By 9. Dezember 2012 Read More →

Letzte Hürde vor dem Rekordhoch

Die Jahresendrally läuft bereits auf Hochtouren, doch charttechnisch relevante Marken sind bisher noch nicht gefallen. DAX und Euro Stoxx 50 warten auf den S&P 500 – oder gilt es einen ganz anderen Index als vorlaufenden Indikator zu beachten?

 

Der DAX präsentierte sich in der zurückliegenden Handelswoche überraschend stark. Trotz der kräftigen Rally von rund 500 Punkten zwischen Mitte und Ende November kam es zuletzt nur zu einer kleinen Seitwärtskonsolidierung. Dabei pendelte das Aktienbarometer in der beschriebenen Widerstandsrange 7440 / 7480 Punkte. Am 5. Dezember kam es schließlich zu einem Ausbruch auf der Oberseite in Form einer langen weißen Kerze, was angesichts der Relevanz nicht überraschte.

Das Top wurde in der vergangenen Woche bei rund 7550 Zählern ausgebildet und damit exakt an einer alten ehemaligen Aufwärtstrendlinie, die nach dem Durchbruch Anfang November nun einen Widerstand darstellt. Mittelfristig entscheidend ist aber wie in der letzten Analyse erwähnt nicht das Kursverhalten um 7500 Punkte, sondern der nachhaltige Anstieg über die 7600er-Marke. Das 2011er-Rekordhoch stellt eine wichtige Orientierungsgröße für viele Investoren dar und dürfte nur mit einer sich abzeichnenden Lösung der Fiskalklippe überwunden werden.

 

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Mit aktuell 7488 Punkten hat der DAX somit in der kommenden Woche noch etwas Luft nach oben. Mehr als 100 Zähler sind aber nicht drin. Nach unten geben zahlreiche Unterstützungen Sicherheit. Beachtenswert sind die Levels um 7480, 7440 und vor allem 7405 (mittelfristiger Abwärtstrend und 23,6 Prozent Fibo-Retracement). Die laufende Aufwärtsbewegung wäre aus Sicht der wichtigen Fibonacci-Marken ohnehin erst Geschichte, wenn das 61,8er-Niveau um 7170 Punkte unterschritten wird. Mit anderen Worten: Nach der rasanten November-Rally wäre eine Korrektur von 300 Punkten nicht überraschend und sogar wünschenswert, damit sich tragfähige Unterstützungen ausbauen und der leicht überhitzte Zustand abgebaut wird. Vermutlich wird der Markt aber größere Rücksetzer nicht zulassen, weil zu viel Kapital an der Seitenlinie parkt und jede Kursverbilligung zum Einstieg / Positionsaufbau genutzt wird.




 

Europa: Wie das Kaninchen vor der Schlange

Die Entwicklung an den anderen, wichtigen internationalen Aktienmärkten unterstreicht meiner Meinung nach, dass im DAX die 7600er-Marke entscheidend ist und nicht das Niveau um  7440 / 7480  Zähler. Beispiel Euro Stoxx 50: Europas Aktienindex robbte sich in den vergangenen Tagen an den erwähnten horizontalen Widerstand bei 2605 Punkten heran und kletterte intraday auch zeitweise darüber. Die Tageskerzen mit einem längeren oberen und unteren Schatten bei gleichzeitig kleinem Körper belegen ganz klar die Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Ohne Rückenwind aus den USA passiert hier nichts.

 

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USA: Käufer dringend gesucht

Unter dem Strich lieferte die abgelaufene Börsenwoche an der Wall Street keine neuen Erkenntnisse. Der richtungsweisende S&P 500 pendelte um die leicht steigende 100-Tage-Linie und bestätigte zur Wochenmitte mit einem Intraday-Rücksetzer die nächste Unterstützung bei 1307 Zählern. Nach oben hin scheinen sich die Bullen am fallenden 55-Tage-Durchschnitt die Zähne auszubeißen. So lange nicht Richtung Norden mehr als 1430 (horizontaler Widerstand / 76,4% Retracement) per Tagesschluss geboten werden oder der Index unter die 200-Tage-Linie taucht (1386 Punkte), ergeben sich keine Handlungsnotwendigkeit und somit auch kein Signal für DAX & Co.

 

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Taucht man ein wenig tiefer in die US-Charts ein, wird die Lage nicht unbedingt besser. Anhänger der Dow-Theorie verweisen bereits seit Monaten auf die relative Schwäche des DJ Transport-Indexes (DJTA) gegenüber dem Dow Jones. Der DJTA umfasst die 20 größten Transportunternehmen der USA (Schwergewichte sind FedEX und Union Pacific Corporation) und kommt als vorlaufender Indikator eine besondere Rolle zu. Trendwenden beim Dow Jones gelten nur dann als zuverlässig, wenn diese zuvor durch den Transport-Index bestätigt wurden. Zum Chart: Während der Dow mit höheren Hochs und höheren Tiefs eine klar aufwärts gerichtete Tendenz aufweist, fehlt davon beim DJTA jede Spur. Seit Sommer dümpelt der Index seitwärts und notiert aktuell rund fünf Prozent unter dem Jahreshoch (Dow Jones 3,5%). Ein deutliches Zeichen, dass die Konjunktur nicht rund läuft und der übrige Aktienmarkt eigentlich nur durch das künstliche Notenbank-Geld und die mangelenden Anlagealternativen getrieben wird.

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Tokio als Vorbild

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Ein recht überzeugendes Chartbild liefert aktuell der Nikkei ab, der hierzulande eher stiefmütterlich beachtet wird. Zwar fällt die Performance mit 11 Prozent in diesem Jahr nicht so brauschend aus wie beim DAX. Dafür glänzt die Börse in Tokio mit einem frischen Kaufsignal. Anfang Dezember knackte der Index im vierten Anlauf die Obergrenze eines Aufwärtskanals. Kommt es nun nicht mehr zu einem Rückfall unter 9450 Zähler, ist Platz bis 9700 und darüber 9840 Punkte. Kleiner Pferdefuß: Übergeordnet befindet sich der Index nach wie vor in einem Abwärtstrend.

 

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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