By 16. Januar 2014 Read More →

Deutsche Bank, Commerzbank – Strohfeuer oder Top-Performer in 2014?

So mancher Anleger wird sich derzeit verwundert die Augen reiben. Oftmals findet zu Jahresbeginn ein Favoritenwechsel statt. Überflieger des vergangenen Jahres werden verschmäht, während oft als „unterbewertet und mit viel Nachholpotential“ ausgestattete Aktien auf einmal in Mode kommen. Aber auch Bank-Aktien?

Die Performance fällt jedenfalls eindeutig aus. Unter den Top Vier-Werten seit Jahresbeginn tummeln sich mit plus 18 Prozent die Commerzbank auf Platz zwei hinter der Lufthansa sowie die Papiere der Deutschen Bank mit Zuwächsen von 15 Prozent auf den Bronzerang. Da kann selbst K+S aktuell nicht mithalten.

Zahlreiche Katalysatoren

Kurstreiber für die Branche gab es zuletzt genügend. Blicken wir zunächst in die USA, wo die Berichtssaison an Fahrt aufgenommen hat. Die Erwartungen an die Finanzhäuser sind durchaus hoch, denn der Sektor soll mit 24 Prozent das größte Gewinnplus aller Sektoren liefern. Zum erwarteten kräftigen Ergebnisanstieg bei den Banken dürften vor allem die Bank of America und die Citigroup beitragen, nicht zuletzt, weil die Unternehmen im Vorjahreszeitraum schwache Ergebnisse vorgelegt hatten. Die bisher schon präsentierten Zahlen von JP Morgan, Wells Fargo und der Bank of America zeigen klar: Die Branche scheffelt wieder Milliardengewinne.

Gute Nachrichten kamen aber auch für die Institute in Europa. Bei den Verhandlungen um strengere Regeln für Banken (Basel III) soll die von 2018 an geplante Verschuldungsquote nicht so streng ausfallen wie bisher befürchtet. Besonders bei der Deutschen Bank dürfte man sich freuen. Da man stark im Derivategeschäft engagiert ist, wäre der Kapitalbedarf ohne Anpassungen deutlich höher ausgefallen. Prompt erhöhten einige Analysten ihre Kursziele für den heimischen Branchenprimus.

Bei der Commerzbank kommt gleich an ganzer Mix an guten Nachrichten zusammen. Der Abbau der Altlasten läuft zügiger  als bisher erwartet, vor allem dank der deutlichen Erholung der Finanz- und Immobilienmärkte. Zudem profitiert die Bank von ihrer Fokussierung auf die mittelständischen Kunden in Deutschland, denn deren Geschäfte laufen wegen des Aufschwungs zumeist sehr gut. Im Gegensatz zur Deutschen Bank ist man auch nicht in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, Rückstellungen in Milliardenhöhe sind somit kein Thema. Positiv ist sicherlich auch, dass sich  vor allem Schweizer Banken derzeit aus Deutschland zurückziehen und somit auch der Commerzbank das Feld bei den vermögenden Privatkunden überlassen. Dazu kommt noch ein gehöriger Schuss Übernahmefantasie. Zum Höhepunkt der Finanzkrise 2009 brachte die Commerzbank nur noch 3,6 Mrd. Euro auf die Börsenwaage, derzeit sind es wieder 15,6 Mrd. Euro. Nicht viel im Vergleich zu den europäischen Konkurrenten.

Perfekter Jahresauftakt

Und damit zur charttechnischen Ausgangslage. Im ersten Kursbild sehen Sie den DAX Sector Index Banks (unterer Verlauf) sowie den DAX. Im Sector Index sind die Commerzbank, Deutsche Bank und Aareal Bank enthalten. Darunter ist die Relative Performance des Sektors gegenüber dem Leitindex dargestellt. Ähnlich wie bereits vor einem Jahr legten die Papiere eine deutliche Outperformance aufs Parkett und zählen aktuell zu den Aktien mit der höchsten Relativen Stärke. Aber erst in den kommenden Tagen und Wochen wird sich zeigen, ob wir derzeit nur ein ähnliches Strohfeuer sehen wie vor zwölf Monaten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Hürde in Sicht I

Nicht nur beim DAX ist die aktuelle Ausgangslage sehr spannend, auch die Commerzbank steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Denn trotz der seit Juli anhaltenden Rally von inzwischen rund 140 Prozent und somit einer V-förmigen Erholung nach dem Absturz in der ersten Jahreshälfte 2013 hat die Aktie noch nicht den möglichen Abwärtstrend überwunden. Dieser lässt sich über die Hochpunkte seit 2012 und 2013 konstruieren und verläuft derzeit bei rund 13,60 Euro. Zwischen dieser Marke bis hin zum Niveau um 14 Euro gilt es aber noch  zwei weitere Signalgeber zu beachten. Ein horizontaler Widerstand bei 13,90 / 14 Euro sowie die obere Grenze eines steilen Aufwärtskanals. Isoliert betrachtet ist die Signifikanz nicht als sehr hoch einzuschätzen. Erst durch die Kumulation im Bereich 13,60 bis 14 Euro wird diese Zone zu einer ernst zu nehmenden Barriere. Aktuell drängt sich somit kein Einstieg auf. Entweder wartet man einen Rücksetzer bis in den Bereich um 12 Euro ab, wo auch das Chance-Risiko-Verhältnis mit einem Stopp knapp unter der als relevanter einzuschätzenden Unterstützung bei rund 10,80 Euro wieder günstiger ist. Oder es erfolgt ein spekulativer Einstieg, sobald die Aktie per Tagesschluss deutlich über 14 Euro anzieht. Nächster Zielbereich wäre dann das Niveau um 17,10 Euro.

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 Hürde in Sicht II

Auch die Deutsche Bank zeigte zuletzt eine schon lange nicht mehr gesehen Aufwärtsrally. Aus charttechnischer Perspektive ist aber noch nicht viel passiert. Erst jetzt wird sich  zeigen, ob die Kraft der Käufer auch wirklich ausreicht, den Wert über den massiven Widerstand um 39,80 bis 40 Euro zu hieven. Kaufenswert ist die Aktie aus mittelfristiger Sicht erst, wenn auch über der runden Marke Anschlusskäufe stattfinden. Zwar stimmt der deutliche Volumenanstieg in den vergangenen Tagen (Umsätze am 15. Janur auf Xetra 420 Mio. Euro, 3 Monatsdurchschnitt: 200 Mio. Euro) durchaus positiv, dass entscheidende Kaufsignal steht aber noch aus. Kursbewegungen zwischen 30 bis 40 Euro sind vollkommen willkürlich, was zählt ist erst der Ausbruch. Im Erfolgsfall winken schnelle Gewinne bis 45 Euro.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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