By 29. November 2012 Read More →

Gold – zwei Rekorde in wenigen Stunden

Der deutliche Kurssturz bei Gold am Mittwoch hat den Bullen einen ordentlichen Schock eingefahren. Einige Milliardäre setzen mit hohen Summen auf einen weiteren Anstieg. Die Charttechnik liefert noch kein grünes Licht.

 

Kleiner Schock zur (meist eher geruhsameren) Mittagszeit: Nach einer richtungslosen Eröffnung sackte der Goldkurs am Mittwoch binnen weniger Minuten um zwei Prozent oder mehr als 30 Dollar ab. Erst knapp über der runden 1700er-Marke stabilisierte sich der Kurs des Edelmetalls. Verantwortlich war wohl mal wieder eine computergesteuerte Verkaufsorder, die zu einem extrem hohen Handelsvolumen in den ersten Minuten des Futures-Handels an der New Yorker COMEX führte. Unterm Strich wurden am Mittwoch rund 486.000 Kontrakte gehandelt – Rekord. 486.000 Kontrakte entsprechend rund 1500 Tonnen Gold oder gut der Hälfte einer jährlichen Minenproduktion, schreibt Eugen Weinberg von der Commerzbank.

„Das gestrige Handelsgeschehen zeigt eindrucksvoll, dass es aufgrund computergesteuerter Handelssysteme zu massiven Preisbewegungen kommen kann, ohne dass es dazu eines Auslösers bedarf“, meinte der Analyst. Solche Bewegungen seien aber selten von Dauer. Inzwischen erholte sich die Feinunze wieder vom Kursrutsch und steht mit 1726 Dollar rund 1,2 Prozent über dem gestrigen Tagestief. Bei mittel- und langfristig ausgerichtete Anleger sorgt der Computer-Kursrutsch ohnehin nicht für eine Meinungsänderung. Die Bestände sämtlicher Gold-ETFs stiegen zur Wochenmitte von 75,78 auf 75,81 Millionen Feinunzen – Rekord Nummer zwei. Nach Einschätzung von Analysten wird der Goldpreis 2013 in jedem Quartal zulegen und dürfte Ende des Jahres im Bereich um 1925 Dollar liegen.

Tritt die Prognose ein, dürfte sich Hedgefonds-Manager John Paulson freuen. Der Milliardär ist mit knapp 22 Millionen Anteilen am SPDR Gold Trust (WKN: A0Q27V) dessen größter Aktionär. Sein Investment von 66 Tonnen übersteigt sogar die Goldreserven von Brasilien. Milliardärs-Kollege George Soros erhöhte sein Engagement inzwischen auf den höchsten Stand seit 2010.

 

Range-Trading

Schauen wir uns noch kurz den Chart an, in dem alle Nachrichten und Erwartungen der Akteure enthalten sind. Seit rund einem Jahr pendelt die Notierung seitwärts. Die Untergrenze dieser Zone liegt um 1530 Dollar, nach oben hin hat sich ein Widerstand bei knapp 1800 Dollar ausgebildet. Die Mitte dieses Rechtecks von rund 1660 Dollar wurde zuletzt Anfang November von oben angelaufen.

Rechtecke lassen sich – theoretisch – recht einfach traden. Am unteren Ende kaufen, oben verkaufen und wieder short gehen, wenn ein Verkaufssignal (in den Kerzen oder den Indikatoren) aktiv wird. Weitere Setups innerhalb der Range sind sehr spekulativ und weisen kein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis auf. Die seit Juli steigenden Tiefpunkte lassen sich mit einer Aufwärtstrendlinie verbinden, die aktuell auch vom 100-Tage-Schnitt verstärkt wird. Ein Test der Oberkante ist somit wahrscheinlich, wenn das jüngste Hoch (1753 Dollar) überwunden wird.

Klare Signale liegen aber erst vor, wenn es zum Ausbruch aus der Handelsspanne kommt. Dazu wäre ein Schlusskurs unter 1520 Dollar oder über 1800 Dollar notwendig. Bis dahin bietet sich Range-Trading oder die Spekulationen mit Inlinern an. In der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE (Heft 49) finden Sie lukrative Scheine.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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