By 10. Oktober 2013 Read More →

Tapering-Plan ist Geschichte, dazu RWE, ThyssenKrupp, Kabel Deutschland

Themen des Tages:  Geldpolitik löst alle Probleme +++  Fed-Protokoll +++ RWE, ThyssenKrupp, Kabel Deutschland

 

Die Würfel sind gefallen, zumindest mit Blick auf die Nachfolge von Fed-Chef Ben Bernanke haben wir nun Klarheit. Ein Erfolg in den sonst so unsicheren Zeiten. Ab Anfang Februar 2014 wird also wie erwartet Janet Yellen das Zepter der amerikanischen Notenbank in der Hand halten, sofern der Senat die Nominierung von US-Präsident Barack Obama bestätigt. Eine Zustimmung gilt aber so gut wie sicher. Yellen ist davon überzeugt, dass Geldpolitik alle Probleme lösen muss. Bereits in der Vergangenheit hat sie sich im Zweifel immer für einen expansiven Kurs der Notenbank ausgesprochen, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Für die Börsen bedeutet dies eine Fortsetzung der sehr expansiven Politik, billiges Geld wird somit auch weiterhin reichlich vorhanden sein. Eigentlich ein perfekter Mix, wenn sich zugleich auch die Konjunktur- und Unternehmensdaten verbessern sollten.

Das gestern veröffentlichte Protokoll der letzten Fed-Sitzung vom 18. September lieferte kaum überraschende Erkenntnisse. Ben Bernanke und Janet Yellen stimmten beide für eine Fortsetzung der Anleihekäufe. Letztlich votierte nach langer Diskussion nur Esther George, Präsidentin der Notenbank von Kansas City für ein unmittelbares „Tapering“. Allerdings rechneten zum damaligen Zeitpunkt die meisten Sitzungsteilnehmer noch in diesem Jahr mit einem solchen Schritt. Diese Meinung dürfte sich inzwischen aber wegen des anhaltenden Haushaltsstreits und den bisher nicht abzuschätzenden Auswirkungen auf die US-Konjunktur grundlegend geändert haben. Fakt ist, dass die realwirtschaftlichen Folgen den bisherigen Tapering-Plan komplett verändern. Die aktuelle Situation kann nicht mehr mit der Ausgangslage von Mitte September verglichen werden. Immerhin, die Notenbanker sprachen bereits über die Gefahren einer Haushaltskrise als mögliches Risikoszenario. Diese Befürchtungen haben sich nun bestätigt.

 

 

Zum heutigen Handelstag

Zumindest zum Auftakt dürften die Pluszeichen überwiegen, der DAX steht kurz vor Beginn um 0,5 Prozent fester bei 8560. Berichten zufolge sind die Republikaner bereit, kurzfristig die Schuldenobergrenze anzuheben, um etwas mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen. Anlegern droht somit eine Fortsetzung der gelähmten Märkte.

ThyssenKrupp übernimmt die rote Laterne im DAX. Zahlreiche Unsicherheitsfaktoren belasten. Gerüchte über eine mögliche Kapitalerhöhung drücken ebenso auf die Stimmung wie der seit Monaten stockende Verkauf der defizitären Stahlwerke in Übersee. Um die Kostenseite etwas besser in den Griff zu bekommen, sollen nun einige Unternehmensteile ins Ausland verlagert werden. Zudem gibt es einige Veränderungen im Aufsichtsrat – der scheidende Telekom-Chef Rene Obermann wird offenbar noch in diesem Jahr zu ThyssenKrupp wechseln.

Im Tagesverlauf sollte auch die RWE-Aktie beobachtet werden. Heute beginnen die Sondierungsgespräche zwischen der Union und den Grünen. Aus Berlin kamen bereits Forderungen, so soll RWE seine Braunkohleplanungen revidieren. Der Vorstoß der Grünen bremst zunächst den jüngsten Höhenflug der Aktie, RWE erzielt rund 60 Prozent seines Stroms aus Kohle. Auch charttechnisch steht der Energiewert vor einer hohen Hürde, denn unmittelbar über dem aktuellen Kurs verläuft ein langfristiger Abwärtstrend.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Einige schlechte Nachrichten kommen aus der zweiten Reihe. Nachdem vor gut drei Wochen auch die EU grünes Licht für die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone gab, blieb es zuletzt ruhig um den größten Netzbetreiber Deutschlands. Bis gestern nach Börsenschluss, als das Unternehmen zur Halbzeit des Geschäftsjahres offenbar erkannte, dass die Erlösziele nicht mehr erreicht werden. Der Umsatz fällt schwächer aus als erwartet, dazu kommen ungewisse Rechtsstreitigkeiten mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten und außerplanmäßige Aufwendungen, verursacht aufgrund der Übernahme. Genügend Zündstoff für die heute angesetzte Aktionärsversammlung. Denn auch die Dividende steht auf der Kippe. Bislang sollte mindestens der Vorjahreswert von 2,50 Euro überwiesen werden. Unter Druck steht die Südzucker-Aktie – mit 32 Prozent Verlust seit Jahresbeginn der schwächste Wert im MDAX. Operatives Ergebnis und Umsatz gingen im zweiten Quartal zurück, die Prognose wurde aber bestätigt.

Da weiterhin zahlreiche US-Bundesbehörden geschlossen bleiben, ist es fraglich, ob die für den Nachmittag angesetzten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht werden.

 

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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