By 18. Februar 2013 Read More →

Gold – erstklassige Kaufchance rückt näher

Die Stimmung gegenüber dem begehrten Edelmetall trübte sich in der vergangenen
Woche stark ein und schickte den Kurs abwärts. Aus charttechnischer Sicht
eröffnet sich im Tages- und Wochenchart allmählich die Einstiegsgelegenheit des
Jahres. Welche Chartmarken und Produkte sich lohnen könnten.  

 

Nach Angaben des World Gold Council (WGC) verzeichnete die Gold-Nachfrage in 2012 den ersten Rückgang seit drei Jahren. Nachlassende Schmuckkäufe in wichtigen Märkten wie Indien aber auch ein geringeres Investmentinteresse im Westen führten insgesamt zu einem Minus von vier Prozent auf 4405 Tonnen. Kurz vor dem Wochenende wurde bekannt, dass Milliardär George Soros im vierten Quartal 2012 mehr als die Hälfte seiner Anteile am SPDR Gold Trust verkaufte. Die Feinunze tauchte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte August vergangenen Jahres. Ein herber Rückschlag, allerdings gilt es dabei auch zu beachten, dass in vielen asiatischen Ländern die Börsen wegen der Feiertage geschlossen waren und wichtige Abnehmer fehlten. Kurzfristig könnte der Druck auf den Goldpreis durchaus anhalten, denn nach der bisher schwachen Entwicklung in diesem Jahr passen vielleicht bald einige Banken ihre Preisziele für Gold und Silber nach unten an.

 

Geldpresse läuft auf Hochtouren

Für pessimistische Stimmung ist somit gesorgt – und damit auch einem Nährboden für anziehende Notierungen. Auch wenn die seit Monaten immer wieder herbeigeredeten Inflationsbefürchtungen langsam keinen Anleger mehr zu einem Gold-Investment bewegen dürften. Die Fakten sprechen dennoch eine deutliche Sprache. Denn die US-Notenbank druckt pro Monat 85 Mrd. Dollar und kauft mit dem Geld Staats- und Hypothekenanleihen. Und dass die Notenbank weiter kräftig Geld drucken wird, daran besteht kein Zweifel. Treten doch am 1. März 2013 Ausgabenkürzungen nach der Rasenmähermethode von 110 Mrd. Dollar pro Jahr für den Zeitraum 2013 bis 2022 in Kraft, falls sich Präsident Barack Obama mit den Republikanern nicht auf eine Aufweichung der drohenden Kürzungen einigen kann. In Europa dürfte sich die Staatsschuldenkrise deutlich verschärfen, wenn Silvio Berlusconi am Wochenende die Wahlen gewinnt. Fazit: Die Inflationserwartungen dürften in den nächsten Monaten eher steigen. So liegt die Differenz zwischen den Zinsen für fünfjährige US-Anleihen und jenen für inflationsgekoppelte Anleihen mit gleicher Laufzeit aktuell bei 2,88 Prozent. Vor einem Jahr waren es lediglich 2,45 Prozent. Bleibt nur die Frage, wie sich der Aktienmarkt entwickelt und damit auch die Neigung der Investoren für risikoreichere Geldanlagen.

 

Seltene Kaufgelegenheit in Sicht

Kommen wir zum Chart, der das Ergebnis von Angebot und Nachfrage anzeigt. Im Tageschart zeigt sich deutlich ein beschleunigter Abverkauf seit Anfang Februar. Dabei sackte die Feinunze am vergangenen Freitag unter das bisher Jahreshoch und damit auch die Unterstützung um 1625 Dollar. Viel mehr ist aber nicht passt, denn der Goldpreis befindet sich bereits seit Herbst vergangenen Jahres in einem Abwärtskanal. Nachdem im Januar und Februar ein Ausbruch auf der Oberseite scheiterte, läuft nun die Bewegung an die untere Extremzone. Weitere Kursverluste bis 1580 Dollar wären durchaus vertretbar und eröffnen für kurzfristige Anleger eine prima Einstiegsgelegenheit. Denn nach einem Test der unteren Begrenzung sollte es ähnlich wie Anfang November oder Ende Dezember wieder zu einer Rückkehr bis 1625, vielleicht auch 1650 Dollar kommen.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Mittel- bis längerfristig sieht es ebenfalls allmählich wieder besser aus für Neueinsteiger. Denn der Goldpreis dümpelt inzwischen seit Spätsommer 2011 in einer Range zwischen 1535 bis 1920 Dollar. Die Konsolidierung unter der runden Schwelle von 2000 Dollar kommt nicht überraschend, schließlich zeigte Gold bereits unterhalb der 1000er-Marke ein ähnliches Muster. Auf Sicht der nächsten Wochen könnte es somit erneut zu einem Test der wichtigen Unterstützungszone zwischen 1520 bis 1550 Dollar kommen. Da zugleich auch die Indikatoren auf Wochenbasis eine kräftig überverkaufte Lage anzeigen, sollten nicht nur Range-Trader den Rücksetzer zum Einstieg oder Positionsaufbau nutzen. Zugleich ist das Risiko nach unten begrenzt, denn mit den Supports bei 1475 und um 1420 Dollar finden sich veritable Haltezonen.

 

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Je nach Risikogeschmack und Haltedauer stehen Anlegern nahezu alle Möglichkeiten offen, ihre Strategie bei Gold umzusetzen. Wer eher ruhig schlafen möchte, greift zu Münzen, Barren oder Euwax Gold (WKN: EWG0LD). Euwax Gold ist ein von der Börse Stuttgart Securities GmbH emittiertes Exchange Traded Commodity (kurz ETC), in Form einer unbefristeten Inhaberschuldverschreibung, die zu 100 Prozent mit Gold unterlegt ist und einen Anspruch auf physische Lieferung des Goldes verbrieft. Spekulativer aber wesentlich chancenreicher sind natürlich Inline-Optionsscheine auf Gold. So bietet die Societe Generale ein Papier (WKN: SG3MXZ) mit kritischen Marken bei 1500 und 2000 Dollar. Werden die Grenzwerte bis zum Bewertungstag am 14. Juni 2013 niemals erreicht, erzielen Anleger eine Rendite von 31 Prozent. Andernfalls kommt es zum Totalverlust.

 

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss im Impressum.

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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