By 2. Juli 2015 Read More →

Freeport, Öl und der DAX – heißer Tanz in den Sommer

Viele Rohstoffe, von denen ich heute einige zeige, stehen auf wichtigen Unterstützungen, nach deren Bruch Sie viel Freude haben werden. Aber auch der DAX und einige Rohstoffaktien gehören nun auf den Radar.

Während sich im Lager der Ökonomen im Wochenverlauf die erstaunliche Einsicht durchsetzte, dass im Falle Griechenlands alles besser wäre als ein neuer, wachsweicher Kompromiss, der uns in wenigen Monaten die gleichen Probleme erneut auftischen wird, hoffen die Finanzmärkte auf genau das.

Getreu dem Motto „Einer geht noch“ zockt man sich so durch. Und hofft darauf, dass „Institutionen“ dem heimlichen Ziel nachjagen, mit der längsten Insolvenzverschleppung der Geschichte immerhin einen rühmlichen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde zustande zu bringen. Falls Sie das nicht „rühmlich“ finden sollten, haben Sie vielleicht verschlafen, dass diesem Wort in den letzten Jahren ein gewisser Bedeutungswandel zuteil geworden ist. Denn 2012 erhielt die EU ja auch den rühmlichen Friedensnobelpreis, den ja auch der US-Präsident irgendwo an der Wand oder in der Garage aufgehängt haben dürfte. Oder in einer Drohne friedensstiftend um die halbe Welt fliegen lässt, um ihn nicht tagaus tagein vor Augen haben zu müssen. Aber zurück zum DAX:

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Im Wochenvergleich zeigte sich der vorbeschriebene Optimismus der Anleger, dass schon irgendwie alles gut oder aber so schlecht ausgehen werde, dass die EZB noch ein paar Hundert Milliarden neue Euro erfindet, um die Fassaden ihrer Potemkinschen Dörfer noch üppiger zu bemalen. Entschieden ist hier charttechnisch momentan noch gar nichts. Und solange die Griechenlandposse andauert, sollten Sie neue Positionen meiden. Die Leute, die Ihnen in Kürze erklären werden, warum es völlig klar war, warum Sie natürlich hier bedenkenlos long oder short hätten gehen können, dürften schon in den Startlöchern sein. Und wenn sie Ihnen dann das Gegenteil von dem erzählen, was sie vor zwei Wochen kundgetan haben, dann spielen sie die Trumpfkarte der Vergesslichkeit aus. Und gäben damit auch vortreffliche Politiker ab.

Kupfer: Perspektive steht

Heute bilde ich den Kupfer-Chart einmal etwas anders ab. Wobei sich die Grundaussage ja nicht verändert. Das vermaledeite Dauerthema Griechenland lenkt ein wenig davon ab, auf welchem Weg sich die Weltwirtschaft insgesamt befindet. Und Kupfer ist dafür ein sehr guter Indikator. Ich bleibe daher bei meiner Erwartung, dass der Tonnenpreis an der London Metal Exchange auf Sicht in Richtung 3.500 US$/to. abrutschen wird.

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Kupfer-Puts mit langer Laufzeit sind daher eine rundum gute Idee. Werden Sie aufgrund Ihrer Stopps ausgebremst, sollten Sie beim Erreichen neuer Tiefs sofort wieder einsteigen!

Öl: Vor dem Rutsch

Was Kupfer bereits hinter sich hat, nämlich den Abwärtsbreak aus der charttechnischen Aufwärtsflagge, das hat Rohöl noch vor sich. Und die Chance, dass dieser Ausbruch nun sehr rasch passiert, ist ausgesprochen hoch.

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Denn während der Barrelpreis der Sorte Brent unteren Begrenzung der Flagge ablieferte, hat der Momentum-Indikator im Wochenvergleich eine veritable Abwärtszacke hingelegt. Hier sollten Sie am Ball bleiben. Denn gibt der Ölpreis weiter nach, wird es zwar erst einmal nur um einen erneuten Test der auch psychologisch wichtigen Marke bei 50 US$/barrel gehen, nach deren Bruch aber um ein Kursziel von 30 – 35 US$/barrel!

Aluminium: Dreimal werden wir noch wach …

… vielleicht auch noch ein paar Mal öfter. Aber Aluminium, ist aus charttechnischer Perspektive ein mindestens ebenso heißes Eisen wie Rohöl. In der vergangenen Woche konnte das Metall den Bruch des Anfang 2014 markierten Tiefs noch einmal abwenden. Aber sehen Sie sich bitte auch hier das Momentum an. Dieser Indikator hat längst auf die Verkaufsseite gewechselt.

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Auch hier zeichnet sich mehr und mehr ab, dass die jetzt erfolgreich getestete Unterstützung binnen Kürze von den Bären weggeräumt werden dürfte. Und dann sollten Sie natürlich auch Alu „einputten“. Die Rohstoffe insgesamt haben einen schwierigen Weg vor sich. Die allermeisten der wunderschönen „Aufschwünge“ dieser Welt gibt es de facto trotz all des Geldzaubers der Notenbanken ja gar nicht – sie werden statistisch herbei gezaubert. Und wenn dieser Schwindel vom Markt einmal erkannt bzw. (richtiger) zugegeben wird, dürfte es nach meiner Einschätzung (und Erfahrung) zu regelrechten Sell-offs kommen. Wann? Sehr bald! Für Kupfer (falls noch nicht geschehen), Rohöl und Aluminium sollten Sie also etwas Trading-Kapital reservieren. Es wird sich lohnen!

FREEPORT MCMORAN COPPER&GOLD INC. So geht‘s auch!

Anlegern, die aus irgendwelchen Aversionen heraus nicht an Rohstoffe heran wagen, möchte ich heute eine Alternative anbieten.

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Freeport, wie die Aktie im Allgemeinen genannt wird, ist ein Rohstoffgigant, in einigen Segmenten auch  Weltmarktführer. Nutzen wird das der Aktie rein gar nichts. Fällt sie auf Wochenschlusskursbasis unter 19 US$ zurück, eröffnen sich geradezu Atem beraubende Perspektiven. Denn bis zum Tief aus 2008 knapp unter 8 USD gibt es rein gar nichts, was nach einer Unterstützung aussähe …

Und die wünsche ich Ihnen für den Sommer

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

 

 

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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