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DAX-Chartanalyse: Elfmeter für die Bullen

Nach der gestrigen Erholung sind die Chancen auf eine Bodenbildung und somit ein Ende der Korrektur deutlich gestiegen. Bleiben heute die Käufer am Ball, hellen sich auch die kurzfristigen Aussichten wieder auf. Die DAX-Chartanalyse für den 5. Juli 2013.  

 

 

Es wird richtig spannend, keine Frage. Nachdem gestern EZB-Chef Mario Draghi ein kleines Kursfeuerwerk an den Aktienmärkte auslöste, könnte heute der nächste Schub erfolgen. Im Mittelpunkt steht der US-Arbeitsmarktbericht. Falls Sie heute am Markt aktiv sind, sollten Sie sich auf hohe Volatilität einstellen. Denn an der Wall Street nutzen viele Investoren den gestrigen Feiertag und gönnen sich ein verlängertes Wochenende. Entsprechend gering könnte das Handelsvolumen ausfallen, so dass bereits mit vergleichsweise kleineren Orders größere Bewegungen ausgelöst werden. Zugleich sind die heutigen Arbeitsmarktdaten richtungsweisend für die künftige Politik der US-Notenbank. Eine explosive Mischung.

Doch damit nicht genug, denn charttechnisch steht der DAX an einer wichtigen Schwelle. Am Mittwoch deutete bereits der ausgebildete Hammer auf ein verstärktes Kaufinteresse des Marktes. Gestern wurde diese Vermutung eindrucksvoll bestätigt. Mit einer kleinen Aufwärtslücke zog der Index vor allem am Nachmittag deutlich an und verfehlte nur knapp mein ausgegebenes Kursziel auf der Oberseite von 8025 Punkten.

Im Tageschart bildete sich in den vergangenen drei Tagen eine Chartformation, die als Morning Star beschrieben werden kann und als Bodenumkehrsignal gilt. Positiv fällt ebenfalls ins Gewicht, dass der Markt bereits über dem Juni-Tief gekauft wurde (steigendes Bewegungshoch) und gestern auch die Rückeroberung der 100-Tage-Linie per Tagesschluss erfolgte.

Vorbörslich steht der DAX bei 8021 Punkten und damit unmittelbar vor einer wichtigen Barriere. Neben einer horizontalen Zone, die zum Monatswechsel ausgebildet wurde, verläuft hier auch die 21-Tage-Linie. Der Durchschnittskurs des vergangenen Monats erwies sich in jüngster Vergangenheit bereits mehrfach als Widerstand. Sollte der DAX dieses Cluster überwinden, bietet die 8100er-Marke Orientierung. Auf diesem Niveau hätte der Leitindex bereits die Hälfte der vorangegangenen Korrektur wieder aufgeholt (50 Prozent-Retracement). Zugleich verläuft hier auch die mittelfristige Abwärtstrendlinie sowie der 55-Tage-Durchschnitt. Erst wenn auch nördlich dieser Region das Kaufinteresse bestehen bleibt, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Ende der Korrekturphase kräftig an.

Scheitern die Käufer hingegen heute erneut am Niveau um 8025 und fällt der DAX in die kleine Aufwärtslücke um 7850 Punkte zurück, erscheint es fraglich, ob sich der Markt noch einmal am 200-Tage-Durchschnitt stabilisieren kann. Mit diesem bearischen Szenario müssen wir uns aber wohl wenn überhaupt erst nächste Woche beschäftigen.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 5. Juli:

DAXPivot

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

 

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 



200-Tage-Linie gibt Sicherheit

Mit der deutlichen Gegenbewegung in der vergangenen Handelswoche entspannte sich ein wenig die kurz- bis mittelfristige charttechnische Situation im DAX. Exakt auf Höhe der 200-Tage-Linie sowie eines langfristigen Aufwärtstrends setzte verstärktes Kaufinteresse ein und führte zu einer technischen Erholung, die den Leitindex zum Wochenschluss bis an die 8000er-Marke und somit die Oberkante des aktuellen Rechtecks führte. Zugleich verläuft hier auch das 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau der seit dem Rekordhoch laufenden, übergeordneten Abwärtsbewegung.

