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By 11. November 2013 Read More →

Tapering verliert an Schrecken

Marktausblick: Nach den US-BIP-Daten sowie den ISM-Indizes überraschte auch der Arbeitsmarktbericht auf der positiven Seite. Ein anderer Belastungsfaktor wird die Märkte in den kommenden Wochen aber mindestens ebenso beschäftigen wie die US-Konjunkturdaten.

Auch wenn der US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag deutlich geringere Kursreaktionen auslöste als der überraschende Zinsschritt der EZB, lohn es sich, die Zahlen noch einmal genauer zu betrachten. Denn schließlich beeinflusst die Entwicklung auf dem US-Jobmarkt wesentlich die Entscheidung der Fed, ihre monatlichen Anleiheaufkäufe unvermindert fortzusetzen oder nicht. Während der Arbeitsmarktbericht im September klar enttäuschte, lieferten die Oktoberzahlen das komplette Gegenteil. Der Konsens lag bei einem Stellenzuwachs von rund 120.000, tatsächlich wurden 204.000 neue Stellen geschaffen. Zudem revidierten die Statistiker die beiden Vormonatswerte um insgesamt 60.o00 nach oben. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,2 Prozent im September auf 7,3 Prozent im Oktober, der durchschnittliche Stundenlohn aller Beschäftigten kletterte nur leicht um 2 Cents auf 24,10 Dollar. Nach Einschätzung des Arbeitsministeriums waren die Ergebnisse der Unternehmensumfrage durch den Regierungsstillstand im Oktober nicht erkennbar beeinflusst.

Dies gilt allerdings nicht für die Arbeitslosenquote, die auf Basis von 60.000 telefonischen Befragungen durchgeführt wird. Denn auf Basis der Haushaltsumfragen zählen auch solche Personen als arbeitslos, die nur vorübergehend entlassen wurden. Im Oktober legte die Anzahl um rund 448.000 zu. Der gemeldete Anstieg bei der Arbeitslosenquote dürfte somit zu einem wesentlich Teil dem zweitweisen Regierungsstillstand geschuldet sein.

Mit Blick auf die ebenfalls positive Entwicklung beim Bruttoinlandsprodukt sowie den ISM-Indizes gewinnt die Fed-Sitzung Ende Dezember wieder an Relevanz. Zumindest auf Basis der jüngsten Daten ist die Wahrscheinlichkeit wieder gestiegen, dass die Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung im Dezember eine Reduktion des Anleiheaufkaufprogramms ankündigen könnte. Wichtig erscheint daher vor allem der Arbeitsmarktbericht für November. Wird die positive Tendenz bestätigt und zeichnet sich auch eine mögliche Lösung im US-Haushaltsstreit ab, dürfte der Markt ein Tapering langsam einpreisen. Noch rechnet die Mehrzahl der Analysten aber mit einer Rückführung erst im März. Gerade die politische Komponente wird in den kommenden Wochen wieder vermehrt an Bedeutung gewinnen. Bis Mitte Dezember soll eine paritätisch besetzte Kommission des Abgeordnetenhauses und Senats einen Kompromissvorschlag ausarbeiten. Am Wochenende brachten sich die Gegner bereits in Stellung. So wollen die Demokraten bestimmte Steuererleichterungen vor allem für vermögende US-Amerikaner streichen.

Zumindest die Kursreaktionen am Freitag zeigten, dass das Tapering ein wenig an Schrecken verloren hat. Nach einem kurzen Rücksetzer beendeten die wichtigen Indizes den Handel nahe den Tageshochs. Spannend wird es erneut beim Dow Jones. Vor einigen Tagen (Fed-Sitzungen als böses Omen) hatte ich auf ein interessantes Kursmuster hingewiesen, das nun erneut auf dem Prüfstand steht. Sollte der Dow die obere Begrenzung nachhaltig überwinden, wäre dies zweifellos sehr bullisch zu werten und könnte – auch mit Blick auf die günstige Saisonalität – kräftige Anschlusskäufe nach sich ziehen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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