By 10. Februar 2015 Read More →

Startschuss zur Umverteilung?

Bisher bewegte sich der DAX auf einem hohen Niveau seitwärts, größere Gewinnmitnahmen waren nicht zu beobachten. Dies ist positiv zu interpretieren, allerdings droht die Lage angesichts der Übertreibung in jüngster Zeit schnell zu kippen. Bereits am heutigen Handelstag könnten die Weichen gestellt werden.  

Es ist schon recht erstaunlich, wie robust sich der DAX präsentiert. Der fallende Ölpreis wird schon lange nicht mehr als Konjunkturprogramm gefeiert, Griechenland droht den Euro zu verlassen und mit Blick auf Russland steht derzeit sehr viel auf dem Spiel – dennoch scheint der Aktienmarkt von diesen Faktoren vollkommen unbeeindruckt. Nach den zahllosen Krisen und schlechten Nachrichten im vergangenen Jahr werden die potenziellen Gefahren kaum noch beachtet, ein klassischer Gewöhnungseffekt setzt ein. Natürlich besteht immer die Hoffnung, dass die Probleme zumindest kurzfristig gelöst werden. Dennoch bleibt es ein Spiel mit dem Feuer, unbeirrt auf weiter steigende Kurse zu setzen.

Die vergangene Handelswoche war bereits die vierte in Folge mit steigenden Kursen. Zuletzt zeigte der Blue Chip-Index im November vergangenen Jahres eine ähnlich lange Gewinnserie. Damals wurde der Höhenflug durch eine Korrektur in der fünften Woche von rund 4,6 Prozent abrupt beendet. Die Umsatzentwicklung in den vergangenen Tagen zeigt recht deutlich, dass kaum noch Investoren gewillt sind, auf dem erhöhten Niveau einzusteigen. Ende vergangener Woche lag das Handelsvolumen auf Xetra mit 3,3 Mrd. Euro bereits unter dem 3-Monatsdurchschnitt, Tendenz seit Anfang Februar deutlich fallend. Zu Wochenbeginn wurden viele Positionen aufgelöst, die Umsätze kletterten auf 4,3 Mrd. Euro. Fallende Kurse und steigendes Handelsvolumen können als ein erstes Warnsignal gesehen werden.

Umverteilungen lassen sich auch bei den DAX-Aktien beobachten. Nachdem in der vergangenen Woche zeitweise nur noch ein oder zwei Papiere ihre 21-Tage-Linie behaupteten, ist die Anzahl zuletzt sprunghaft auf neun Papiere gestiegen (Bayer, Deutsche Post, E.ON, FMC, Fresenius, Lufthansa, Merck, RWE und Siemens). Vergleichbar ist die aktuelle Situation mit der Ausgangslage von Anfang September sowie Ende November vergangenen Jahres. Damals liefen zeitweise ebenfalls nahezu alle Indexmitglieder über ihrem Monatsmittelwert. Allerdings hielt dieser Extremzustand nur wenige Tage an, eine Korrektur war jeweils nur eine Frage der Zeit. Auch die verspätete Erholung bei Commerzbank und Deutsche Bank in der vergangenen Woche passt in das Bild. Gekauft wurden noch einmal Werte, die bisher schlecht liefen. Es wäre daher nicht überraschend, wenn nun wieder defensivere Titel – wie bereits im vergangenen Jahr – nach oben gespült werden. Im Chart-Webinar schauen wir uns die Ausgangslage der DAX-Aktien ganz genau an, auch mit ungewöhnlichen Analysemethoden. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei, anmelden können Sie sich hier.

 

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Nach dem schwache Wochenauftakt ist die Ausgangslage beim DAX spannend wie selten zuvor. Die bisher recht zuverlässige Nachfragezone bei 10.800 wurde gestern mit einer kleinen Kurslücke zügig unterschritten. Nun rückt der nächste Haltebereich bei 10.600 in den Fokus. Hier war besonders Ende Januar mehrfach ein verstärktes Kaufinteresse zu beobachten. Auch am Montag stabilisierte sich der Markt an der runden Marke. Im Idealfall steigen nun ausreichend Schnäppchenjäger ein und leiten den nächsten Aufwärtsimpuls ein, der den DAX möglichst schnell über die 11.000er-Marke steigen lässt.

Allerdings ist der Markt nach der 1600 Punkte-Rally der vergangenen Wochen unverändert überhitzt, eine gesunde Konsolidierung wäre wünschenswert. Sollte der DAX unter 10.550 fallen, droht eine etwas dynamischere Abwärtsbewegung bis mindestens 10.300. Zwischen 10.300 und 10.600 wurden beim Anstieg im Januar kaum Positionen eröffnet, entsprechend gering ist das Handelsvolumen (Gebirge am rechten Rand im Stundenchart). Auch die Bedeutung der 21-Tage-Linie sollte nicht überbewertet werden, wie das Kursverhalten in den vergangenen Monaten zeigt. Spätestens bei 9950 bis 10.100 dürften stärkere Gewinnmitnahmen stoppen, bereits bei 10.200 könnten Schnäppchenjäger eine Stabilisierung einleiten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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