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By 9. Dezember 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Erneuter Gipfelsturm bleibt eine Option

Die Käufer könnten schneller als vermutet am Markt wieder die Kontrolle übernehmen und einen neuen Aufwärtsimpuls starten. Allerdings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die DAX-Chartanalyse für den 9. Dezember 2013.

Stundenanalyse:

Trotz der Erholung am vergangenen Freitag büßte der Deutsche Aktienmarkt in der abgelaufenen Handelswoche um rund zweieinhalb Prozent ein. Ob die bisher unterinvestierten Anleger sowie die Schnäppchenjäger den Rücksetzer als Chance sehen, noch einmal günstig in die Rally einzusteigen oder eher die Verunsicherung dominiert, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Festzuhalten bleibt, dass bereits am Freitag eine marktbreite Erholung einsetzte. Von den 30 DAX-Titeln verzeichneten 25 Werte Kursgewinne, auch die Schwergewichte wie Siemens, Allianz und SAP wurden wieder gekauft. Abwärts ging es hingegen für eher defensive Papiere wie Fresenius, FMC sowie Aktien mit einer geringen Marktkapitalisierung wie Lufthansa und Merck. Insgesamt ein sehr konstruktives Signal für den heutigen Wochenauftakt. Wichtig ist nun, dass es nach den Kursgewinnen vom Freitag zu Anschlusskäufen kommt und der DAX einige Hürden zurückerobert.

Sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite lassen sich gute Handelsmarken ableiten, die für eine Richtungsbestimmung genutzt werden können. Vorbörslich ist der Blick bereits aufwärts gerichtet, Broker taxieren den Index bei 9210. Auf diesem Niveau hätte der DAX rund 38 Prozent der vorherigen Korrektur wieder aufgeholt. Zudem verläuft hier auch die 21-Tage-Linie als potentieller Widerstand. Wird die Hürde übernommen, gilt es das Kursverlusten an der runden Schwelle von 9250 zu beachten. Auf diesem Niveau liegt auch das 50 Prozent Fibonacci-Retracement. Eine Rückeroberung dürfte den Käufern neuen Schwung geben und eine weitere Aufwärtsbewegung mit Ziel 9290 und 9320 begünstigen. Oberhalb der letztgenannten Marke wäre die Korrektur als beendet anzusehen.

Auf der Gegenseite gilt es nur die Vorwochentiefs um 9069 bis 9085 zu beachten. Mehrfach wurde diese Kursregion in den vergangenen Tagen bestätigt, im Tageschart zeigt sich auch der Grund. Fällt der DAX darunter zurück, erscheint ein Test der mittelfristig richtungsweisenden Unterstützungszone um 8940 bis 8960 unausweichlich.

 

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 Tagesanalyse:

Trendlinie erneut bestätigt

Gut 900 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief Anfang Oktober in der Spitze gestiegen, eine Korrektur war nur eine Frage der Zeit. Mehrfach hatte ich darauf hingewiesen, dass der Rücksetzer um so dynamischer ausfallen dürfte, je weiter der Markt auf der Oberseite übertreibt. Die jüngsten Kursverluste in der Spitze von rund 340 Punkten oder 3,7 Prozent erscheinen angesichts der vorherigen Rally nur wie in Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch könnte der DAX bereits früher als erwartet den intakten Aufwärtstrend wieder aufnehmen. In der Vorwoche stabilisierte sich der Markt exakt an der Kombination aus unterer Grenze des aktuellen Rechtecks sowie einer hellgrün eingezeichneten inneren Aufwärtstrendlinie. Bereits bei der Konsolidierung Ende Oktober / Anfang November bot die Gerade Halt. Die entscheidende Frage lautet, ob die ungeduldigen Schnäppchenjäger den etwas deutlicheren Rücksetzer in der Vorwoche als günstige Einstiegsgelegenheit bewerten oder vorerst von  neuen Engagements Abstand nehmen. Die bis in den Januar hinein saisonal günstige Phase spricht für das Lager der Bullen. Erstes Ziel auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch, darüber lässt das Rechteck Platz bis rund 9680.

Erfolgt denn ein weiterer Rücksetzer, gilt die Aufmerksamkeit der Zone um 8940 / 8960. Neben einer horizontalen Unterstützung verläuft in dem Bereich auch der 55-Tage-Durchschnitt sowie das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Dieser Prozentsatz stellt häufig ein Mindestkorrekturniveau dar, von dem aus wieder der ursprüngliche Trend aufgenommen wird. Wegen der Häufung der verschiedenen Signale knapp unterhalb von 9000 Punkten dürften spätestens auf diesem Niveau wieder verstärkt Neueinsteiger, die bisher die Rally verpasst haben, einsteigen und für eine (temporäre) Gegenbewegung sorgen. Sollte der DAX hingegen auch hier keinen Halt finden, wäre dies ein um so bearischeres Zeichen und würde auf einen kurz- bis mittelfristigen Trendwechsel deuten.

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 Wochenanalyse:

In luftiger Höhe

Nach einer Gewinnserie in den vergangenen beiden Monaten gönnten sich die Käufer Anfang Dezember eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Ob die überfällige Konsolidierung nur der Auftakt ist zu einer mehrwöchigen Korrektur mit möglicher Trendumkehr oder der nach wie vor intakte Aufwärtstrend zügig erneut aufgenommen wird, muss sich erst noch zeigen. Charttechnisch relevante Widerstände sind nicht mehr vorhanden.

Orientierung bietet ein seit 2011 bestehender Aufwärtskanal, wobei derzeit vor allem dessen Mittellinie bei rund 9740 ein mögliches Zielgebiet auf der Nordseite darstellt. Zuletzt wurde die Linie vom Markt im Mai vergeblich attackiert. Allerdings bleibt auch festzustellen, dass sich der Index inzwischen recht weit von der unteren Kanalgrenze sowie der 200-Tage-Linie entfernt hat. Entsprechend groß ist auch das Korrekturpotential. Die genannten Unterstützungen verlaufen im Bereich um 8370 bis 8470.

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 Monatsanalyse:

Fünfstellige Regionen durchaus möglich

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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