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By 16. Oktober 2013 Read More →

Wäre eine Einigung schlecht für die Börse?

Themen des Tages:  Fitch senkt den Ausblick +++  Angstbarometer legt deutlich zu +++ Tradingpsychologie – mögliche Marktreaktionen 

 

Der erste „Schuss vor den Bug“ erfolgte gestern nach Börsenschluss durch die Ratingagentur Fitch, die den Ausblick für die USA auf „Negativ“ reduzierte. In den kommenden sechs Monaten könnte es nun zu einer Abstufung kommen. Zwar rechnet Fitch weiterhin mit einer Einigung, die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls sei aber erhöht und eine Anpassung daher notwendig. Zugleich würden die politischen Spielchen den Status des Dollars als Weltreservewährung in Gefahr bringen, was als negativ für die Kreditwürdigkeit der USA einzuschätzen ist. Dies sei aber genau der Grund, warum die USA – zumindest noch bei Fitch – ein AAA-Rating hätten, trotz höherer Verschuldung im Vergleich zu anderen AAA-Ländern. Auch die größere Ratingagentur Moody’s führt die USA derzeit noch mit einem AAA-Rating, während S&P bereits im August 2011 die Bonität der langfristigen Anleihen auf die zweitbeste Stufe AA+ anpasste.

 

 

Zum heutigen Handelstag

Von den Börsen in Übersee kommen eher schwache Vorgaben. In den USA beendeten die wichtigsten Indizes den Handel nahezu auf Tagestief und auch in Fernost zogen sich einige Anleger aus Aktien zurück. Der Nikkei blieb nahezu unverändert, Shanghai Composite und Hang Seng gaben zwischen 1,3 und 0,5 Prozent nach. Um rund 16 Prozent kletterte hingegen der amerikanische VIX-Index. Das Angstbarometer gibt die erwartete Schwankungsbreite der Marktteilnehmer an und steht aktuell bei knapp 19 Punkten.

Eine Frage dängt sich derzeit auf: Wie werden die Aktienmärkte reagieren, wenn es doch noch zu einer Einigung kommen wird bzw. wenn die erlösenden Nachrichten ausbleiben. Im Chart ist der S&P 500 abgebildet, sehr deutlich sind die kräftigen Gewinne der vergangenen Tage zu sehen. Eine mögliche Einigung scheint somit bereits zu einem Teil eingepreist zu sein, jetzt wartet der Markt nur noch auf die Bestätigung. Sollte die Hoffnung erfüllt werden, ist mit einer kurzen, knackigen Aufwärtsbewegung zu rechnen. Aber dann? Buy the rumor, sell the fact – Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Tatsachen? Die bekannte Börsenweisheit könnte erneut bestätigt werden, zumal die jüngsten Gewinne auf einem dünnen Fundament stehen. Im S&P ging das Handelsvolumen in den vergangenen Tagen kontinuierlich  zurück. Es scheint fast so, also ob nur einige Zocker mit kleinen Positionen dabei sind, und sich schnell wieder verabschieden sowie Gewinne einstreichen, wenn die Wette auf eine Einigung richtig war. Lediglich bei unerwartet positiven Impulsen durch die Fed oder überraschend starken US-Bilanzen ist mit weiten Anschlusskäufen zu rechnen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Relativ einfach gestaltet sich die Prognose natürlich, wenn keine Einigung erzielt wird. Die kurzfristigen Long-Positionen würden sofort verkauft und auf die entgegengesetzte Entwicklung – sprich Rezession – spekuliert. In diesem Fall dürfte der S&P sehr schnell die 2000 / 2007-erHochs um 1550 erneut anlaufen.

Der Euro stabilisierte sich im asiatischen Handel bei 1,352 Dollar, nachdem es gestern Nachmittag zu einem deutlichen Rücksetzer von 1,356 auf 1,348 gekommen war. Offenbar bleibt der Greenback in Zeiten hoher Risikoaversion als sicherer Währungshafen gefragt, denn nahezu zeitgleich kamen erste negative Meldungen aus Washington. Dazu passt auch die Entwicklung bei den Edelmetallen, besonders bei Gold. Im Tagestief lag die Feinunze am Dienstagnachmittag bei rund 1250 Dollar, aktuell werden 1282 Dollar aufgerufen. Für eine Trendwende im kurz- oder mittelfristigen Bereich  reicht diese technische Erholung natürlich noch nicht aus.

 

 

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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