By 24. Januar 2014 Read More →

Gold und Goldminenaktien – Jetzt müssen die Käufer aktiv bleiben

Die Gold-Prognosen für 2014 sehen nicht gerade optimistisch aus. Betrachtet man die Vorhersagen aber als Kontraindikator, könnte Gold bald wieder zu neuem Glanz erstrahlen. Gold und Goldminenaktien – was sagen die Charts?

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und die bisher noch sehr kurzfristige Erholung des Goldpreises sollte auch nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Aber es gibt doch erste schwache Signale, dass Gold vielleicht in den kommenden Monaten zu den positiven Überraschungen zählen könnte. Die Stimmung für das Edelmetall ist schlecht, eine wichtige Voraussetzung. Das übergeordnete Chartbild ist negativ, alle wesentlichen Trends zeigen eindeutig abwärts. Auch das Argument, Gold als Schutz vor Inflation ins Depot zu nehmen, zieht derzeit nicht. Alle wichtigen Notenbanken kämpfen eher gegen eine aufkeimende Deflation als eine zu hohe Teuerung.

Schauen wir uns zunächst einen in den vergangenen Monaten wichtigen Belastungsfaktor des Goldpreises an, die Käufe und Verkäufe bei den Gold-ETFs. Vergangenen Freitag verzeichneten die Papiere Zuflüsse von 7,4 Tonnen. Dies war zugleich der höchste Tageszufluss seit Oktober 2012. In den vergangenen Tagen dominierten zwar wieder Abflüsse, dennoch ein erstes ermutigendes Zeichen. Zudem vergrößerten erst kürzlich die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen die dritte Woche in Folge auf 28 Tsd. Kontrakte. Wichtig war aber auch die Kursbewegung am Donnerstag. Die deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar flankiert von fallenden Aktienkursen spielten natürlich den Gold-Bullen in die Karten.

Widerstand im Visier

Der abgebildete Wochenchart zeigt wenig überraschend einen intakten Abwärtstrend. Dennoch fallen einige positive Faktoren auf. Ende 2013 bestätigte Gold das im Sommer ausgebildete Jahrestief um 1180 Dollar. Es kam somit nicht zu einem neuen Verlaufstief, so wie in den Monaten zuvor. Auch das Umsatzvolumen war beim zweiten Anlauf im Dezember geringer als bei der ersten Abwärtswelle. Ein Hinweis, dass der Verkaufsdruck auf dem Rückzug ist und weniger Akteure bereit waren, ihre Positionen zu veräußern. Zugleich bestätigte der Markt eine sehr langfristige, bis in das Jahr 2002 zurückreichende Aufwärtstrendlinie (grüne Trendlinie). Aus Sicht der Indikatoren fällt besonders die bullische Divergenz im MACD auf. Das marginal tiefere Tief im Dezember wurde vom trendfolgenden Indikator nicht mehr bestätigt. Sowohl MACD als auch der doppelt geglättete Stochastik stehen aktuell auf Long. Auf rein charttechnischer Basis steht ein Kaufsignal aber noch aus. Eine wichtige Hürde stellt die horizontale Barriere um 1265 Dollar dar. Erst wenn diese Marke per Tages- oder noch besser Wochenschluss genommen wird, eröffnet sich neues Erholungspotenzial bis 1360 sowie maximal 1420 Dollar. Ein Doppel-Boden liegt hingegen formal erst vor, wenn Gold über das Zwischenhoch von 1420 Dollar steigt. Aus Chance-Risiko-Überlegungen wäre eine erste Position somit durchaus vertretbar. Wichtig ist aber eine enge Absicherung unter dem 2013er-Tief.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Goldminen-Aktien auf dem Vormarsch

Einen Schritt weiter sind bereits die Goldminenaktien. Im Chart sehen Sie den Market Vectors Gold Miners ETF. Das Papier, in dem auch Großinvestoren wie George Soros aktiv sind, bezieht sich auf die Kursbewegung des NYSE Arca Gold Bugs-Index. Dieser Index bildet den Kursverlauf der Aktien von internationalen Goldproduzenten und hauptsächlich Gold fördernden Bergbauunternehmen ab, die ihre Goldproduktion nicht über die Terminbörsen absichern. Der ETF entwickelt sich daher meist volatiler als der Goldpreis, stellt also so etwas wie ein Hebelinvestment dar. Ende Dezember lieferte der Index einen Fehlausbruch auf der Unterseite, inzwischen ist diese Scharte aber wieder ausgewetzt. Auf dem Prüfstand steht nun der langfristige Abwärtstrend. Sollte Gold die Hürde um 1265 Dollar nehmen, dürften auch die Goldminen-Aktien mit einem Einstiegssignal glänzen.

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Fazit: Sowohl bei Gold als auch  bei den Goldminenaktien ist eine Erholung zu erkennen, die bisher aber noch nicht für ein spekulatives Kaufsignal ausreichte. Hält allerdings die positive Tendenz der vergangenen drei Wochen an, können erste Positionierungen durchaus eingegangen werden. Wichtig ist aber eine enge Absicherung, da der Einstieg gegen den übergeordneten Trend erfolgt.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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