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DAX-Chartanalyse: Gipfelsturm oder Verschnaufpause

Seit dem 4. September legte der DAX um beeindruckende 400 Punkte zu und steht nun unmittelbar vor dem Rekordhoch. Auch wenn ein erster Angriff scheitert, vermitteln die Kursbilder derzeit einen guten Eindruck. Die DAX-Chartanalyse für den 12. September 2013.

 

So ganz allmählich wird die Luft für die DAX-Bullen ein wenig dünner. Nach den kräftigen Gewinnen der vergangenen Tagen verabschiedeten sich gestern knapp unter der 8500er-Marke einige Investoren und sorgten für eine kleine Konsolidierung. Allerdings blieben die Verkäufe bisher sehr harmlos. Der DAX benötigte noch nicht einmal die nächste Unterstützung im Bereich 8440 bis 8460. Zum Handelsschluss blieb ein Aufschlag von 0,58 Prozent auf 8496.

Auch zum heutigen Auftakt steht der 8500er-Bereich zunächst im Fokus – die vorbörsliche Indikation deutet auf eine unveränderte Eröffnung bei rund 8495. Die rein psychologisch wichtige Marke könnte einen ersten Hinweis liefern, ob auch auf dem aktuell erhöhten Niveau noch genügend Käufer in den Markt wollen. Erst wenn weitere Anschlusskäufe erfolgen, sind neue Rekordstände einzuplanen. Kursziele oberhalb von 8550 liegen bei 8600 und 8650.

Die grundsätzliche Tendenz ist nun klar aufwärts gerichtet, zugleich steigt aber auch die Gefahr einer – gesunden – Korrektur. Ein erster guter Auffangbereich bildet der ehemalige Widerstand bei 8440 / 8460. Sollte die Konsolidierung etwas umfassender ausfallen, liefert der deutliche Anstieg des Umsatzvolumen im Bereich 8400 eine weitere Unterstützung.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 12. September:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

DAX testet die obere Extremzone

Im August drehte der DAX bereits deutlich unterhalb der nördlichen Begrenzung des aktuellen Rechtecks wieder nach unten. Die Chance wurde zum Monatswechsel von den Bären aber nicht genutzt. Im Bereich des langfristigen Aufwärtstrends (s. Wochenchart) setzten Käufe ein und führten in den vergangenen Tagen zu einer kleinen Rally.

Der Fokus richtet sich nun wieder auf das Rekordniveau und damit auch die obere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX seit Anfang Juli befindet. Da sowohl alle kurz- bis mittelfristigen gleitenden Durchschnitte, Trendlinien und der übergeordnete Wochenchart sowie die Indikatoren – der MACD drehte erst vor wenigen Tagen von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ – erscheint ein Ausbruch auf der Oberseite durchaus wahrscheinlich. Dafür spricht auch das mit den Zugewinnen zuletzt deutlich anziehende Handelsvolumen.

Unter diesen Bedingungen erscheinen neue Rekordstände eigentlich nur eine Frage der Zeit. Als letzte Bastion der Bären kann das bisherige Rekordhoch bei 8557 angesehen werden. Spätestens ab 8600 ist der Weg nach oben endgültig frei und es existieren keine relevanten mittelfristigen Widerstände mehr. Erfahrungsgemäß erweisen sich dann runde Kursmarken wie 8700 und 8800 an mögliche Korrekturziele. Grundsätzlich eröffnet sich dem DAX auf Basis der Rechteck-Methode aber weiteres Potenzial bis 9080 Zähler.

Auf der Unterseite ist der DAX hingegen gut abgesichert. Vor allem der Bereich zwischen der steigenden 200-Tage-Linie bei derzeit 7960 bis zur erwähnten Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8100 vermittelt einen sehr zuverlässigen Eindruck und begrenzt das Risiko für mittelfristig ausgerichtete Long-Engagements. Erst wenn der deutsche Aktienindex tiefer zurückfallen sollte, kippt der Trend. Anzeichen dafür sind aktuell aber nicht vorhanden.

 

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Neues Bewegungshoch in Sicht

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Stattdessen ist der Blick nun klar noch oben gerichtet, wobei der DAX nun zwingend ein neues Bewegungshoch erreichen sollte, um die Aufwärtsbewegung zu bestätigen. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9150 Punkten.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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