unmittelbare Gefahr dar. In diesem Jahr kam es ab einem Niveau von 3,8 Prozent zu einer Korrektur.

Auf der Unterseite ist der DAX gut abgesichert. Neben dem alten Rekordniveau um 8550 vermittelt vor allem der Bereich zwischen der steigenden 200-Tage-Linie bei derzeit 7980 bis zur erwähnten Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8100 einen sehr zuverlässigen Eindruck und begrenzt das Risiko für mittelfristig ausgerichtete Long-Engagements. Erst wenn der deutsche Aktienindex tiefer zurückfallen sollte, kippt der Trend. Anzeichen dafür sind aktuell aber nicht vorhanden.

 

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Neues Bewegungshoch in Sicht

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Stattdessen ist der Blick nun klar noch oben gerichtet, wobei der DAX nun zwingend und auch nachhaltig ein neues Bewegungshoch erreichen sollte, um die Aufwärtsbewegung zu bestätigen. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9150 Punkten.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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