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By 23. September 2013 Read More →

Eine einfache und kurzfristige DAX-Aktienstrategie

Themen des Tages:  Wahl wird zum Non-Event  +++ 30 DAX-Aktien im schnell-Check +++ Stühlerücken in den Indizes

 

 

Politische Börsen haben kurze Beine – eine Weisheit, die offenbar auch nach der Bundestagswahl vom Wochenende von vielen Investoren beherzigt wird. Der DAX zeigt sich zumindest zum Auftakt wenig beeindruckt, pendelt lustlos um den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Kein Wunder, denn wirklich große Überraschungen sind ausgeblieben. Frau Merkel bleibt weiter am Drücker, und wird wie in den vergangenen Jahren maßgeblich die Europapolitik bestimmen. Daran wird auch der neue Juniorpartner von CDU/CSU nichts ändern.  Beständigkeit in Berlin lautet somit die Ausgangslage, und auch der Euro zeigt sich unverändert, verteidigt nach dem Kurssprung vom vergangenen Mittwoch das erhöhte Niveau von 1,354 Dollar, zumal auch die eurokritische Partei AfD den Einzug in den Bundestag verpasste.

Ausgebremst wird der DAX aber auch von der überkauften Lage. Nicht nur die Indikatoren aus den Leitindex weisen seit einigen Tagen auf eine Konsolidierung, auch unter der Oberfläche sind die Indexmitglieder „heiß gelaufen“. Werfen wir dazu einen Blick auf den folgenden Chart, der die Anzahl der DAX-Aktien misst, die über ihrem 20-Tage-Durchschnitt notieren.

Quelle: Indexindicators.com

Quelle: Indexindicators.com

Wir betrachten mit dem 20-Tage-Durchschnitt oder auch Monatsmittelkurs einen kurzfristigen Signalgeber, der uns keine Informationen über die mittel- bis langfristigen Perspektiven liefert. Ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis für Long-Investments liegt vor, wenn die grüne Linie möglichst weit unten verläuft. Viele Aktien weisen zu dieser Zeit eine deutlich überverkaufte Lage auf. Notieren nur noch fünf bis 20 Prozent der DAX-Aktien über ihrem 20-Tage-Durchschnitt, ist zumindest eine Erholung von wenigen Tagen sehr wahrscheinlich. Entsprechend gering ist die Gefahr von weiteren Verlusten, für Trader eröffnen sich gute Einstiegsgelegenheiten mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis. Aktuell sehen die Vorzeichen natürlich anders aus, denn 87 Prozent der Blue Chips notieren über ihrem Monatsmittelkurs. Erfahrungsgemäß neigt der Markt ab einem Niveau von 83 Prozent zu einer Korrektur. Diese kann, wie bereits in der DAX-Chartanalyse beschrieben, recht harmlos über eine Seitwärtsbewegung verlaufen oder etwas dynamischer mit deutlicheren Kursverlusten. Bespiele finden sich im Chart für beide Varianten: Zuletzt notierten Mitte Juli rund 84 Prozent der DAX-Aktien über ihrer kurzfristigen Signallinie. Der DAX pendelte in den Folgewochen seitwärts. Ganz anders die Reaktion Mitte März, als ähnlich viele DAX-Werte überkauft waren, der Index im Anschluss aber um rund 700 Zähler korrigierte.

Welche Reaktion der DAX in den nächsten Tagen und Wochen zeigen wird, kann niemand vorhersagen. Bleiben Sie daher vorerst an der Seitenlinie und warten ganz entspannt ab, wenn sich das Chance-Risiko-Verhältnis wieder verbessert hat und nur noch fünf bis 20 Prozent der DAX-Aktien über ihrem 20-Tage-Durchschnitt notieren. Wer etwas risikofreudiger ist, kann natürlich auch mit einer kleinen Position short gehen. Neben ETfs oder Knock Out Bear-Produkten bieten sich natürlich auch Put-Optionsscheine an. Vor allem die aktuell recht geringe Volatilität spricht für die klassischen Papiere. Der VDAX-New notiert bei rund 16,5 Punkten, ein Niveau, von dem aus es seit April immer wieder zu einer erhöhten Nervosität kam. Gut für Put-Optionsscheine, denn diese profitieren nicht nur von fallenden Kursen sondern auch von der anziehenden Vola. Achten Sie beim Kauf auch auf eine ausreichende Restlaufzeit, damit der Einfluss des abnehmenden Zeitwertes nicht zu sehr den Kurs belastet. Natürlich eignen sich Short-Produkte nicht nur zur Spekulation auf fallende Kurse, sondern auch zur Depotabsicherung.

Interessant erscheint für die kommenden Tage und Wochen zum Beispiel ein Put-OS der BNP (WKN: BP9N88) mit einem Basispreis bei 8600 Punkten und einer Laufzeit bis Mitte Juli 2014. Das Omega oder auch der effektive Hebel liegt bei 7,4. Fällt der DAX um ein Prozent, legt der Wert des Optionsscheins um gut sieben Prozent zu. Fällt der DAX zum Beispiel bis Mitte Oktober auf seine massive Unterstützung bei 8100 Punkten zurück, klettert der Optionsschein von derzeit 5,30 Euro um 45 Prozent auf 7,70 Euro.

 

Zum heutigen Handelstag

Zu Wochenbeginn stehen einige Änderungen in den DAX-Indizes auf der Agenda. Entsprechend dynamisch könnten sich gerade die Indexaufsteiger und Indexabsteiger präsentieren. Euromicron und Süss Microtec verlassen den TecDAX, Compugroup und Nemetschek sind künftig im Technologiesegment zu finden. In den MDAX rücken Evonik, Osram und die RTL Group auf, während Baywa, Puma und SGL Group ihren Platz räumen müssen und in den SDAX absteigen. Kion und die Deutsche Annington werden ebenfalls in das Kleinwertesegment aufgenommen. Praktiker, SKW Stahl, Highlight Communications und SMT Scharf müssen den SDAX hingegen verlassen.

Ansonsten herrscht eher Ruhe auf dem Parkett. Der DAX startet rund 0,3 Prozent tiefer bei 8650 Punkten. Infineon legen um 1,4 Prozent zu und reagieren auf positive Aussagen von Finanzvorstand Dominik Asam. Unter Druck stehen hingegen RWE und E.ON. „RWE beschäftigt sich mit dem Gedanken, einzelne Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu veräußern, um Geld in die Kasse zu bekommen“, zitiert die „WirtschaftsWoche“ einen RWE-Insider.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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