Risikobereitschaft sinkt

Discount-Anleger zeigen sich von der Rekordjagd der US-Indizes unbeeindruckt und positionierten sich im März wieder etwas defensiver im DAX. Im Durchschnitt lag die maximale Gewinnschwelle knapp 11% unter dem Index-Stand.

 

Discountzertifikate-Anleger sind im März wieder vorsichtiger geworden. Der von der UBS berechnete Investor Sentiment Index, der die Risikobereitschaft der Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX misst, ist im Monatsdurchschnitt auf ein Niveau von 10,7 gefallen. Das heißt, Anleger haben im März im Schnitt den Cap ihrer erworbenen Discounter 10,7 Prozent unter dem aktuellen DAX-Stand gewählt. Im Februar hatte der UBS-Index noch eine große Portion Optimismus versprüht. Damals lagen die Caps im Monatsdurchschnitt rund 7,6 Prozent unter dem aktuellen DAX-Stand. Richtig optimistisch werden die Discount-Freunde selten, wenn man bedenkt, dass der Zwölf-Monats-Durchschnitt des UBS Investor Sentiment Index in etwa bei minus 15 Prozent liegt.

 

Quelle: UBS

Quelle: UBSUBS2

 

Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen Inhaber von Discount-Zertifikaten die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge nicht ausschließen. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

 

Noch kein wesentlicher Stimmungsumschwung

Anleger waren im gesamten März vorsichtig. Anfang und Mitte März als die Kurse im DAX noch zulegten, lag der durchschnittliche Cap rund zehn Prozent unter dem aktuellen Stand des deutschen Leitindex. Als die Kurse zum Ende des Monats leicht gefallen sind, nahm gleichzeitig auch das Sicherheitsbedürfnis zu. Die Entwicklung in Zypern hat hier ihre Spuren hinterlassen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Cap von rund 12,2 Prozent unter dem DAX-Stand gemessen. Der niedrigste gewählte Cap lag im März bei 6.200 Punkten, während der höchste durchschnittliche Cap eines Tages bei 7.773 Punkten lag.

„Die Entwicklung in der Eurozone und die Krise um Zypern haben im März das Verhalten der Anleger beeinflusst“, sagt Marcel Langer, Director bei UBS. „Trotzdem sind die Unterschiede zur Anlegerstimmung im Februar nicht gravierend. Das Sentiment der Anleger war weiterhin grundsätzlich positiv.“

Posted in: Marktanalysen

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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