By 18. September 2013 Read More →

Handelsideen für größere Weihnachtsgeschenke

AfD im Bundestag, Gold abwärts, USD/JPY aufwärts – bei welchem der Punkte ich mir am sichersten bin? Beim ersten. Gold und USD/JPY haben allerdings ähnlich hohe Chancen, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. 

 

Was Syrien betrifft, hat der russische Präsident Putin nicht nur mit seinem Gastbeitrag in der New York Times einen satten Punktsieg über seinen amerikanischen Kollegen erzielt. Denn es ist im gelungen, den US-Präsidenten als Kriegstreiber, sich selbst aber als Friedensengel darzustellen. Dementsprechend groß war auch der Aufschrei über den Artikel, der Demokraten und Republikaner in ihrer Ablehnung einte.

Wie auch immer: Was gerade in Genf passiert, haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Die Außenminister der USA und Russlands schmieden gemeinsam ein Paket zur Kontrolle und Vernichtung der syrischen Chemiewaffen. Ein militärischer Angriff der USA ist damit so gut wie sicher vom Tisch. Chapeau!

Das ist auch für die Börsen eine höchst erfreuliche Ansage. Denn eine mit einiger Wahrscheinlichkeit aus dem Ruder laufende Militäroperation im Nahen Osten, der fast sicher auch Syriens Verbündete in der Region mit in die Auseinandersetzung gezogen hätte, wäre fatal gewesen.

Die Freude der Börsianer über das Ausbleiben einer als kritisch angesehenen Entwicklung ist natürlich als dauerhaftes Kaufargument zu dünnbrüstig, erst recht wenn sich weitere großkalibrige Risikofaktoren in der Pipeline befinden. Dazu jetzt:

Bundestagswahl: AfD im Parlament

Der Umgang unserer Medien mit der Euro-kritischen AfD hat mit freiem, unabhängigen Journalismus in etwa so viel zu tun wie die Prognosen der großen Demoskopie-Institute mit dem vermutlichen Wahlausgang. 37 Prozent aller Wähler, das brachte schon Ende April eine Umfrage von infratest dimap zu Tage, „fänden es gut, wenn eine Euro-kritische Partei wie die „Alternative für Deutschland“ im Bundestag säße“.

Sieht man von den großen Meinungsforschungsinstituten ab, stellt sich die aktuelle Wahlprognose für die AfD bei 7,5 Prozent, Umfragen des Apothekerverbandes und von T-Online sahen die neue Partei mit jeweils 15 Prozent sogar auf dem dritten Platz hinter CDU/CSU und SPD.

Die Diskussion um ein weiteres Rettungspaket für Griechenland, die Schieflage nun auch Sloweniens, die gerade erfolgt neue Milliardenzahlung an Zypern, die deutliche Defizitverfehlung Frankreichs und der sehr wahrscheinliche weitere Kapitalbedarf Portugals und Irlands sind natürlich Wasser auf die Mühlen der AfD.

Dass die Partei den Sprung ins Parlament schafft, dürfte so gut wie sicher sein, die Frage ist halt, mit welchem Prozentsatz. Nach der Wahl dürfte es im Euro daher durchaus zu Turbulenzen kommen können. Die Frage ist nur, in welche Richtung. Vermutlich wird es erst einmal zu einer Absetzbewegung aus der Gemeinschaftswährung kommen. Dann aber dürften die Devisenhändler ins Grübeln darüber geraten, ob ein evtl. Ausscheiden der Euro-Länder mit der niedrigsten Bonität dem Euro nicht Auftrieb verleihen und ihn härter werden lassen müsste.

Der Einzug der AfD ins Parlament wird eines mit Sicherheit nicht triggern: den baldigen Ausstieg Deutschlands aus dem Euro. Aber wenn Leute wie AfD-Frontmann Professor Lucke erst einmal im Parlament am Rednerpult stehen, dürfte der Aufschwung der Partei erst richtig in Fahrt kommen. Denn dieser Lucke kann mehr als heiße Luft. Vielleicht weht im deshalb so viel kalter Wind entgegen.

Gold: Rote Flagge

1,5 Prozent Teuerungsrate im August im Euroraum. Das ist die in dieser Woche veröffentliche Zahl der Europäischen Statistikbehörde. Dass sich das von vielen orthodoxen Volkswirten immer wieder beschworene Inflations- oder gar Hyperinflationsszenario so gar nicht durchsetzen kann, hatte ich hier ja immer wieder vorausgesagt. Das in der Luft liegende Problem ist eine deflationäre Tendenz.

