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By 27. März 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Fehlausbruch bleibt eine Option

Die Widerstandsmarke um 9400 wurde zur Wochenmitte überwunden. Doch noch können sich die mutigen Käufer nicht sicher sein. Ein Ausbruch wie aus dem Bilderbuch sieht anders aus. Die DAX-Chartanalyse für den 27. März 2014.

Stundenanalyse:

Wie gestern leicht favorisiert schaffte der DAX endlich den Sprung über den hartnäckigen Widerstand um 9375 / 9400. Auch die anschließende Kursreaktion mit zügigen Anschlusskäufen lief wie erwartet ab, allerdings nur bis zur Mittagszeit. Mit Eröffnung der Wall Street zogen sich die Käufer zurück, es blieb aber ein deutlicher Zugewinn von 1,2 Prozent auf 9448.

Auch wenn die Hürde nun überwunden ist, bewegen sich die Bullen auf dünnem Eis. Wirklich überzeugend war der gestrige Ausbruch nicht, es gibt einige Schönheitsfehler zu berücksichtigen. Im Idealfall wäre der Markt nach dem Sprung weiter angezogen und hätte auch gleich die 9500er-Marke genommen. Stattdessen setzten ab der zweiten Handelshälfte Gewinnmitnahmen ein. Noch skeptischer stimmen die unterdurchschnittlichen Umsätze. Gerade bei einem Ausbruch spielt das Handelsvolumen eine wichtige Rolle. Erst wenn viele Marktakteure zugreifen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Bewegung. Zur Wochenmitte lagen die Umsätze auf Xetra aber nur bei drei Mrd. Euro und damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen vier Wochen von 3,7 Mrd. Euro. Lediglich die Marktbreite liefert grünes Licht – alle 30 Indexwerte legten am Mittwoch zu.

Dazu passen auch die jüngsten Entwicklungen an der Wall Street. Besonders der richtungsweisende S&P 500 pendelt seit rund einem Monat in einer engen Spanne. Klare Signale für einen Aufwärtsimpuls sind Mangelware. Nicht selten werden so enge Seitwärtsbewegungen mit einer impulsiven Bewegung aufgelöst. Stellen Sie sich daher auf eine erhöhte Volatilität in den kommenden Tagen / Wochen ein. Auch die Profis rechnen offenbar mit verstärkten Schwankungen. Der VDAX New steht aktuell bei 17,3 Punkte und somit auf einem deutlich erhöhten Niveau im Vergleich zu den vergangenen Monaten.

Vorbörslich liegen die Indikationen bei 9420, ein erneuter Test des Ausbruchsniveaus muss auf jeden Fall eingeplant werden. Wer den Sprung verpasste, kann die rückläufigen Kurse noch einmal zum Einstieg nutzen und die neuen Long-Positionen zugleich eng absichern. Unter die nach wie vor fallende 21-Tage-Linie (hellgrün) bei 9355 sollte der Markt aber nicht zurückfallen, andernfalls steigt die Gefahr einen Fehlausbruchs. Sollte der Test des ehemaligen Widerstands erfolgreich verlaufen, wäre dies bullisch und könnte die Basis bilden für einen neuen Anlauf in Richtung 9515 und später 9600.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Trend ist noch eindeutig

Nach den deutlichen Verlusten in der ersten März-Hälfte kam es wie bereits mehrfach in den vergangenen Monaten zu einer V-förmigen Erholung. Investoren, die bisher noch nicht oder zu gering im Markt vertreten sind, nutzen nach wie vor die günstigen Kurse zum Einstieg oder Positionsaufbau. Solange dieses Muster Gültigkeit hat, sind größere Korrekturen eher unwahrscheinlich.

Die horizontale Unterstützung, der langfristige Aufwärtstrend und das 38 Prozent-Niveau der Aufwärtsbewegung seit dem letzten erwähnenswerten Rücksetzer im Sommer vergangenen Jahres sichern den Markt auf der Unterseite bei rund 8950 / 9000 ab. Solange das bisherige Jahrestief nicht unterboten wird, bleiben die mittelfristigen Aussichten bullisch. Sollten die Kurse tiefer zurückfallen, stellt die 200-Tage-Linie bei rund 8850 die letzte Haltemarke dar. Scheitert auch hier eine Stabilisierung, drohen größere Verluste bis 8400 und 8220 (abgeleitet aus der Höhe einer möglichen Umkehrformation).

Auf der Oberseite stellt die nördliche Kante des grau markierten Rechtecks bei 9600 die nächste Zielmarke dar. Dieses Niveau sollte der DAX nun zügig anlaufen, um im Anschluss auch das Februar-Hoch zu überwinden. Je höher die Dynamik ausfällt, desto besser stehen die Chancen auf ein neues Rekordhoch. Nimmt der Aufwärtsimpuls hingegen ab, verdichten sich die Signale auf eine mögliche Top-Bildung. Entsprechende Verkaufssignale auf charttechnischer Basis wären dann nur noch eine Frage der Zeit.

Aus Sicht der Indikatoren sind die Chancen auf eine Erholung wieder gestiegen. Zuletzt lieferten der MACD und DSS Bressert frühzeitig Hinweise auf eine Korrektur. Der überkaufte Zustand wurde nun komplett abgebaut, die Signale stehen auf Erholung.

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Wochenanalyse:

DAX bestätigt Kanalgrenze

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Haussegerade, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie; s. auch Tageschart). Auch der jüngste Anlauf Mitte März verlief erfolgreich. Zusammen mit der bei rund 8850 verlaufenden  viel beachteten 200-Tage-Linie stellt der Bereich um 9000 eine massive Bastion der Käufer dar. Solange der DAX dieses Niveau behauptet, bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch.

Auf der Oberseite ist nach der jüngsten Konsolidierungsbewegung zunächst etwas Platz vorhanden. In den vergangenen Wochen kletterte die obere, dunkelgrün eingezeichnete Aufwärtstrendlinie weiter Richtung Norden und lässt dem Markt Luft bis ungefähr 10.200. Die runde 10.000er-Schwelle könnte also vom DAX genommen werden, ohne das die Trendlinie überwunden werden muss. Gegenüber der Ausgangssituation zu Jahresbeginn eine deutliche Erleichterung für die Käufer.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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