DAX-Chartanalyse: Neues Einstiegssignal rückt näher

Noch wäre es zu früh, einen Angriff auf das Rekordhoch auszurufen. Doch sollten größere Gewinnmitnahmen ausbleiben und die Käufer am Ball bleiben, könnte die magische Marke bereits in dieser Woche fallen. Die DAX-Chartanalyse für den 1. April 2014. 

Stundenanalyse:

Nach Kursgewinnen von 2,6 Prozent in der Vorwoche und knapp acht Prozent in den vergangenen beiden Wochen waren die Verluste am Montag wenig überraschend. Gewinnmitnahmen gehören zu jeder Aufwärtsbewegung und bilden das Fundament für einen stabilen Anstieg. Nur wenn Investoren auch Kasse machen und neue Käufer wieder einsteigen, können verlässliche Unterstützungen in den Charts entstehen, die das Risiko auf der Unterseite begrenzen. Bleiben hingegen Rücksetzer aus, ist es meist nur eine Frage der Zeit bis zu einer schärferen Korrektur.

Nicht unerwähnt bleiben darf das zuletzt rückläufige Handelsvolumen. Ausgehend von 3,3 Mrd. Euro vor einer Woche sank der Wert in den vergangen fünf Tagen kontinuierlich und lag am Montag nur noch bei 2,7 Mrd. Euro – zugleich eines der geringsten Niveaus in diesem Jahr. Offenbar sind derzeit nur noch wenige Anleger bereit, auf dem erhöhten Niveau einzusteigen, während die bereits investierten Akteure vorerst abwarten, wohin die Reise geht.

Intraday versuchten die Bullen den Index am Montag zwei Mal Richtung Norden zu hieven, scheiterten aber jeweils im Bereich um 9620 an einer Abwärtstrendlinie, die sich aus den Hochpunkten von Mitte Januar und Mitte Februar ableiten lässt. Heute verläuft die Gerade im Bereich um 9620 und stellt die erste, kleinere Hürde auf der Nordseite dar.

Gute Einkaufsmanagerdaten aus China und Andeutungen von Fed-Chefin Janet Yellen, dass die Zinsen in den USA noch lange niedrig bleiben werden, lassen den DAX rund eine Stunde vor Handelsbeginn um 0,4 Prozent höher bei 9600 erwarten. Sollte der DAX das gestrige Tageshoch überwinden, rückt allmählich die Zone um 9650 bis 9720 in den Fokus. Im Februar pendelte der Markt für rund zwei Wochen auf diesem Niveau seitwärts, ehe die Bären die Regie übernahmen. Auch jetzt könnte es nach den Gewinnen der vergangenen Tage erneut zu einem Hin und Her zwischen Käufern und Verkäufern kommen, ohne das eine Seite die Oberhand behält. Der deutliche Anstieg im Preis-Volumen-Gebirge am rechten Rand zeigt klar die Relevanz der Zone.

Neueinsteiger sollten daher noch abwarten, ob der DAX auch über 9720 und somit die Februar-Hochs gekauft wird. Je dynamischer der Index nun weiter Richtung Norden läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit für neue Rekordhochs. Denn oberhalb von 9720 sind keine relevanten Hürden mehr zu erkennen, der Weg bis 9794 wäre frei. Allerdings dürfte sich dieses positive Szenario erst durchsetzen, wenn auch der S&P 500 aus seiner engen Range nach oben ausbricht.

Sollte hingegen der Abwärtsdruck heute anhalten, liegt eine erste Unterstützung am gestrigen Tagestief um 9550. Darunter hätte der Index Platz bis an das 23,6 Prozent Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung bei 9460. Relevanter ist aber erst das Ausbruchsniveau um 9370 / 9400.

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Tagesanalyse:

Bekanntes Kursverhalten

Nach den deutlichen Verlusten in der ersten März-Hälfte kam es wie bereits mehrfach in den vergangenen Monaten zu einer V-förmigen Erholung. Investoren, die bisher noch nicht oder zu gering im Markt vertreten sind, nutzen nach wie vor die günstigen Kurse zum Einstieg oder Positionsaufbau. Solange dieses Muster Gültigkeit hat, sind größere Korrekturen eher unwahrscheinlich.

Die horizontale Unterstützung, der langfristige Aufwärtstrend und das 38 Prozent-Niveau der Aufwärtsbewegung seit dem letzten erwähnenswerten Rücksetzer im Sommer vergangenen Jahres sichern den Markt auf der Unterseite bei rund 8950 / 9000 ab. Behauptet sich der DAX über dem bisherigen Jahrestief, bleiben die mittelfristigen Aussichten bullisch. Sollten die Kurse tiefer zurückfallen, stellt die 200-Tage-Linie bei rund 8880 die letzte Haltemarke dar. Scheitert auch hier eine Stabilisierung, drohen größere Verluste bis 8400 und 8220 (abgeleitet aus der Höhe einer möglichen Umkehrformation).

Die Oberseite steht nun wieder klar im Fokus. Widerstände abgeleitet aus der Februar-Konsolidierung um 9700 stellen die nächste Hürde dar. Hier wird sich zeigen, wie viel Kraft die Käufer wirklich haben. Denn bereits vor knapp zwei Monaten scheiterte der Markt mehrfach an der runden Schwelle und verfehlte letztlich deutlich das Rekordhoch aus dem Januar. Auch jetzt muss nach Kursgewinnen von 7,5 Prozent innerhalb von rund zwei Wochen wieder mit verstärkten Gewinnmitnahmen gerechnet werden, die den DAX ausbremsen und neue Allzeithochs verhindern. Ein mittelfristig klares Kaufsignal liefert der Markt erst über 9800.

Aus Sicht der Indikatoren sind die Chancen auf eine Erholung wieder gestiegen. Zuletzt lieferten der MACD und DSS Bressert frühzeitig Hinweise auf eine Korrektur. Der überkaufte Zustand wurde nun komplett abgebaut, die Signale stehen weiter auf Erholung.

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Wochenanalyse:

DAX prallt von Kanalgrenze erneut ab

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Haussegerade, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie; s. auch Tageschart). Auch der jüngste Anlauf Mitte März verlief erfolgreich. Zusammen mit der bei rund 8880 verlaufenden  viel beachteten 200-Tage-Linie stellt der Bereich um 9000 eine massive Bastion der Käufer dar. Solange der DAX dieses Niveau behauptet, bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch.

Auf der Oberseite ist nach der jüngsten Konsolidierungsbewegung zunächst etwas Platz vorhanden. In den vergangenen Wochen kletterte die obere, dunkelgrün eingezeichnete Aufwärtstrendlinie weiter Richtung Norden und lässt dem Markt Luft bis ungefähr 10.250. Die runde 10.000er-Schwelle könnte also vom DAX genommen werden, ohne das die Trendlinie überwunden werden muss. Gegenüber der Ausgangssituation zu Jahresbeginn eine deutliche Erleichterung für die Käufer.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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