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By 3. Februar 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Ringen um die Vorherrschaft

Die vergangenen beiden Wochen gingen klar an die Verkäufer. Mittelfristig bleibt die Ausgangslage noch unverändert, kurzfristig haben sich die Machtverhältnisse deutlich verschoben. Die Chartanalyse für den 3. Februar 2014.

Stundenanalyse:

Die in den vergangenen Wochen recht erfolgsverwöhnten Bullen müssen inzwischen eine deutliche Gegenwehr der Verkäufer akzeptieren. Im Gegensatz zu 2013, als Kursrücksetzer vor allem von Schnäppchenjägern gerne als Einstiegschance genutzt wurden und somit größere Korrekturen nicht zu beobachten waren, scheint sich die gesamte Stimmung mit dem Jahreswechsel verschoben zu haben. Nach dreieinhalb Prozent Verlusten büßte der DAX in der Vorwoche um knapp ein Prozent ein. Für den Januar summieren sich die Abschläge auf 2,6 Prozent – ein klassischer Fehlstart. „Wie der Januar, so das gesamte Börsenjahr“ – lautet eine bekannte Faustregel. Einen ausführlichen Beitrag von mir zu dieser Börsenregel finden Sie HIER.

Die Nervosität unter den Marktteilnehmern ist derzeit jedenfalls sehr hoch, für die kommenden Tage ist weiterhin mit einer überdurchschnittlichen Schwankungsintensität zu rechnen. Bezogen auf die vergangenen 5 Tage liegt die durchschnittliche Handelsspanne bei 170 Punkten, zugleich das höchste Niveau seit Juni 2013. Auch der oft als Angstindikator bezeichnete VDAX New, der die erwartete Volatilität der Marktteilnehmer auf den Terminmärkten angibt, liegt derzeit mit 20,2 Prozent auf einem eher erhöhten Niveau.

Während auf mittelfristiger Ebene derzeit noch nicht keine wichtigen Unterstützungen unterschritten wurden und somit das Chartbild weiterhin konstruktiv aussieht, haben sich die Kräfte auf kurzfristiger Ebene deutlich verschoben. Zwar zeigte der DAX im späten Geschäft am Freitag eine Erholung. Der Stundenchart zeigt aber deutlich fallende Bewegungshochpunkte in den vergangenen Tagen. Kurserholungen wurden somit immer früher für Verkäufe genutzt, zugleich bildete der Aktienmarkt fallende Tiefpunkte aus. Dies ist ein klares Schwächesignal.

Ein erster Erfolg für die Käufer wäre eine Rückeroberung der Marke von 9400. Hier liegt das 38 Prozent Niveau der laufenden Korrekturbewegung sowie das Bewegungshoch vom 30. Januar. Ausgehend von hier müsste der DAX den Bereich 9475 / 9500 zurückerobern. Wichtig ist aber erst die Zone um 9520 bis 9550 (21-Tage-Linie, horizontaler Widerstand). Erst darüber kann vorerst Entwarnung gegeben werden.

Bleibt eine entsprechende Erholung aus, dürften die Verkäufer weiter Regie führen. Vorbörslich steht der Index etwas tiefer bei 9290. Orientierung bietet das Vorwochentief um 9165 sowie die nur schwachen horizontalen Unterstützungen um 9190 und 9220. Fällt der DAX weiter zurück, wäre ein erneuter Test der Region 8900 / 9000 einzuplanen.

 

DAXST1

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Tagesanalyse:

In der Mitte der Range

Der Rücksetzer seit Mitte Januar kommt nicht überraschend, denn charttechnisch schöpfte der DAX sein Potenzial auf der Oberseite aus. Erneut scheiterten die Bullen an einer seit Mai 2012 bestehenden oberen Trendlinie, die zusammen mit einer unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit 8850 einen Trendkanal ergibt. In der Vergangenheit kam es häufig vor, dass der DAX nach einem Test der nördlichen Extremzone bis an die Unterseite lief. Widerholt sich das Muster, ist kurzfristig mit weiter fallenden Kursen bis 8850 zu rechnen.

Vorgelagert finden sich um 9200 und besonders 9000 noch zwei Stabilisierungsgelegenheiten. Vor allem die runde 9000er-Schwelle wurde im vierten Quartal 2013 mehrfach zu von oben angelaufen und bestätigt. Wird auch dieser Bereich unterboten, ist der Weg frei für einen erneuten Test der unteren Kanalbegrenzung. Der mittelfristige Aufwärtstrend würde somit erst kippen, wenn der DAX unter 8850 zurückfällt. Es besteht somit derzeit noch kein Grund, an der Rally zu zweifeln.

Für eine Korrektur sprechen auch die abgebildeten Indikatoren. Der MACD steht nach den Verlusten der vergangenen beiden Wochen auf Verkaufen. Auch der DSS Bresser bestätigte nicht mehr das jüngste Hoch beim DAX und bildete eine negative Divergenz.

DAXT

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Wochenanalyse:

Erneuter Rückschlag

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 8910 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8700 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange der Markt über dem langfristigen Durchschnitt notiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erweist sich eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum. Die Aussichten sind aber eher schlecht, denn zuletzt bestätigte Indikatoren wie der abgebildete DSS Bressert nicht mehr die neuen Hochs im Leitindex. Auch der MACD zeigt eine deutlich nachlassende Schwungkraft, ein Verkaufssignal könnte bereits bald folgen.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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