By 13. September 2013 Read More →

RWE – wie weit reicht die Rally?, Gold stürzt ab, Twitter und ein kurioser Crash

Themen des Tages:  Energieaktien unter Strom +++ RWE im Chart-Check +++ Gold schwer angeschlagen +++ Twitter-Börsengang +++ Kevin Kaiser sorgt für Kursrutsch

 

Auch wenn sich der DAX gestern eine wohlverdiente Pause gönnte, dass Handelsvolumen mit 2,9 Mrd. Euro auf Xetra deutlich geringer ausfiel – bei einigen Einzelwerten war dennoch ordentlich Volatilität vorhanden. Gestern hatte ich an dieser Stelle die aktuelle Relative Stärke Liste nach Levy für den HDAX über eine Periode von 21 Tagen vorgestellt. Spannend war die Ausgangslage vor allem bei RWE: Extrem starkes Momentum und zugleich negative Nachrichten zur weiteren Dividendenentwicklung. Die Aktie startete deutlich tiefer in den Handel und kämpfte sich bis zum Handelsschluss an die DAX-Spitze. Die Handelsrange zwischen Tageshoch und Tagestief lag bei knapp zehn Prozent. Ähnliche Kurskapriolen zeigte auch E.ON. Trotz des jüngsten Kursfeuerwerks fällt die Bilanz seit Jahresbeginn immer noch deutlich negativ aus. Während der DAX um gut neun Prozent vorne liegt, handelt die E.ON-Aktie ohne Berücksichtigung der Dividende rund vier Prozent tiefer, RWE steht 18 Prozent unter Wasser. Eine noch schlechte Performance lieferten nur Lanxess und K+S ab. Die jüngste Entwicklung lässt aber Hoffnungen auf ein Revival bis zum Jahresschluss aufkommen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Aus rein charttechnischer Sicht ist allerdings noch nicht viel passiert. Erst jetzt wird sich  zeigen, ob der Energiewert wirklich vor einer kleinen Richtungsentscheidung steht. Denn im Bereich 26 bis 26,50 Euro verlaufen ein horizontaler Widerstand sowie die fallende 200-Tage-Linie. Knapp darüber zwischen 28 bis 28,50 Euro belastet zudem ein mehrfach bestätigter, seit April 2010 bestehender Abwärtstrend, an dem es ebenfalls zu verstärkten Gewinnmitnahmen kommen kann. Erst wenn RWE auch über 29 Euro gekauft wird, stehen die Chancen für eine weitere Erholung bis an die nächste Barriere um 37 Euro recht gut. Zumindest die deutliche Zunahme beim Handelsvolumen in den vergangenen Tagen spricht dafür, dass hier auch einige größere Adressen auf einen Richtungsumschwung setzen.

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Nicht minder spannend ist die Lage derzeit bei Gold. Belastet durch die sich abzeichnenden diplomatischen Erfolge in der Syrien-Krise sowie der erwarteten bevorstehenden Ankündigung einer Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank in der kommenden Woche kam gestern der Goldpreis kräftig unter die Räder. An der Rohstoffbörse in Chicago wurde der Handel sogar für wenige Sekunden ausgesetzt, nachdem eine Reihe von automatischen Verkaufsaufträgen bei rund 1350 Dollar einsetzten. Am Morgen steht die Feinunze rund 0,8 Prozent tiefer auf einem Vierwochentief von 1315 Dollar. Zuverlässige Unterstützungen sind aktuell noch Mangelware. Bei 1300 verläuft auch das 50 Prozent Fibonacci-Retracement der Juni / August-Erholung. Die Dynamik der vergangenen Tage spricht aber eher für eine ausgedehntere Korrektur bis mindestens an die etwas robustere Zone um 1250 bis 1270 Dollar. Sollte auch hier der Verkaufsdruck dominant bleiben, trübt sich die Lage für das Edelmetall deutlich ein, zumal auch trendfolgende Indikatoren wie der MACD ist vor wenigen Tagen ein lehrbuchmäßiges Verkaufssignal lieferten. Kaufenswert erschein Gold hingegen erst oberhalb von 1420 Dollar.

Gold

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Zum heutigen Handelstag

Der Datenkalender bietet zum Wochenschluss mehr als in den vergangenen Tagen, vor allem aus den USA kommen einige interessante Wirtschaftszahlen. Einen Blick wert sind die Einzelhandelsumsätze, immerhin steht der private Verbrauch für rund 70 Prozent des amerikanischen BIP. Zudem kommen noch die Erzeugerpreise und die Michigan-Umfrage.

In Frankfurt startet der DAX recht ruhig in den Handel, steht etwas tiefer bei 8480 Punkten. Im HDAX-Performance-Ranking übernimmt Gerry Weber nach einem enttäuschenden Ausblick die rote Laterne. Die Aktie stürzt um zehn Prozent ab. Der Modehändler musste erneut die Prognose für das laufende Geschäftsjahr per Ende Oktober nach unten anpassen. Kräftig aufwärts geht es für Rhön-Klinikum. Nach dem Verkauf weiter Konzernteile an Fresenius soll ein Großteil der Einnahmen an die Aktionäre zurückgegeben werden. Geplant wird eine Ausschüttung von 1,9 Mrd. Euro, dass entspricht rund 13,80 Euro je Aktie. Zudem sollen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten reduziert werden. Die Aktie springt um 13 Prozent an, für Fresenius geht es um vier Prozent aufwärts.

Die Meldung der Woche – zumindest am IPO-Markt – kommt aber von Twitter. Über einen Tweet, der in den ersten vier Stunden rund 11.000-mal weitergetwittert wurde, teilte das sieben Jahre alte Unternehmen aus San Francisco mit, dass es bei der US-Börsenaufsicht SEC einen vertraulichen Antrag für eine Neuemission eingereicht hat. Der Vorteil für Twitter: Bei einem vertraulichen Antrag muss das Unternehmen zunächst keine Finanzdaten veröffentlichen und kann in Ruhe den Börsengang planen. Offensichtlich hat das Management aus dem Facebook Börsendebakel gelernt.

Welchen Einfluss einzelne Tweets bereits auf die Finanzmärkte haben, zeigte sich erst vor wenigen Tagen. Kevin Kaiser, ein 26-jähriger Angestellter der kleinen US-Analystenfirma Hedgeye, twitterte, es sei die beste Idee, bei Kinder Morgen short zu sein (LINK). Der US-Konzern ist der größte Betreiber von Öl- und Gaspipelines in Nordamerika und bringt es auf rund 90 Mrd. Dollar. Weitere Gründe lieferte Kaiser nicht, die Aktie rauschte dennoch in den Keller, rund vier Mrd. Dollar an Börsenwert wurden vernichtet. Inzwischen hat sich der Kurs wieder erholt.

 

 

 

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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