Trading-Chance wie im Bilderbuch Teil II
Themen des Tages: Wann wird die Fed aktiv? +++ EUR/AUD weiterhin im Rallymodus +++ Bilanzen geben keine klare Richtung vor
Eigentlich ist es nur eine Randnotiz , aber wer sich die gestrige Kursentwicklung an den US-Aktienmärkten genauer anschaut, dem fällt ein kurzer aber scharfer Rücksetzer gleich zu Handelsbeginn auf. Nun lässt sich nach der jüngsten Rekordjagd natürlich vortrefflich darüber streiten, warum die Kurse kurzzeitig nachgaben. Sicherlich dürften Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen, aber auch Aussagen des Präsidenten der Federal Reserve Bank von Dalls, Richard Fisher. In einer Rede betonte der bekennende Gegner der Quantitative Easing-Maßnahmen, dass der geldpolitische Ausschuss der Fed einer Reduzierung der Stützungskäufe näher sei als einige Investoren glauben. Wichtig sei vor allem, dass die Rückführung der Anleihekäufe sehr vorsichtig erfolgt, um Chaos an den Märkten zu verhindern. Da zudem auch der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf der erfreulichen Seite überraschte, nahmen kurzzeitig die Sorgen wieder zu, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe bereits auf der Sitzung im September zurückfahren könnte. Das Thema hängt zweifellos wie ein Damoklesschwert über den Kursen und erschwert eine weitere Aufwärtsbewegung.
Auf der anderen Seite der Erde, genauer gesagt in Australien, sind die Perspektiven hingegen komplett verschieden. Am Morgen senkte die australische Notenbank den Leitzins auf das Rekordtief von 2,5 Prozent. Die Maßnahme spiegelt das Dilemma wider, in dem sich das Land seit einigen Monaten befindet: Wegen der schwächeren Nachfrage des größten Handelspartners China sinken die Rohstoffpreise und setzen der Volkswirtschaft kräftig zu. Anders als die offiziell gemeldeten Konjunkturdaten aus China spiegeln die wirtschaftlichen Auswirkungen auf dem fünften Kontinent ein wesentlich realistischeres Bild von der Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Wichtig für Investoren am Devisenmarkt: Anders als andere Notenbanken haben die Australier noch sehr viel Spielraum auf der Unterseite, weitere Zinssenkungen sind somit durchaus wahrscheinlich und dürften dem „Aussie“ weiter unter Druck setzen.

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Der Chart des Euro gegenüber dem Australischen Dollar zeigt es deutlich: Viel Luft, und zwar nach oben, lässt sich auch im Kursbild ausmachen. Ausgehend von rund 1,21 AUD Anfang April wertete der Euro in den vergangenen Wochen bis auf 1,50 AUD auf. Ich hatte bereits frühzeitig auf die Chancen hingewiesen (LINK). Das Ende der Fahnenstange ist hier sicherlich noch nicht erreicht. Zur Einordnung: Zwischen 2003 bis 2008 pendelte der Wechselkurs zwischen 1,55 bis 1,85 AUD. Wer noch nicht dabei ist, behalt den Kurs nun genau im Auge, denn auf Höhe der aktuellen Notierung liegt auch ein horizontaler Widerstand. Sollte auch die 1,50er-Marke genommen werden, dürfte der nächste Aufwertungsimpuls folgen.
Zum heutigen Handelstag
Während der breite Markt weiterhin auf der Stelle tritt und keine klaren Signale sendet, befinden sich einige Aktien in einer charttechnisch wesentlich spannenderen Lage. Bereits gestern erreichten Deutsche Börse, Metro, Morphosys, Aareal Bank, Deutsche Post und Bayer neue Bewegungshochs und glänzen aktuell mit relativer Stärke. Heute legen die Papiere des Logistikers nach guten Zahlen nach. Auch Bayer bleiben gesucht, während Merck, Munich Re und vor allem Lanxess deutlich für ihre Bilanzen abgestraft werden. K+S entwickelt sich hingegen zunehmend zu einem Spielball für Zocker. In der ersten Handelsstunde schwankt der Kurs zwischen 16,10 Euro und knapp 17 Euro – für einen DAX-Wert eine beachtliche Spanne.
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