By 24. September 2013 Read More →

Risiken und Nebenwirkungen

Themen des Tages:  verbale Interventionen der FOMC-Mitglieder stiften eher Verwirrung +++ US-Haushaltsstreit – Erinnerungen an die Clinton-Ära+++ ifo-Index positiv erwartet

 

 

Für die Finanzmärkte ist die Bundestagswahl vorerst abgeschlossen. Auch wenn die Verhandlungen für CDU/CSU nicht einfach werden, rechnet die Mehrzahl der Strategen nach wie vor mit einer großen Koalition. Ein gewisses Restrisiko, Stichwort Neuwahlen, bleibt aber. Wie war das noch – politische Börsen haben kurze Beine? Es bleibt abzuwarten, welche Signale aus den Gremien am Freitag und Samstag zu hören sein werden.

Wesentlich mehr Einfluss auf DAX, Dow & Co. haben kurzfristig mal wieder einige Fed-Mitglieder, die sich in den vergangenen Stunden und Tagen bereits zu Wort gemeldet haben oder deren Reden mit Spannung erwartet werden. Eine einheitliche Linie ist bisher nicht zu erkennen, und dies sorgt natürlich für neue Unsicherheit. William Dudley und Dennis Lockhart äußerten sich enttäuscht über die bisherige Konjunkturerholung und verteidigten die Fortführung der Anleihekäufe. Nach Einschätzung von Lockhart dürfte sich die Fed wohl auch auf der Sitzung Ende Oktober noch nicht dazu durchringen, eine Drosselung des geldpolitischen Kaufprogramms zu beschließen. Richard Fisher, Präsident der Dallas-Fed und derzeit nicht stimmberechtigtes Mitglied, sieht die aktuelle Lage ein wenig anders. Die Entscheidung, das Volumen nicht zu reduzieren, hätte die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Geldpolitik erhöht und zugleich die Glaubwürdigkeit der Fed-Kommunikation untergraben. Harsche Töne, die aber wohl nur ein Sturm im Wasserglas sind. Denn die FOMC-Mitglieder, die eine Rückkehr zu einer strafferen Geldpolitik fordern, dürften auch auf absehbare Zeit in der Minderheit bleiben. Vor allem wenn Janet Yellen die Nachfolge von Ben Bernanke als Fed-Chefin antritt, ist vorerst nicht mit einer Wende zu rechnen.

Im Fokus bleibt zudem der schwelende Haushaltsstreit. Derzeit zeichnet sich noch keine Lösung ab, Republikaner und Demokraten streiten weiterhin über den neuen Haushalt und vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze. Noch reagieren Börsianer gelassen und hoffen, dass sich die beiden Parteien wie üblich in letzter Sekunde einigen werden. Ein Spiel mit dem Feuer, gerade mit Blick auf die umstrittene Gesundheitsreform. Auch hier bleibt ein gewisses Restrisiko, dass keine zeitnahe Lösung gefunden wird. Scheitern die Gespräche, droht ähnlich wie bereits in den 1990er-Jahren unter Präsident Bill Clinton ein Stillstand der Verwaltung. Auch die Ratingagenturen würden wieder auf den Plan treten und könnten den Daumen für die USA senken. „Genau dieses momentan sehr problematische fiskalpolitische Umfeld mag die US-Notenbank jüngst dazu bewogen haben, noch keine langsame Normalisierung ihrer extrem expansiv ausgerichteten Geldpolitik einzuleiten“, schreibt NordLB-Analyst Tobias Basse.

 

 

Zum heutigen Handelstag

Am Vormittag steht zunächst der ifo-Geschäftsklimaindex auf der Tagesordnung. Schätzungen zufolge dürfte das Barometer den fünften Anstieg in Folge verzeichnen, nachdem zuletzt von ZEW und sentix gute Nachrichten kamen. Treffen die Prognosen zu (108 Punkte), bleibt das Szenario einer konjunkturellen Belebung in Deutschland erhalten. In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Verbrauchervertrauen des Conferece Boards. Nachdem die jüngsten Daten die Fed nicht dazu bewegten, die monetäre Unterstützung zu reduzieren, werden alle neuen Konjunkturdaten nun sehr genau verfolgt und können entsprechende Marktreaktionen auslösen. Für den Abend wird zudem noch eine Rede von Fed-Chef Pinalto erwartet.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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