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By 30. April 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Neue Turbulenzen in Sicht

Mit den deutlichen Gewinnen am Dienstag haben die Käufer einen ersten Grundstein gelegt. Doch noch ist der Kampf im kurzfristigen Zeithorizont noch nicht entschieden. Allerdings könnte es nun wieder ungemütlicher werden.   

Stundenanalyse:

Mit einer kleinen Aufwärtslücke startete der DAX gestern in den Handel, bestätigte anschließend die frische Unterstützung um 9500 von oben und setzt sich bis zur Schlussglocke über die nächste schwache Hürde bei 9550. Im Tageschart bildete sich eine längere weiße Kerze mit einer kleinen Lunte, die eher bullisch einzuschätzen ist. Das Handelsvolumen lag mit 3,5 Mrd. Euro auf einem leicht erhöhten Niveau, die anziehenden Kurse wurden somit von steigenden Umsätzen begleitet. Mit Deutscher Börse und VW beendeten nur zwei der 30 Papiere den Tag mit Verlusten, wir sahen eine marktbreite Aufwärtsbewegung. Auch  die in den vergangenen Tagen eher schwache Siemens-Aktie wurde gekauft, bliebt mit 0,6 Prozent Zuwachs aber deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Angetrieben wird der Index von den drei Schwergewichten Allianz, BASF und Bayer. Knapp die Hälfte der Blue Chips notiert wieder über ihrer 21-Tage-Linie, die kurzfristige Marktstimmung verbessert sich seit einigen Tagen. Überhitzungen sind im mittelfristigen Bereich noch nicht zu erkennen, nur bei BASF, Münchener Rück, ThyssenKrupp und VW weist der kurzfristige Durchschnitt aufwärts. Seitwärtstrends dominieren das Bild und lassen entsprechend viel Luft nach oben und unten. Lufthansa, Bayer und Continental werden heute ex Dividende gehandelt.

Der VDAX New als Nervositäts-Indikator sank um knapp sieben Prozent auf 17,3 Punkte, bleibt also vorerst auf einem erhöhten Niveau. Grund ist die nach wie vor angespannte Lage in der Ukraine und die bevorstehenden Höhepunkte (Fed-Entscheidung, Arbeitsmarkt).

Vorbörslich werden Kurse von 9565 aufgerufen, der DAX sollte somit oberhalb der ersten schwachen Unterstützung um 9550 in den Tag starten. Kurzzeitige Rücksetzer sind durchaus zu erwarten, im Idealfall behauptet sich der Markt aber jeweils per Stundenschluss auf dem erhöhten Niveau. Nach oben sind vorerst keine weiteren Hürden zu erkennen. Erst rund 100 Zähler weiter nördlich  lauert das jüngste Bewegungshoch. Dies dient aber nur zur Orientierung. Der mittelfristig nach wie vor entscheidende Widerstand liegt um 9700 / 9720. Erst wenn der DAX auch hier weiter gekauft wird und höhere Bewegungshochpunkte abliefert, dürfte auch das bisherige Rekordhoch bei knapp 9800 nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg in fünfstellige Kursregionen. Solange die Schwelle aber gültig bleibt, ist eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung das präferierte Szenario.

Angesichts des vollen Terminkalenders ist ein Anstieg bis auf oder über 9720 für den heutigen Tag eher unwahrscheinlich. Ich erwarte eher einen lustlosen Handelstag, bei dem keine relevanten Marken verletzt werden. Erst nachbörslich dürfte es deutlich volatiler werden. Morgen bleibt die Börse zudem geschlossen, erst am Freitag (US-Arbeitsmarktdaten) können Trader wieder aktiv werden.

Auf der Unterseite stützt neben der 9550 auch die 9500er-Region mit der 21-Tage-Linie. Fällt der DAX weiter zurück, steht erneut ein Test der wichtigen Zone um 9370 / 9400 auf der Agenda. 

DAXST1

 

Tagesanalyse:

Bald fallen die Würfel

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Im Tageschart der vergangenen Monate spitzt sich die Situation für den Deutschen Aktienindex zu. Während die Käufer seit Februar am Kursbereich um 9700 bereits mehrfach scheiterten, hielt bisher die untere Begrenzung des Aufwärtskanals jedem Angriff der Verkäufer Stand.

In den kommenden Wochen wird aber eine der beiden Marken brechen. Denn die südliche Extremzone der Range steigt immer weiter an und verläuft Ende Mai bereits im Bereich um 9600. Entweder kommt es zum Trendbruch und der DAX liefert ein Schwächesignal, oder der Deckel auf der Oberseite wird gelüftet.

Im negativen Fall dürften sich zügig weitere kurzfristig ausgerichtete Anleger aus dem Markt verabschieden und den Abwärtsdruck verschärfen. Eine schnelle Korrektur bis mindestens an die mittelfristig richtungsweisende Unterstützung mit der 200-Tage-Linie um 8950 / 9000 wäre zu erwarten.

Erfolgt hingegen der Sprung über die 9700, stellt das Rekordhoch nur eine psychologische Hürde dar. Fünfstellige Kurse dürften nur eine Frage der Zeit sein.

Welches Szenario wahrscheinlicher ist, lässt sich derzeit noch nicht seriös beantworten. Das nach wie vor bestehende Verkaufssignal im MACD auf Wochenbasis deutet aber eher auf die bearische Alternative.

DAXT

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Wochenanalyse:

8150 oder 10.300

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde. Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch ist aber das entscheidende Verkaufssignal nicht gegeben. Bis dahin bleibt eine Fortsetzung des Hausseimpulses wahrscheinlicher. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.300.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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