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Gewitter ziehen auf

Themen des Tages:  Griechenland muss liefern +++ wichtige US-Daten +++ Bankaktien mit Herabstufung+++ Ölpreise legen deutlich zu

 

 

Wer gehofft hatte, dass wir den Sommer vielleicht ohne neue Hiobsmeldungen aus Griechenland genießen können, hat sich offenbar zu früh gefreut. Ganz im Gegenteil. Gestern heitzte der griechische Wirtschaftsminister Kostis Hatzidakis sogar die Debatte um einen weiteren Schuldenschnitt für sein Land nach der Bundestagswahl an.  „Wenn wir zuverlässig sind und positiv überraschen, bin ich mir sicher, dass unsere Partner ihre Solidarität mit Griechenland zeigen werden“, sagte er der „Welt“. Das Problem: die Griechen werden wohl  kaum positiv überraschen – ganz im Gegenteil. Aktuell dominieren bei den Geldgebern vor allem Sorgen, dass die Nehmerländer bei den Privatisierungen und der Reform des öffentlichen Dienstes den Auflagen der Troika von EU, EZB und IWF nicht nachkommen. So erhält Griechenland bis Ende 2014 Kredite im Volumen von 130 Mrd. Euro. Im Gegenzug für die Hilfen überprüfen die Experten der Troika vierteljährlich, ob die geforderten Reformen auch umgesetzt werden. Am kommenden Montag treffen sich die Eurofinanzminister, um über die Zahlung der nächsten Kredittranche an Athen zu entscheiden. Insidern zufolge reichen die bisherigen Anstrengungen Griechenlands aber noch nicht aus, um die nächste Auszahlung freizugeben. Achten Sie in den kommenden Tagen daher auch auf Neuigkeiten zur europäischen Schuldenkrise.

Im Fokus bleibt aber vor allem in dieser Woche die US-Wirtschaft. Nachdem am Montag die Beschäftigungskomponente des ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe enttäuschte, liefern heute der ISM-Index für den Dienstleistungsbereich, der ADP-Arbeitsmarktbericht und die wegen des morgigen Feiertags in den USA schon heute anstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weitere Hinweise über den Zustand des US-Arbeitsmarktes und damit auch eine Indikation für den offiziellen Bericht am Freitag. Vor allem die Beschäftigungskomponente des ISM-Index verdient Beachtung, nachdem der Wert im Mai mit 50,1 Punkten nur knapp über der Expansionsschwelle lag. Für Freitag liegen die Schätzungen aktuell bei einem Zuwachs von 155.000 neuen Stellen.

 

 

 

Zum heutigen Handelstag

Es sind schon wirklich verrückte Zeiten an den Märkten. Ein Beispiel: Aktuell handeln wir im DAX nur um gut sieben Prozent unter dem erst Mitte Mai erreichten Rekordhoch. Demnach müsste die Stimmung auf dem Parkett eigentlich prächtig sein mit entsprechend positiven Effekten am IPO-Markt. Die Realität sieht freilich anders aus. „Aufgrund der anhaltend ungünstiger Marktentwicklungen“ wurde der für heute anstehende Börsengang des Wohnimmobilienkonzerns Deutsche Annington kurz vor Mitternacht abgesagt. Deutschlands größtes Wohnimmobilienunternehmen wollte ursprünglich 57 Millionen Aktien zu 18 bis 21 Euro platzieren. Ob und wenn ja wann es noch einmal einen neuen Versuch geben wird, ließ die Unternehmensführung offen. Der DAX startet wie erwartet schwächer in den Handel und steht 1,5 Prozent tiefer bei 7790 Punkten.

Das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft für den heutigen Tag. Die Deutsche Bank wird von der Rating-Agentur S&P herabgestuft, die Bonität von A+ auf A heruntergenommen. Die Risiken für Europas Großbanken seien gestiegen, Regulierer und unsichere Marktbedingungen machten das Agieren in der Branche schwierig, begründet die Ratingagentur den Schritt. Die Deutsche Bank und Commerzbank sacken im frühen Geschäft um rund drei Prozent ab. Auch langfristig bleibt die Entwicklung bei Finanzwerten ein Trauerspiel. Der direkte Vergleich mit dem DAX seit Anfang 2008 zeigt die schwache (Deutsche Bank, blau) sowie die desolate Kursentwicklung (Commerzbank, grün) sehr deutlich.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Bei den Rohstoffen dreht die Stimmung im Edelmetallbereich. Gold büßt um 0,4 Prozent ein und gibt einen Teil der jüngsten Gewinne ab. Kräftig aufwärts zieht hingegen der Ölpreis. Der ägyptische Präsident Mursi will trotz Massenprotesten nicht zurücktreten, auch zahlreiche Minister seiner Regierung sind bereits zurückgetreten. Das immer noch starke Militär hat ihm ein Ultimatum zur  Lösung der Krise gesetzt, das morgen ausläuft. Ägypten fördert zwar kaum  Öl, ist aber aufgrund seiner Transitwege, etwa durch den Suez-Kanal,  für den Öl-Handel von Bedeutung. Zudem fürchten Händler, dass die Massenproteste auch auf andere Staaten überspringen könnten. Aus Libyen werden zudem Streiks in der Ölindustrie gemeldet. Am 24. Juni testete Brent noch die 100 Dollar-Marke, am Morgen werden bereits Preise von 104,90 Dollar je Fass bezahlt.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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