By 19. Februar 2013 Read More →

US-Leitindex in kritischer Phase

Während der DAX noch den kräftigen Anstieg seit Mitte November verdaut, zeigen die amerikanischen Indizes seit Jahresbeginn eine deutliche Outperformance. Doch die Anzeichen für eine Korrektur an der Wall Street mehren sich.

 

Auf den ersten Blick fällt der Performance-Unterschied kaum auf: Mitte November bildeten sowohl der S&P 500 als auch der DAX ein markantes Tief, das zugleich den Ausgangspunkt für die noch laufende Aufwärtsbewegung darstellt. Während der DAX (rot) aber vor allem bis zum Jahresende stark zulegte, fielen die Gewinne im S&P 500 (blau) deutlich geringer aus. Erst mit dem Jahresauftakt scheint sich das Blatt zu wenden. In der Gunst der Investoren haben die US-Aktien deutlich an Wert gewonnen. Nicht nur der erste Handelstag im neuen Jahr fiel an Wall Street deutlich besser aus als beim heimischen Aktienbarometer. Auch im gesamten Januar hielt die Aufwärtstendenz an mit der Folge, dass der S&P bis Anfang Februar die kurzzeitige Outperformance des DAX kompensierte.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Auffällig ist vor allem der starke Rücksetzer des DAX zu Monatsbeginn im Vergleich zum US-Index. Sorgen über die Wahlen in Italien und die Korruptionsvorwürfe in Spanien ließen die Anleger im „alten Europa“ zuletzt wieder vorsichtiger agieren. Hinzu kommt der Liquiditätsentzug durch die EZB. Nachdem bereits im Januar die Banken damit begonnen haben, Gelder aus den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (LTRO) zurückzuzahlen, folgt Ende Februar der erste Termin für die zweite große Tranche. Schätzungen zufolge kann die EZB mit 100 bis 150 Mrd. Euro rechnen, seit Jahresbeginn hat sie bereits 300 Mrd. Euro aus ihrer Bilanz genommen, schreiben die Analysten von Jefferies. Die Effekte aus der Bilanzreduzierung schlagen natürlich auch auf die Aktienmärkte durch. Während alle anderen Zentralbanken die Notenpresse laufen lassen und keine Signale senden, dies zu ändern, zieht die EZB Geld ein.

 

Lehren aus der Vergangenheit

So ganz allmählich scheint aber auch den Bullen in den USA die Puste zu versagen. Übergeordnet befindet sich der S&P 500 in einem Aufwärtstrend, daran besteht kein Zweifel. Allerdings ist der Leitindex nach der jüngsten Rally an eine Pullbacklinie gelaufen, die sich bis in den Sommer 2011 zurückverfolgen lässt. Bisher scheiterte jeder Angriff der Bullen, die Hürde zu überwinden. Zwar kann es ähnlich wie im Frühjahr 2012 zu mehreren Test von unten kommen. Letztlich folgte aber nach jedem Anlauf ein scharfer Rücksetzer. Die sehr kleinen Kerzenkörper der vergangenen Handelstage, auch Dojis genannt, sind ein weiterer Hinweis. Weder Bullen noch Bären konnten den Tag für sich entscheiden. Stattdessen dominiert Unsicherheit den Handel, niemand wagt sich mit größeren Positionen in den Markt, weil die Luft und damit die Rückschlaggefahr zuletzt zugenommen haben. Bestätigt wird die Einschätzung durch den eher trägen aber in Trendmärkten zu bevorzugenden MACD. Der Indikator befindet sich aktuell wieder auf einem ähnlichen Niveau wie zu den zyklischen Hochpunkten im Frühjahr und Herbst 2012. Passend dazu rutschte die schnellere MACD-Linie vor wenigen Tagen unter die Signallinie und lieferte ein Verkaufssignal, das durch erste negative Divergenzen bestätigt wird.

 

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Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein schwacher Handelstag und somit eine lange schwarze Kerze, deren Tagesschluss möglichst deutlich unter den Tiefs der Dojis liegen sollte. In diesem Fall dürfte der S&P auch aus einem sehr steilen Trendkanal nach unten fallen und die nächste Unterstützung bei knapp 1500 Punkten testen. Der überhitzte Zustand lässt aber eher eine größere Konsolidierung erwarten. Erst der Kumulationspunkt aus horizontaler Unterstützung, 55-Tage-Durchschnitt, 38,2% Fibonacci-Niveau und Umsatzhäufung bei 1460 / 1475 Zählern erscheint ausreichend stabil.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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