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DAX-Chartanalyse: August-Hochs rücken in Reichweite

Kurzfristig haben die Bullen wieder ein wenig Oberwasser und bestimmen die weitere Entwicklung. Bis zum nächsten ernsthaften Widerstand bleibt noch ein wenig Luft nach oben. Die DAX-Chartanalyse für den 10. September 2013.

 

Auch wenn sich der DAX zu Wochenbeginn kaum von der Stelle rührte und die Tageskerze in Form eines Long-legged Doji ein sehr gutes Spiegelbild der aktuellen Unsicherheit darstellt, bleibt positiv zu vermerken, dass sich der Index immerhin über dem Ausbruchsniveau von 8250 / 8260 Zählern behauptete. Die Minimalvoraussetzungen für ein kurzfristig wieder etwas bullischeres Szenario sind somit weiterhin gegeben und stimmen zuversichtlich, dass der deutsche Aktienindex heute auch die erste Hürde in Form der fallenden 21-Tage-Linie überwindet. Gestern scheiterten die Bullen zu Handelsbeginn noch am kurzfristigen Mittelwert, heute deutet die vorbörsliche Indikation von 8340 Punkten auf eine wesentlich festere Eröffnung.

Die zu erwartende kleine Eröffnungslücke könnte im Tagesverlauf durchaus geschlossen werden, grundsätzlich bleibt der Blick nun aber aufwärts gerichtet. Sowohl aus dem Kursverlauf als auch im Volumengebirge lassen sich keine unmittelbaren Widerstände ausmachen. Lediglich um 8390 / 8400 nimmt die Markttiefe ein wenig zu. Der nächste ernsthafte Widerstand und somit das kurzfristige Kursziel liegen bei 8430 / 8455.  Auf diesem Niveau liegt eine horizontale Barriere, gebildet aus den Vormonatshochs.

Auf der Unterseite hat der 8250 / 8260er-Bereich einen Rollentausch von einem Widerstand zu einer Unterstützung vollzogen. Sollte der DAX dennoch weiter zurückfallen und somit einen Fehlausbruch auf der Oberseite zeigen, findet sich auf Höhe des 2007er-Hoch um 8156 (blau gestrichelt im Stundenchart) bzw. 8170 Punkten eine schwächere Unterstützung. Darunter müsste ein ernster Test des August / September-Tiefs bei 8100 Zählern einkalkuliert werden.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 10. September:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

Patt zwischen Käufern und Verkäufern

Nach der 600 Punkte-Rally im Juli befindet sich der Aktienmarkt weiterhin in einer Seitwärtsbewegung. Während gleitende Durchschnitte wie die 55- und 200-Tage-Linie in einer Seitwärtsbewegung nur von untergeordneter Bedeutung sind, gilt es den Fokus auf die Grenzen des aktuellen Rechtecks zu richten.

Da der DAX die obere Begrenzung des aktuellen Rechtecks nicht erreichte, ist nun mit einer Rückkehrbewegung bis an die untere Zone bei rund 8000 Punkten zu rechnen. An der runden Schwelle verläuft auch die Untergrenze eines Aufwärtskanals (s. Wochenchart) – die Relevanz der Kursregionen ist somit im mittel- bis langfristigen Zeithorizont recht hoch.

Grundsätzlich bleiben mittelfristigen Aussichten gut, solange der Markt über der 200-Tage-Linie und damit der langfristigen Aufwärtstrendlinie (s. auch Wochenchart) handelt. Erst wenn der DAX diese Schlüsselunterstützungen unterbieten sollte, dreht die Tendenz von positiv auf neutral. Bearisch wird es hingegen unterhalb des Tiefpunktes der Frühjahrs-Korrektur bei 7400 Zählern. Eine solcher Rücksetzer ist derzeit aber unwahrscheinlich.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX gegenüber dem Mai-Hoch bisher nur einen tieferen Hochpunkt ausgebildet hat. Eine intakte Aufwärtsbewegung ist hingegen durch eine Serie steigender Hochpunkte gekennzeichnet. Dies kann als Hinweis auf eine nachlassende Schwungkraft diagnostiziert werden. Beachten Sie in den kommenden Tagen auch den MACD. Noch ist das seit Mitte August bestehende Verkaufssignal aktiv. Sollte sich nun aber eine freundliche Börsenentwicklung einstellen, könnte der trendfolgende Oszillator bald auf das Bullenlager deuten.

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Unterstützung erneut auf dem Prüfstand

Es wird erneut spannend. Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt zusätzlich stabilisierend.

Zuletzt wurde die untere Zone Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Anders als im Frühjahr bildete der DAX aber keine neuen Bewegungshochpunkte aus. Dies kann als Hinweis auf nachlassenden Kaufinteresse gewertet werden und spricht aktuell gegen eine Fortsetzung der Kursgewinne bis an die Mitte des Aufwärtskanals bei rund 8900 Punkten.

Zur Vorsicht mahnt auch die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7900 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die langfristige charttechnische Lage ein.

Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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