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DAX-Chartanalyse: Entscheidung vor dem Wochenende?

Obwohl das Handelsvolumen wieder deutlich zulegt, können sich weder die Bullen noch die Bären sich durchsetzen. Lange wird dieser Zustand aber nicht mehr anhalten. Die DAX-Chartanalyse für den 6. September 2013.

 

Neuer Tag und damit auch neue Hoffnung, dass wir endlich wieder eine impulsivere Bewegung im DAX sehen werden. Die Chancen für den heutigen Handelstag sind durchaus gut, denn am Nachmittag stehen mit den US-Arbeitsmarktdaten die wichtigsten Konjunkturzahlen auf der Agenda. Bis dahin dürfte sich die Lethargie aber fortsetzen.

Auch am Donnerstag kamen vom deutschen Leitindex keine frischen Signale. Zwar zeigt der Anstieg beim Handelsvolumen auf 3,2 Mrd. Euro (Xetra), dass endlich wieder Volumen im Markt bewegt wird und die Sommerpause vorbei ist. Dennoch änderte der Zugewinn von 0,48 Prozent auf 8235 Zähler nichts an der charttechnischen Ausgangslage. Lediglich die gleitenden Durchschnitte auf Basis der vergangenen 55- und 100-Tage wurden zurückerobert. Angesichts der im kurzfristigen Zeithorizont vorliegenden trendlosen Phase spielt dies aber keine Rolle.

Wesentlich wichtiger ist daher das Kursverhalten an den nächsten Widerständen und Unterstützungen. Vorbörslich steht der DAX bei 8219 Punkten und somit nur rund 30 Punkte unter der in den vergangenen Tagen bereits mehrfach bestätigten Barriere bei 8250 / 8269. Bei einem nachhaltigen Ausbruch darüber wäre mit weiteren Gewinnen bis an die alte Oberkante der Sommer-Range bei rund 8450 Punkten zu rechnen.

Bleibt der Ausbruch aus und prallt der DAX erneut nach unten ab, findet sich eine erwähnenswerte Unterstützung erst wieder am August bzw. September-Tief bei rund 8095 Zählern. Auch die Südseite wurde in den vergangenen Tagen von den Bären mehrfach vergeblich attackiert und erscheint recht robust. Neben der alten Unterkante einer Kurslücke von Mitte Juli sorgt vor allem die im Tages- und Wochenchart wichtige, seit Juli 2011 bestehende (!) Aufwärtstrendlinie bei rund 8085 Zählern für Sicherheit. Entsprechend bearisch wäre ein nachhaltiger Rückschlag zu interpretieren.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 6. September:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

DAX bleibt im Rechteck gefangen

Auf Tagesbasis hinterlässt die Kursentwicklung des DAX einen zwiespältigen Eindruck. Nach der 600 Punkte-Rally im Juli gönnten sich  die Käufer eine wohlverdiente Verschnaufpause und der Markt baute den überhitzten Zustand über eine Seitwärtsbewegung bzw. Konsolidierung über die Zeitebene ab, was sicherlich positiv zu werten ist. Allerdings verlief die Schiebezone knapp unterhalb des frischen Rekordhochs und somit an einer charttechnisch durchaus wichtigen Marke. In den vergangenen Wochen scheiterten mehrere Versuche der Bullen, den Gipfel zurück zu erobern.

Von daher war es nur eine Frage der Zeit, bis die Käufer kein Interesse mehr zeigen und die Seitwärtsbewegung auf der Unterseite aufgelöst wird. Der jüngste Rückschlag kommt daher nicht überraschend, zugleich hält sich der Schaden noch in Grenzen. Während gleitende Durchschnitte wie die 55- und 200-Tage-Linie in einer Seitwärtsbewegung nur von untergeordneter Bedeutung sind, gilt es den Fokus auf die Grenzen des aktuellen Rechtecks zu richten.

Da die nördliche Begrenzung auf Höhe des Rekordhochs nicht erreicht wurde, ist nun mit einer Rückkehrbewegung bis an die untere Zone bei rund 8000 Punkten zu rechnen. An der runden Schwelle verläuft auch die Untergrenze eines Aufwärtskanals (s. Wochenchart) – die Relevanz der Kursregionen ist somit im mittel- bis langfristigen Zeithorizont recht hoch.

Solange der Markt aber über der 200-Tage-Linie und damit der langfristigen Aufwärtstrendlinie (s. auch Wochenchart) handelt, bleiben die mittel- bis langfristigen Perspektiven positiv. Erst wenn der DAX unter das Juni-Tief zurückfallen sollte, dreht die Tendenz von positiv auf neutral. Bearisch wird es hingegen unterhalb des Tiefpunktes der Frühjahrs-Korrektur bei 7400 Zählern. Eine solcher Rücksetzer ist derzeit aber unwahrscheinlich.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX gegenüber dem Mai-Hoch bisher nur einen tieferen Hochpunkt ausgebildet hat. Eine intakte Aufwärtsbewegung ist hingegen durch eine Serie steigender Hochpunkte gekennzeichnet. Dies kann als Hinweis auf eine nachlassende Schwungkraft diagnostiziert werden und wird auch durch die jüngste Entwicklung im MACD bestätigt. Seit Anfang August steht der Oszillator auf „Verkaufen“ und bestätigte auch nicht mehr das letzte Hoch im DAX.

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Erneuter Test der Kanalgrenze

Es wird erneut spannend. Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt zusätzlich stabilisierend.

Zuletzt wurde die untere Zone Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Anders als im Frühjahr bildete der DAX aber keine neuen Bewegungshochpunkte aus. Dies kann als Hinweis auf nachlassenden Kaufinteresse gewertet werden und spricht aktuell gegen eine Fortsetzung der Kursgewinne bis an die Mitte des Aufwärtskanals bei rund 8900 Punkten.

Zur Vorsicht mahnt auch die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7900 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein. Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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