By 1. August 2013 Read More →

Die Verlustwahrscheinlichkeit für heute liegt bei 67 Prozent

Themen des Tages: kleine aber feine Signale im Fed-Statement +++ Investoren verlieren die Orientierung +++ EZB Überraschung Teil 2?  +++ K+S im Tiefenrausch

 

Auch das ist Börse: Gespannt warteten gestern um 20 Uhr nicht nur Trader auf das Statement der US-Notenbank und hofften auf neue Hinweise zur weiteren Fed-Strategie – und natürlich Volatilität an den Märkten. Die Realität sah freilich anders aus.

Unverändert halten die Notenbanker die Zinspolitik an die Erreichung einer Arbeitslosenquote von höchstens 6,5 Prozent unter der Bedingung der Preisniveaustabilität gekoppelt. Wer auf eine Ankündigung für die Rückführung der monatlichen Anleihekäufe gehofft hatte, wurde aber enttäuscht. Auch zu den wirtschaftlichen Projektionen äußersten sich die Herren nur sehr vage. Gegenüber dem letzten Statement gab es einige kleinere Anpassungen in der Wortwahl, mehr nicht. So bezeichnet die Fed das Wachstum in den USA nur noch als „bescheiden“ und nicht wie zuvor als „moderat“, zudem verwiesen die Notenbanker auf möglichen Gegenwind am Immobilienmarkt durch steigende Zinsen sowie die anhaltend niedrige Inflation von unter zwei Prozent. Man darf in die leichten Adjustierungen nicht zu viel interpretieren, aber vor allem der Hinweis auf die zu niedrige Inflationsrate deutet doch eher darauf, dass die Anleihekäufe nicht im September sondern erst im Dezember schrittweise heruntergefahren werden. In den kommenden Wochen gilt es somit verstärkt die Entwicklung der Teuerung zu verfolgen.

Auch die Strategen an den Finanzmärkten hatten offenbar Probleme, dass Statement richtig zu deuten. Im Chart sehen Sie die Entwicklung von EUR/USD, dem DAX Future, dem Mini-Future auf den S&P 500 sowie Gold in den vergangenen 24 Stunden und blau eingefärbt den Zeitraum zwischen der Fed-Zinssitzung bis Handelsschluss an der Wall Street. Zuerst wurden die Zeilen überwiegend taubenhaft interpretiert, d.h. es herrschte Erleichterung, dass die Fed keine Rückführung der Anleihekäufe ankündigte. Der Euro legte gegenüber dem Dollar zu, auch die Aktienmärkte und Gold profitierten. Ab 21 Uhr kippte die Stimmung, wobei vor allem an den Aktienmärkten die kompletten Gewinne wieder abverkauft wurden. Gold und EUR/USD korrigierten ungefähr die Hälfte der vorherigen Erholung.

 

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Fazit: Abwarten und  (Eis-)Tee trinken. Auch die heutige Zinssitzung der EZB sowie die anschließende Pressekonferenz dürften mit dem Überraschungsfaktor der Juli-Sitzung nicht mithalten können. Vor einem Monat legte sich die EZB erstmals in ihrer Geschichte für einen längeren Zeitraum auf niedrigere Zinsen fest (Forward Guidance). Verschiedene EZB-Ratsmitglieder äußerten sich aber zuletzt uneinheitlich zu den Bedingungen und dem zeitlichen Rahmen der Zinsfestlegung, hier ist auf der Pressekonferenz mit zahlreichen Nachfragen zu rechnen. Außerdem verdichten sich die Anzeichen, dass die EZB bald Sitzungsprotokolle veröffentlicht, um die Effektivität ihrer verbalen Signal zu erhöhen.

 

 

Zum heutigen Handelstag

Eine interessante Statistik veröffentlichte die HSBC. Demnach brachte seit 1989 der erste Handelstag im August, gerechnet vom Eröffnungs- bis zum Schlusskurs, in 16 von 24 Fällen Kursverluste mit sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX heute schwächer schließen wird, liegt somit bei rund 67 Prozent.

Zumindest zum Handelsauftakt scheint über Frankfurt noch die Sonne, der DAX legt um 0,6 Prozent auf 8324 Punkte zu. Für K+S geht es um drei Prozent abwärts, Deutsche Bank und Volkswagen (frisches charttechnisches Kaufsignal, Commerzbank erhöht Kursziel von 195 auf 205 Euro) zählen zu den Gewinnern.

Um 18.30 Uhr gibt es wieder ein Webinar zur technischen Situation und spannenden Einzelaktien. Wie immer kostenfrei. Melden Sie sich an, HIER der Link.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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