Notenbanken fürchten ein derartiges Szenario, da sich aus ihm gerne eine deflationäre Abwärtsspirale bildet. Ihre Waffe dagegen heißt Zinssenkung. Die Pfeile, die die Währungshüter im Köcher hatten, sind jedoch so gut wie verschossen. Mit veritablem Erfolg für die Finanzmärkte, nicht jedoch für die Wirtschaft. Drehen die Zinsen jetzt (und am Markt haben sie es ja schon), dürften sowohl für die Börsen als auch für die Konjunktur schwierigere Zeiten anbrechen.

Das traditionelle Inflationsschutz-Argument für Gold bzw. die Edelmetalle allgemein ist damit schon lange vom Tisch. Nicht zuletzt deswegen hatte Gold von Oktober bis Ende Juni einen Absturz um ein Drittel hinnehmen müssen.

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Danach kam es zu einer deutlichen Gegenbewegung nach oben, aus der die Mehrheit der Marktteilnehmer zuletzt so etwas wie eine Trendwende erkennen zu können glaubte.

Das Gegenteil dürfte richtig sein. Zumindest ist das sie Aussage des Charts. Fundamental betrachtet, ist es die Entschärfung des Syrien-Konflikts, die das Ihrige dazu beiträgt. Aber zum Chart:

Die in der letzten Woche an dieser Stelle beschriebene charttechnische „Aufwärtsflagge“ hat sich nach Plan entwickelt und wurde mit dem gestrigen Goldpreis definitiv nach unten durchbrochen. Im Wochenvergleich rutschte das Edelmetall um fünf Prozent ab, während das auch Wochenbasis eingestellte Momentum genau an seiner Signallinie wieder nach unten abdrehte. Geht es nach dem Lehrbuch, ist nun die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir den Unzenpreis innerhalb der kommenden sechs Monate knapp unter 1.000 US-Dollar sehen werden. Machen Sie was daraus, aber vergessen Sie nicht, zumindest zu Beginn mit einem engen Stopp zu arbeiten. Die Märkte können alles tun, vor allem auch das Gegenteil des Erwarteten.

Dollar/Yen: Prächtige Perspektive

An den Börsen lernt man Demut. Nichts ist, wie es scheint. Und nichts ist verrückt genug, als dass es nicht noch zu toppen wäre. Das gilt auch die Notenbanken. Wer sich beim Blick auf die Geldpolitik der FED oder die EZB an die Stirne tippt, der soll erst mal nach Japan schauen. Denn auf unverhohlenen Druck der Politik hin haben die dortigen Währungshüter auch das letzte Fünkchen an Zurückhaltung aufgegeben. Man kauft mehr oder weniger alles auf, dessen man habhaft werden kann.

Dem Nikkei ist das ausgesprochen gut bekommen, dem Yen selbstverständlich nicht. Aber das war ja auch Ziel der Operation „Geld ohne Grenzen“.  Wie es aussieht, könnte dieses speil nun in die nächste Runde gehen und die Konsolidierungsphase des japanischen Aktienindex bald beenden und am Kabuto Cho einen neuen Höhenflug auslösen. Denn wie Sie im Chart erkennen, hat sich bei USD/JPY jetzt ein geradezu idealtypisches „symmetrischesDreieck gebildet. In der Mehrzahl aller Fälle deutet diese Formation auf eine Fortsetzung des vorherigen Trends hin, sobald der Ausbruch in diese Richtung (hier also nach oben) erfolgt. Das Salz in der Suppe ist jedoch, dass nach dem charttechnischen Regelwerk dann mit einer Kursbewegung zu rechnen ist, wie wir sie vor dem Beginn des Dreiecks gesehen haben.

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Im Klartext bedeutet das ein Kurszielerwartung von 125. Und auch das ist – wie bei Gold – eine phantastische Perspektive. Achten Sie also auf den Aufwärtsbreak über 100, von dem wir weniger als einen Steinwurf weit entfernt sind. Wem ein Chart allein zu dünn für einen Einstieg ist, der möge bedenken, dass eine in der Luft liegende Zinsversteifung in den USA die Zinsdifferenz zugunsten des Dollars ausweitet. Und Zinsdifferenzen haben die Kapitalströme schon immer maßgeblich gelenkt.

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

 

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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