Deutsche Bank: Mit dieser Strategie macht die Aktie Spaß

Die Bilanzen der Großen US-Banken waren eher unspektakulär. Ob dies auch für die Deutsche Bank gilt, wird sich morgen herausstellen. Analysten sind vom Branchenprimus nicht sonderlich überzeugt. Dafür kann sich die Performance seit Jahresbeginn sehen lassen. Wie können Anleger profitieren?    

Rund 25 Prozent büßte die Aktie der Deutschen Bank im vergangenen Jahr ein, nur Adidas entwickelte sich noch schlechter. In diesem Jahr stimmt hingegen wieder die Richtung, mit Gewinnen von 23 Prozent seit Anfang Januar belegt der Finanzwert Rang 8 in der Performance-Tabelle. Bereits während der beeindruckenden DAX-Rally im ersten Quartal waren die Papiere mit Zuwächsen von 34 Prozent ganz oben zu finden. In den vergangenen Wochen sorgte vor allem die sich abzeichnende Lösung im griechischen Schuldenstreit für gute Stimmung, ausgehend vom Tief Anfang Juli kletterte die Aktie um bis zu 17 Prozent und damit stärker als der Gesamtmarkt.

Einfache Trading-Regel

Im Relative Stärke-Ranking berechnet über 21 Tage steht der Wert sogar auf Rang zwei und zählt damit zu den trendstärksten Aktien im DAX. Zuletzt kam es zwar zu einer Atempause, angesichts der überkauften Lage war die Korrektur aber nicht überraschend. Als Faustregel gilt: Entfernt sich die Deutsche Bank um mehr als acht Prozent von ihrer 21-Tage-Linie nach oben, wird die Luft meist dünn, eine Konsolidierung ist dann nur eine Frage der Zeit. Auf der Unterseite eröffnen sich hingegen oft gute Einstiegsgelegenheiten, wenn die Papiere um rund zehn Prozent unter ihrem Monatsmittelwert notieren. Mit dieser Strategie hätten Anleger in den vergangenen Monaten sehr gute die Hoch- und Tiefpunkte getroffen.

Quelle: index-radar

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Wer hingegen mittel- bis längerfristig investiert sein möchte, sollte auf den Abstand zur 200-Tage-Linie achten. Im gestrigen Chart-Webinar habe ich ausführlich erklärt, mit welcher einfachen Strategie man die in der Grafik eingezeichneten Wendepunkte zum Ein- und Ausstieg profitabel nutzen konnte. Um die Aufzeichnung zu sehen, einfach auf das Bild klicken (Deutsche Bank-Analyse beginnt ab 01:04:00).

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Kursziel erreicht

Kurzfristig bestimmen die morgigen Zahlen die Richtung. Als einzig verbliebene Investmentbank aus Europa von Bedeutung ist vor allem die Entwicklung auf den weltweiten Anleihemärkten von Bedeutung. Nachdem in den vergangenen Jahren das Handelsvolumen am Anleihenmarkt wegen der massiven Käufe der Notenbanken stark gesunken ist, sollten die Turbulenzen im Frühjahr den Frankfurtern gute Geschäfte beschert haben.

Independent Research-Analyst Stefan Bongardt rechnet für das zweite Semester mit einer verbesserten operativen Geschäftsentwicklung und einem Nettogewinn von 1,05 Mrd. Euro. Die harte Kernkapitalquote sollte auf 11,2 Prozent gestiegen sein. Experten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 0,82 Euro, mit Blick auf das Gesamtjahr werden rund 2,80 Euro erwartet. Von 34 befragten Analysten haben 18 die Papiere auf „Halten“, jeweils sieben auf „Kaufen“ und „Verkaufen“. Unter dem Strich hält sich die Begeisterung somit in Grenzen, zu groß sind offenbar die Sorgen vor weiteren Rechtsstreitigkeiten. Auch das durchschnittliche Kursziel von 31 Euro entfacht keine Kauflaune, die Aktie steht derzeit bei 30 Euro. Nur wenn die Bilanz morgen deutlich besser als erwartet ausfallen sollte, dürften die Aufwärtsrevisionen einen Kursschub auslösen. Vorerst sollte die Aktie daher in einer Bandbreite zwischen 26,50 Euro bis 31,50 Euro – maximal 33,40 Euro – seitwärts laufen.

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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