In den kommenden Tagen könnten daher die Würfel fallen, wohin die Reise gehen wird. Positiv zu werten wäre die Rückeroberung der 8000er-Marke und damit auch der erneute Sprung in das nächst höher gelegene Rechteck. Dem DAX würde sich auf Basis dieser Methode weiteres Aufwärtspotenzial bis in die Nähe des Rekordhochs bei 8520 Punkten eröffnen. Allerdings dürfte der Weg Richtung Norden nicht leicht werden. Neben der fallenden 21-Tage-Linie, an der es in den vergangenen Wochen mehrfach zu einem Rücksetzer kam, belastet auch der kurzfristige Abwärtstrend (s. Stundenanalyse). Erst wenn der DAX diese Hürden überwindet und per Tagesschluss das letzte Bewegungshoch bei 8285 / 8300 Punkten überwindet, dreht der Trend wieder klar nach oben.

Bis dahin sind Erholungen nur als Bärenmarktrally einzuordnen. Scheitert der nachhaltige Sprung auf die 8000, erscheint ein erneuter Test der Clusterunterstützung aus Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt sehr wahrscheinlich. Übergeordnet sind auch weitere Verluste bis 7450 Punkte durchaus denkbar.

Gemessen an den Indikatoren kann ebenfalls noch keine Entwarnung gegeben werden. Allerdings notiert der seit dem Rekordhoch fallende MACD inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Eine Erholung und somit auch ein Kaufsignal dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der geglättete Stochastik fällt zudem mit einer leichten positiven Divergenz auf. Wer wie empfohlen mutig war und an der 200-Tage-Linie kaufte, bleibt weiter dabei.

 

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Schwächesignale bereiten noch keine Probleme

Auf Wochensicht eröffnete sich für Anleger kürzlich eine gute Einstiegsgelegenheit, denn der DAX testete erfolgreich die untere Begrenzung eines seit Mitte 2011 bestehenden, rund 1500 Punkte breiten Aufwärtskanal. Zuletzt wurde die südliche Zone während der Korrektur Mitte April angelaufen und ebenfalls bestätigt. Im Anschluss erholte sich der Markt, kletterte über die bisherigen Rekordhochs aus 2000 und 2007 und startete erneut in eine Konsolidierung. Gerade an viel beachteten Chartmarken wie langjährigen Rekordhochs setzen oft Gewinnmitnahmen ein und eröffnen eine zweite Einstiegschance für Anleger, die bei der ersten Aufwärtswelle  nicht dabei waren.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte.

Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont noch positiv. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft knapp unter der 200-Tage-Linie bei rund 7690 Punkten. Erst wenn der DAX diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein.

Die Indikatoren deuten klar auf ein bearisches Szenario. Der DSS Bressert verläuft ausgehend vom überkauften Niveau fallend und lieferte kürzlich ein Verkaufssignal ab, das auch vom trendfolgenden MACD bestätigt wird. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung der Korrektur ist unter dem Strich als erhöht einzuschätzen.

 

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10.000 oder 5300 Punkte?

Im Monatschart hat die bisherige Korrektur ausgehend vom Rekordhoch bei 8558 Punkten noch keinen größeren Schaden angerichtet. Bleiben weitere Rücksetzer aus, sollte der DAX die seit 2000 und somit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung endlich nach oben hin auflösen und den „Deckel lüften“. Im Jahr 2007 scheiterte der Markt fast das gesamt Jahr hindurch an einem nachhaltigen Anstieg über das 2000er-Hoch, in 2011 zogen sich die Käufer bereits deutlich tiefer bei rund 7400 Punkten wieder zurück. Noch ist es aber zu früh, von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen. Ein Monatsschluss unter der 8000er-Marke und damit auch unter den 2007er-Hochs würde berechtigte Zweifel aufkommen lassen.

Mittel- bis langfristig weist der Weg für den DAX aber aufwärts. Seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung seit der Jahrtausendwende somit auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Dennoch kann ein erneuter Test der langjährigen Aufwärtstrendlinie nicht ausgeschlossen werden. Aktuell verläuft der kritische Bereich um 5300 Punkten.

 

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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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