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DAX-Chartanalyse: 150 Punkte fehlen noch

Bereits heute könnte der DAX ein frisches Rekordhoch markieren. Die Voraussetzungen sind durchaus gegeben. Handelsmarken für den kurz- bis langfristigen Bereich in der DAX-Chartanalyse für den 5. August 2013.  

 

Mit Kursgewinnen von knapp zwei Prozent kann sich die Bilanz des DAX für die vergangene Handelswoche sehen lassen. Am Freitag gönnten sich die Käufer eine wohlverdiente Pause, der Markt pendelte auf Höhe des schwachen Widerstands um 8410 Punkten seitwärts. Auch für den heutigen Auftakt zeichnet sich zunächst kein klarer Impuls ab, Broker taxieren den DAX unverändert.

Ähnlich wie das hochsommerliche Wetter bleiben auch die Aussichten für den DAX bestens. Denn bis zum Rekordhoch bei 8557 Punkten lassen sich keine charttechnischen Hürden erkennen. Mit einem Anstieg über das Freitags-Hoch bei 8431 Zählern dürfte der Startschuss für den Gipfelsturm erfolgen. Begünstigt wird ein weiterer Anstieg vom sehr geringen Handelsvolumen oberhalb von 8400.

Bleiben zum Wochenauftakt neue Bewegungshochs aus, liegt eine erste Nachfragezone um 8360 Zählern. Verlässlicher ist aber erst die Region um 8250 (21-Tage-Linie) sowie die kürzlich bewährte horizontale Unterstützung bei 8220 Punkten.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 5. August:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

Ziel fest im Visier

In der zweiten Juli-Hälfte konsolidierte der Markt seitwärts, nachdem zuvor ein recht dynamischer Anstieg von rund 600 Punkten erfolgte. Wie erwartet baute der DAX den überkauften Zustand (s. Abstand zum 21-Tage-Durchschnitt, rote Linie ganz unten) über eine seitwärts gerichtete Bewegung ab, wobei die 55-Tage-Linie auf der Unterseite Sicherheit gab. Nach den deutlichen Gewinnen zum Monatsauftakt wurde auch ein drohendes Verkaufssignal im MACD vermieden.

Für die kommenden Tage stellt das Rekordniveau um 8550 Punkte die übergeordnete Zielmarke dar. Da auf diesem Niveau auch die Oberkante des aktuellen Rechtecks verläuft, sollte das Kursverhalten hier genau verfolgt werden. Im positiven Szenario wären Anschlusskäufe über der Marke wären sehr bullisch zu werten und könnten den DAX in das nächst höhere Rechteck hieven. Abgesehen von einer noch nicht bestätigten Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 8900 Punkten wäre der Weg bis zur nächsten tausender-Schwelle bei 9080 Zählern (Oberkante Rechteck). Positive Signale kommen auch von den Indikatoren. Im MACD wurde ein Verkaufssignal in der Vorwoche abgewendet, der DSS Bressert notiert sogar im überverkauften Niveau und auch der Abstand zur 21-Tage-Linie eröffnet weiteres Aufwärtspotenzial.

Dennoch muss am Rekordniveau mit verstärkten Gewinnmitnahmen gerechnet werden. Solange der Markt aber über der 200-Tage-Linie und damit der langfristigen Aufwärtstrendlinie (s. Wochenchart) handelt, bleiben die mittelfristigen Perspektiven positiv. Erst wenn der DAX unter das Juni-Tief zurückfallen sollte, dreht die Tendenz von positiv auf neutral. Bearisch wird es hingegen unterhalb von 7400 Zählern. Eine solche Korrektur ist derzeit aber unwahrscheinlich.

 

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Kanal gibt die Richtung vor

Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt zusätzlich stabilisierend.

Zuletzt wurde die untere Begrenzung Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Wie bereits vermutet, kann die Kurserholung im Frühjahr als Blaupause für die aktuelle Projektion genutzt werden. Nach dem Test zeigte der DAX eine dynamische Erholung, die bisher aber noch nicht bis zum vorherigen Bewegungshoch reichte. Erst wenn diese Marke überwunden wird, dürfte der Markt erneut die Mitte des Kanals bei derzeit rund 8900 Zählern anlaufen.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7860 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein. Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

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Der nächste große Rallyschub

Im Monatschart zeigt sich sehr deutlich die Relevanz der weiteren Kursentwicklung. Sollte der DAX seine Aufwärtsbewegung auch in den Monaten fortsetzen, wird eine seit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung nach oben hin aufgelöst. Ähnlich sich auch das langfristige Chartbild im S&P 500 aus. Noch ist es aber zu früh, von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen. Ein Monatsschluss unter der 8000er-Marke und damit auch unter den 2007er-Hochs würde berechtigte Zweifel aufkommen lassen.

Mittel- bis langfristig weist der Weg für den DAX aber aufwärts. Seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung der vergangenen 13 Jahre auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Dennoch kann ein erneuter Test der langjährigen Aufwärtstrendlinie nicht ausgeschlossen werden. Aktuell verläuft der kritische Bereich um 5360 Punkten.

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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