DAX 2013 – Wiederholt sich die Geschichte von 2000 und 2007?

Themen des Tages: Teil II der DAX-Analyse +++ Neue Details zur Kapitalerhöhung der Commerzbank

 

 

Fast täglich neue Rekorde in den wichtigsten Indizes – eigentlich besteht kein Grund, an der Rally zu zweifeln. Doch viele Anleger trauen sich nicht in den Markt oder haben die Aufwärtsbewegung bisher nur mit einer kleinen Position mitgemacht. Offenbar aus guten Grund, denn in der Vergangenheit startete der DAX ausgehend vom Kursniveau um 8200 Zähler jeweils zu einer sehr langen und schmerzhaften Baisse. Im Vergleich zu 2000 und 2007 gibt es aber gravierende Unterschiede, vor allem was das fundamentale Umfeld angeht. Im ersten Teil (LINK) hatte ich nicht nur auf die Bewertungsunterschiede hingewiesen, sondern vor allem das Zinsumfeld. Während 2000 und 2007 deutsche Staatsanleihen eine gute Verzinsung abwarfen, wird aktuell gerade der Mangel an Anlagealternativen als wesentlicher Kurstreiber an den Aktienmärkten angeführt.

Lassen wir nun aber die Charts sprechen. Gibt es möglicherweise Signale, Kursmuster oder Indikatoren, die bei beiden Topbildungen zu finden sind und die frühzeitig auf eine Trendumkehr hingewiesen hätten? Eine zweite Bedingung erschien mir ebenfalls wichtig. Indikatoren und technische Hilfsmittel, die nur Experten vorbehalten sind, blieben bei der Analyse außen vor. Deshalb kommen nur solche Hilfsmittel in die engere Wahl, auf die jeder Börsianer über einfache Tools zugreifen kann.

Wer bereits zur Jahrtausendwende an den Aktienmärkten aktiv war, wird sich sicherlich noch an die paradiesischen Zustände erinnern. Eigentlich war es fast egal, welche Aktie das Depot bereicherte, da ohnehin fast alle Papiere an Wert zulegten. Allein zwischen November 1999 und März 2010 stieg der DAX um 45 Prozent. Bis in den Spätsommer hielten sich die Kurse noch über der 7000, danach begann der mehrjährige Salamicrash. Als guter Signalgeber erwies sich die 200-Tage-Linie, im Wochenchart dargestellt als 40-Perioden-Durchschnitt. Im September wurde die Linie bei rund 7200 Punkten nachhaltig nach unten unterboten. Bereits zum Monatsende sackte der DAX auch unter das bisherige Jahreshoch, im Kursbild dargestellt als blaue Unterstützungszone. Nach einem zügigen Anlauf von unten an den langfristigen Durchschnitt ging den Käufern endgültig die Luft aus. Zum Jahreswechsel testete der Markt mehrmals den horizontalen 6800er-Bereich, ehe der schmerzhafte Abverkauf einsetzte. Bereits im April lieferte der MACD ein deutliches Verkaufssignal und war somit ein guter Signalgeber für die sich eintrübende charttechnische Verfassung des Marktes. Beachten Sie bitte auch den ersten Schnittpunkt von horizontaler Unterstützung und der 200-Tage-Linie im Juli (grüner Pfeil).

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Sieben Jahre später haben wir eine etwas andere Situation, denn der DAX pendelte recht lange in einer Trading-Range zwischen 7200 bis 8100 Punkten. Dennoch finden sich auch bei dieser Top-Bildung viele Parallelen mit der Entwicklung im Jahr 2000. Im August stieg die 200-Tage-Linie über das kurz zuvor ausgebildete Bewegungstief (grüner Pfeil), im Januar 2008 fiel der DAX auch Wochenbasis unter den langfristigen Durchschnitt. Bis in den Mai hinein kam es noch einmal zu einer Erholung bis an das Sommer-Tief bei 7200 Punkten. Auch die nur wenige Zähler höher verlaufende, bereits fallende 200-Tage-Linie belastete den Markt bereits. Bereits seit Juni deutete der MACD auf eine bevorstehende Schwäche und erwies sich somit erneut als guter Signalgeber.

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Das letzte Chartbild zeigt die aktuelle Situation. Es ist schon erstaunlich, aber auch im Jahr 2013 scheint der DAX ein ähnliches Kursverhalten zu zeigen wie bereits 2000 und 2007. Im März fiel die MACD-Linie unter die Signallinie, wobei der Indikator seit einigen Monaten eher seitwärts tendiert und kein klares Top ausbildete. Unstrittig ist hingegen der bereits erfolgte Anstieg der 200-Tage-Linie über das Unterstützungsband bei rund 7500 Punkten (grüner Pfeil).

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Bleibt das Verhaltensmuster bestehen, ist in den kommenden Wochen und Monaten darauf zu achten, ob der DAX unter die nun zügig steigende 200-Tage-Linie fällt. Sollte es dazu kommen, wäre dies ein weiterer Hinweis auf eine sich eintrübende charttechnische Entwicklung. Spätestens bei einem Rücksetzer unter das bisherige Jahrestief sollten Anleger ihre Positionen eng absichern, Puts den Long-Positionen gegenüberstellen oder Buchgewinne realisieren.

 

Kurz noch zum heutigen Tag:

Der DAX startet etwas schwächer in den Handel, wobei die Abschläge bei den Einzelwerten noch gering ausfallen. Mit einer Ausnahme: die Aktien der Commerzbank sacken um knapp fünf Prozent ab. Nach Angaben des Handelsblatts startet die auf der Hauptversammlung genehmigte Kapitalerhöhung über 2,5 Mrd. Euro am Dienstag. Berichten zufolge soll der Abschlag zum aktuellen Aktienkurs des Instituts in der
Höhe von 35 Prozent liegen, das wären etwa sieben Euro. Aus den Türmen der Commerzbank gab es keinen Kommentar. Auf der Konjunkturseite stehen heute US-Einzelhandelsumsätze um halb drei und Lagerbestände um 16 Uhr an.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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