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By 17. Oktober 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Erste Barriere erreicht

Der DAX befindet sich in einer soliden Aufwärtsbewegung, auf allen Zeitebenen weisen die Trends Richtung Norden. Dennoch wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Die DAX-Chartanalyse für den 17. Oktober 2013.

 

Die Optimisten sollten Recht behalten. Als der DAX heute vor einer Woche seine impulsive Aufwärtswelle startete, schien eine Einigung in den USA noch in weiter Ferne. Erst gestern nach Handelsschluss kam die erlösende Meldung, der Deutsche Aktienmarkt verzeichnete dennoch an den vergangenen fünf Handelstagen Kursgewinne. Eine beeindruckende Performance, die aber auch nachdenklich stimmt. Denn eine Lösung im US-Haushaltsstreit ist in den Kursen bereits eingepreist, Trader die kurzfristig auf dieses Szenario gesetzt haben, dürften nun Kasse machen. „Buy the rumor, sell the fact“ – oder auch „sell on good news“. Vorbörslich wird der DAX bei 8822 gesehen, rund 0,2 Prozent unter dem Schluss vom Mittwoch. Weitere Kursgewinne und Anschlusskäufe werden nur erfolgen, wenn neue, überraschende und somit noch nicht eingepreist Nachrichten auf den Markt treffen. Vielleicht kommen die entsprechenden Impulse von der laufenden US-Berichtssaison.

Passend dazu ergibt sich auch im kurzfristigen Stunden- und Tageschart nun eine interessante Ausgangslage. Der DAX verfehlte im späten Handel am Mittwoch nur knapp eine innere Aufwärtstrendlinie, die aktuell weiteren Avancen auf der Oberseite entgegensteht. Zuletzt prallte der Leitindex Mitte September an der Trendlinie nach unten. Ein ähnliches Kursverhalten ist auch jetzt zu erwarten, die Barriere verläuft heute bei rund 8885. Sollte die Hürde genommen werden, wartet eine steilere und noch nicht bestätigte Trendlinie bei rund 8960.

Zumindest aus Sicht der wichtigsten Indikatoren ist eine Fortsetzung der laufenden Aufwärtsbewegung durchaus möglich. Der doppelt geglättete Stochastik DSS Bressert notiert zwar bereits auf einem leicht überhitzten Niveau, Verkaufssignale sind aber noch nicht zu erkennen. Gleiches gilt auch für den prozentualen Abstand des DAX zu kurzfristigen gleitenden Durchschnitten wie der 21-Tage-Linie. Aktuell liegt die Differenz bei gut zwei Prozent und somit auf einem Niveau, das noch genügend Potenzial nach oben lässt. Trendfolgende Signalgeber wie der MACD sendeten sogar erst gestern ein Kaufsignal aus.

Dennoch sind wie beschrieben Gewinnmitnahmen jederzeit möglich, ohne das der Trend in Gefahr gerät. Eine erste schwache Unterstützung liegt um 8780, darunter ist wegen der Aufwärtslücke mit einer zügigen Korrektur bis 8725 zu rechnen. Spätestens an der horizontalen Zone um 8680 / 8700 sollten aber wieder die Käufer das Zepter übernehmen und eine Gegenbewegung einleiten. Andernfalls wechselt die kurzfristige Börsenampel wieder auf Orange.

Am Abend findet wieder ein kostenloses Webinar statt, zu dem Sie sich gerne HIER anmelden können.

 
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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 17. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

9100 sind möglich

Die vergangene Handelswoche ging eindeutig an die Käufer. Der DAX löste eine seit dem Rekordhoch laufende Konsolidierung in Form einer Flagge nach oben hin auf und generierte damit ein klassisches Kaufsignal.

Flaggen zählen zu den Fortsetzungsformationen, die für gewöhnlich in der Mitte einer dynamischen Trendbewegung auftreten. Flaggen oder auch Wimpel eignen sich sehr gut zur Bestimmung von Kurszielen. Dazu wird zunächst der Abstand der vorangegangenen Bewegung bis zur Unterkante der Flagge gemessen. Diese vertikale Differenz wird schließlich an den Ausbruchspunkt der Flagge gesetzt und folglich in Trendrichtung projiziert.  Statistiken zufolge liegt die Fehlerquote dieser Chartmuster in einem übergeordneten Aufwärtstrend bei nur 13 Prozent, ein sehr niedriger Wert. Allerdings enttäuscht die Zielerreichungsquote von 63 Prozent. Übertragen auf die Ausgangslage im DAX errechnet sich ein theoretisches Kursziel von rund 9160.

Ernsthafte Widerstände lassen sich kaum noch ausmachen. Im Bereich um 8880 / 8950 verlaufen zwei Aufwärtstrendlinien. Überwindet der DAX die Marken und zeigt somit wie bereits im Mai eine Trendbeschleunigung, dürfte zügig die runde 9000er-Schwelle erreicht werden. Knapp darüber wird die Luft dann aber dünn, denn bei rund 9100 verläuft die Unterkante des höher gelegenen Rechtecks.

Nach unten ist der DAX nach wie vor gut abgesichert. Die untere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX befindet, wurde in der Vorwoche exakt bestätigt. Erst wenn der Index unter 8440 zurückfallen sollte, liegt ein Fehlausbruch vor. Weitere gute Unterstützungen vor allem um 8100 (Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt) begrenzen das Risiko.

 

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Aufwärtstrend mit Schönheitsfehler

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9450. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000/9100er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Seit Anfang August befindet sich der DSS Bressert auf dem Rückzug und rutschte kürzlich sogar in die neutrale Zone. Für gewöhnlich ist dies ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. Allerdings liefert der Chart bisher noch keine Bestätigung.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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