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DAX-Chartanalyse: Kaufbereich rückt näher

Nach wie vor zeigt der DAX im kurzfristigen Bereich keine Signale einer möglichen Erholungsbewegung. Sehen Sie die Verluste aber positiv, denn bald lockt der Markt mit Sonderangeboten. Die Chartanalyse für den 5. Februar 2014.

Stundenanalyse:

Auch der gestrige Tag ging mal wieder eindeutig an die Verkäufer. Der DAX handelte die gesamte Zeit in der Verlustzone. Immerhin schafften es die Bären nicht, den Markt bis an die runde 9000er-Marke zu drücken. Bereits an der hier erwähnten Region um 9090 stoppte der Abverkauf. Aber was noch nicht ist, kann durchaus noch werden. Ein wesentlicher Belastungsfaktor war erneut die Relative Schwäche bei den Indexschwergewichten. Die Analyse des DAX-Charts ist die eine Seite der Medaille, ohne Berücksichtigung der Veränderungen unter der Oberfläche bleibt der Blick auf den Deutschen Leitindex aber unvollständig. Und von dieser Seite kommen immer noch keine guten Nachrichten. BASF hielt sich lange sehr stark im Markt, gestern setzten auch beim Chemiewert deutliche Gewinnmitnahmen ein. Die Papiere übernahmen die rote Laterne im DAX, ein seltener Anblick. Aber auch für Bayer, Siemens und SAP ging es abwärts, wenn auch nicht mehr ganz so deutlich wie in den vergangenen Tagen. Alle Schwergewichte weisen inzwischen eine leicht überverkaufte Situation auf. Demnach könnten wir den größten Teil der Abwärtsbewegung hinter uns haben. Was noch fehlt sind nun mutige Käufer, die bei den Indexschwergewichten wieder zugreifen und somit auch den DAX nach oben hieven.

Die Vorgaben für den heutigen Auftakt fallen wenig konstruktiv aus, der DAX steht rund eine Stunde vor Beginn bei rund 9100. Grundsätzlich bleibt der Blick weiterhin abwärts gerichtet, dass gestrige Tief und somit auch das Jahrestief um 9166 bzw. die schwache Unterstützungszone bei 9090 stehen weiterhin unter Druck. Auf dem aktuellen Niveau verläuft auch die 100-Tage-Linie als zusätzlich stabilisierender Faktor. Insgesamt muss aber weiterhin mit Abgaben bis 8900 / 9000 gerechnet werden. Erst an der runden Schwelle dürften wieder zahlreiche Kaufaufträge im Markt liegen, die zumindest temporär eine Richtungsumkehr einleiten könnten. Darauf deutet auch der Chartanalysen Online Trend-Indikator, der nun eine wichtige Zone erreicht hat.

Auf der Oberseite dürfen sich die Bullen hingegen sogar ein wenig austoben, ohne das wirklich wichtige Marken zurückerobert werden. Ein kleiner Erfolg wären Kurse über 9190. Ob die Kraft auch noch bis an die darüber liegende Hürde bei 9325 reicht, muss allerdings bezweifelt werden. Behalten Sie auch weiterhin den S&P 500 im Blick (s. Chart).

DAXST1

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Tagesanalyse:

In der Mitte der Range

Der Rücksetzer seit Mitte Januar kommt nicht überraschend, denn charttechnisch schöpfte der DAX sein Potenzial auf der Oberseite aus. Erneut scheiterten die Bullen an einer seit Mai 2012 bestehenden oberen Trendlinie, die zusammen mit einer unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit 8850 einen Trendkanal ergibt. In der Vergangenheit kam es häufig vor, dass der DAX nach einem Test der nördlichen Extremzone bis an die Unterseite lief. Widerholt sich das Muster, ist kurzfristig mit weiter fallenden Kursen bis 8850 zu rechnen.

Vorgelagert findet sich um 9000 noch eine Stabilisierungsgelegenheit. Die runde Schwelle wurde im vierten Quartal 2013 mehrfach zu von oben angelaufen und bestätigt. Wird auch dieser Bereich unterboten, ist der Weg frei für einen erneuten Test der unteren Kanalbegrenzung. Der mittelfristige Aufwärtstrend würde somit erst kippen, wenn der DAX unter 8850 zurückfällt. Es besteht somit derzeit noch kein Grund, an der Rally zu zweifeln.

Für eine Korrektur sprechen auch die abgebildeten Indikatoren. Der MACD steht nach den Verlusten der vergangenen beiden Wochen auf Verkaufen. Auch der DSS Bresser bestätigte nicht mehr das jüngste Hoch beim DAX und bildete eine negative Divergenz.

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Wochenanalyse:

Erneuter Rückschlag

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 8910 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8700 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange der Markt über dem langfristigen Durchschnitt notiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erweist sich eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum. Die Aussichten sind aber eher schlecht, denn zuletzt bestätigte Indikatoren wie der abgebildete DSS Bressert nicht mehr die neuen Hochs im Leitindex. Auch der MACD zeigt eine deutlich nachlassende Schwungkraft, ein Verkaufssignal könnte bereits bald folgen.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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