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DAX-Chartanalyse: Finaler Gipfelsturm

Die DAX-Bullen wollen es offenbar noch einmal wissen: Bereits an der ersten, schwachen Unterstützung stabilisierte sich gestern der Markt. Ein Angriff auf die 9000er-Marke ist zu erwarten. Die DAX-Chartanalyse für den 24. Oktober 2013.

 

Nach der impulsiven Aufwärtsbewegung am Dienstag pendelte der DAX zur Wochenmitte in einer sehr engen Range von rund 30 Punkten. Während des gesamten Tages starteten die Käufer keinen ernsthaften Versuch, den Index in die Gewinnzone zu hieven. Aber auch auf der Unterseite kam kein Verkaufsdruck auf, der Index blieb in der Range des Vortages (Harami). Für Trader denkbar ungeeignet, entsprechend gering fiel auch das Handelsvolumen mit 2,5 Mrd. Euro auf Xetra aus.

Bereits investierte Marktteilnehmer befinden sich weiterhin in einem Spannungsfeld mit der Hoffnung, bei der Rally möglichst bis zum Höhepunkt dabei zu sein und der Sorge, dass auf die leichte Überhitzung ein dynamischer Rücksetzer folgen könnte und die Buchgewinne leiden. Auf der anderen Seite stehen aber auch weiterhin zahlreiche Anleger an der Seitenlinie und sind, wegen durchaus nachvollziehbaren Gründen wie der bis vor wenigen Tagen noch drohenden US-Zahlungsunfähigkeit, nicht investiert. Jeder noch so kleine Rücksetzer wird zum Einstieg oder der Positionsaufstockung genutzt.

Anleger, die bereits dabei sind, sollten ihr Glück nicht übermäßig strapazieren. Es bietet sich daher an, aktiv Teilgewinne zu realisieren, wenn bestimmte Widerstände wie die obere Aufwärtstrendlinie erreicht werden. Aber auch auf der Unterseite erscheinen gestaffelte Stoppaufträge sinnvoll. Orientierung bieten dabei schwache sowie auch bereits bestätigte Unterstützungen.

Als Nachfragebereich kristallisierte sich am Mittwoch die flacher verlaufende, untere Aufwärtstrendlinie heraus, die mit rund fünf Punkten pro Tag steigt und heute bei rund 8920 verläuft. Zumindest zu Handelsbeginn ist der Blick aufwärts gerichtet, der DAX wird bei 8970 erwartet. Bleiben unerwartete schlechte Nachrichten aus, ist im Tagesverlauf mit einem Anlauf bis an die 9000er-Marke zu rechnen. Zumindest die obere Aufwärtstrendlinie, an der am Dienstag noch deutliche Verkäufe einsetzen, lässt dem Index Luft bis an die runde Schwelle. Kursgewinne darüber hinaus sind zwar denkbar – das Projektionsziel aus der Flagge liegt bei 9160 (s. Tagesanalyse) – die insgesamt langsam überhitzte Situation spricht aber zumindest gegen eine dynamische Fortsetzung.

Horizontale verlässliche Unterstützungen lassen sich derzeit nicht ausmachen und müssen erst noch ausgebildet werden. Um 8860 und 8830 zeigt die Markttiefe einen Anstieg, bisher bestätigt ist aber erst der Kursbereich um 8760 / 8770.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 24. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

9100 sind möglich

Der DAX behauptete sich in den vergangenen Tagen über dem ehemaligen, Mitte September erreichten Rekordniveau und lässt derzeit keine Zweifel aufkommen, dass die mittelfristige Tendenz weiter nach oben gerichtet sein wird.

Übergeordnet hat sich somit nichts am bisherigen Szenario geändert. Auf Basis der Anfang Oktober nach oben aufgelösten Flagge lässt sich ein theoretisches Kursziel von rund 9160 ableiten. Flaggen zählen zu den Fortsetzungsformationen, die für gewöhnlich in der Mitte einer dynamischen Trendbewegung auftreten. Ähnlich wie bei einem Wimpel können mit Hilfe dieser Kursmuster sehr gut Kursziele bestimmt werden. Dazu misst man zunächst den Abstand der vorangegangenen Bewegung bis zur Unterkante der Flagge. Diese vertikale Differenz wird schließlich an den Ausbruchspunkt der Flagge gesetzt und in Trendrichtung projiziert.  Statistiken zufolge liegt die Fehlerquote von Flaggen in einem übergeordneten Aufwärtstrend bei nur 13 Prozent, ein sehr niedriger Wert. Allerdings enttäuscht die Zielerreichungsquote von 63 Prozent.

Ernsthafte Widerstände, zumindest auf horizontaler Ebene, gibt es noch nicht. Lediglich zwei Aufwärtstrendlinien, die im Bereich 8900 / 9000 verlaufen, könnten den DAX ausbremsen. Überwindet der Aktienmarkt die Marken und zeigt somit wie bereits im Mai eine Trendbeschleunigung, dürfte zügig das Kursziel von 9160 erreicht werden.

Nach unten ist der DAX nach wie vor gut abgesichert. Die untere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX befindet, wurde beim Retest Anfang Oktober exakt bestätigt. Erst wenn der Index unter 8440 zurückfallen sollte, liegt ein Fehlausbruch vor. Weitere gute Unterstützungen vor allem um 8100 (Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt) begrenzen das Risiko.

 

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Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9500. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000/9100er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Seit Anfang August befindet sich der DSS Bressert auf dem Rückzug und rutschte kürzlich sogar in die neutrale Zone. Für gewöhnlich ist dies ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. Allerdings liefert der Chart bisher noch keine Bestätigung.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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