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DAX-Chartanalyse: Ruhe vor dem Sturm

Lange dürfte die Pattsituation zwischen Bullen und Bären nicht mehr Bestand haben. Die DAX-Chartanalyse für den 30. September 2013.

Die aktuelle Ausgangslage lässt sich schnell zusammenfassen: Der DAX hielt sich in der vergangenen Handelswoche in einer äußerst engen Range von 100 Punkten auf, die obere Begrenzung verlief bei 8700, die untere bei 8600 Zählern. Sowohl die nördliche als auch die südliche Begrenzung fallen im Volumendiagramm durch eine erhöhte Markttiefe auf. Sollte es zu einem Durchbruch kommen, ist mit einer  erhöhten Dynamik zu rechnen. Allerdings sind die Zonen nicht punktgenau zu beachten, Fehlsignale müssen aktuell auf jeden Fall eingeplant werden.

Bleibt die entscheidende Frage, welche Richtung der DAX einschlagen wird. Vorbörslich scheinen die Bären die besseren Karten zu haben, der DAX wird rund eine Stunde vor Handelsbeginn bei 8591 und damit an der unteren Begrenzung der Range erwartet. Die südliche Unterstützungszone erstreckt sich bis  8575, erst darunter eröffnet sich aus der Höhe des jüngsten Rechtecks ein weiteres Abschlagspotenzial von rund 100 Punkten. Zielgebiet wäre die runde Schwelle von 8500, hier verlaufen neben einer eher schwachen horizontalen Zone auch das 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau der September-Aufwärtsbewegung. Zuvor bietet sich dem DAX auf Höhe des alten Rekordhoch bei 8557 eine Haltezone. Unterhalb von 8500 rückt die relevantere Zone um 8440 / 8460 auf die Tagesordnung, spätestens hier ist wieder mit verstärkter Nachfrage zu rechnen.

Die Oberseite ist hingegen ein wenig schärfer begrenzt. Ab Kursen von 8700 ist der Weg frei bis zum Rekordhoch bei 8770.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 30. September:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Trend ist nicht in Gefahr

Am 19. September markierte der DAX sein bisherigen Rekordhoch bei 8770. Seitdem waren vergleichsweise schwache Gewinnmitnahmen zu beobachten, die grundsätzlich für ein positives Umfeld sprechen. Anleger, die bereits investiert sind, sehen offenbar keinen Grund, den Markt zu verlassen oder Buchgewinne zu realisieren, weil weitere Kurszuwächse erwartet werden. Auf der anderen Seite stehen viele Investoren noch an der Seitenlinie, und warten auf Kursrücksetzer, um einzusteigen oder Positionen aufzustocken. Der DAX scheint somit recht gut nach unten hin abgesichert.

Größere Korrekturgefahren lassen sich aber auch aus dem Kursbild nicht ableiten. Neben den auf Stundenbasis identifizierten Nachfragebereiche sollten mittelfristig ausgerichtete Anleger vor allem das Areal zwischen 8000 und 8200 im Auge behalten. Erst bei einem Rücksetzer bis in diese Kursregionen wird es spannender, denn hier verlaufen der langfristige Aufwärtstrend, die Untergrenze eines Rechtecks sowie vor allem die 200-Tage-Linie (auf linearer und exponentieller Basis). Erst wenn der DAX unter 7900 zurückfallen sollte, trübt sich das Kursbild ein und die Börsenampel müsste von Grün auf Gelb gestellt werden. Bis dahin dominiert die intakte Aufwärtsbewegung, wobei eine innere Aufwärtstrendlinie bei rund 8840 Punkten eine erste Barriere darstellt.

Die Indikatoren deuten kurzfristig auf eine Fortsetzung der Konsolidierung. Während der etwas trägere und trendfolgende MACD in die nördlichen Regionen vorgedrungen ist und bald auf „Verkaufen“ drehen könnte, lieferte der DSS Bressert bereits kürzlich ein Ausstiegssignal. Auch der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie fällt seit einigen Tagen ausgehend von einem erhöhten Niveau.

 

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9000 sind nur eine Zwischenstation

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Stattdessen ist der Blick nun klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9300 Punkten. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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