By 15. September 2014 Read More →

DAX – Trendbruch kein Grund zur Besorgnis

Auch wenn der DAX zu Wochenbeginn erneut etwas schwächer starten dürfte und seine korrektive Bewegung fortsetzen wird, können die Käufer mit der jüngsten Entwicklung noch sehr zufrieden sein. Wichtige Unterstützungen sind nicht in Gefahr, die Chancen auf der Oberseite sind unverändert gut.   

Der deutsche Aktienmarkt hatte sich zuletzt wieder recht weit von seiner 21-Tage-Linie nach oben hin abgesetzt, die Konsolidierungsphase der vergangenen Woche kam daher nicht überraschend. Bisher hielten sich die Kursverluste noch in Grenzen. Nach den deutlichen Kursgewinnen von rund 900 Punkten seit Anfang August gönnen sich die Käufer eine Pause, eine vollkommen normale und gesunde Marktreaktion. Dies zeigt sich auch an den geringen Gewinnmitnahmen in der vergangenen Woche, der DAX büßte nur um ein Prozent ein. Ähnlich ist auch die Ausgangslage in den USA. Der Dow Jones fiel unter dem Strich um rund 0,9 Prozent, ähnlich die Lage beim marktbreiten S&P 500. Hier bleibt weiterhin die runde 2000er-Schwelle im Fokus, wie erwartet stellt die Kursmarke für viele Investoren eine gute Ausgangsbasis für kurzfristige Gewinnmitnahmen dar.

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

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Am vergangenen Freitag tauchte der DAX zum Handelsschluss unter die sehr steile, grün eingezeichnete kurzfristige Aufwärtstrendlinie. Auch wenn die Bären nun auf einen kleinen Erfolg verweisen können, sollte der Trendbruch nicht überbewertet werden. Letztlich war es nur eine Frage der Zeit, bis der Markt das steile Anstiegstempo nicht mehr durchhalten konnte. Die Gerade verliert nun an Bedeutung und wird ab morgen nicht mehr eingezeichnet.

Unter dem Strich ist die Ausgangsbasis nach wie vor als recht konstruktiv einzuordnen. Der DAX holte im August einen Großteil der vorherigen Verluste auf. Besonders hervorzuheben ist die Rückeroberung des 61,8 Prozent Fibonacci-Niveaus bei rund 9600. Mit dem Sprung über die Schwelle ist die Korrektur definitionsgemäß als beendet anzusehen.

Offen ist derzeit nur die Frage, wie stark die nun einsetzenden Gewinnmitnahmen ausfallen. Im Idealfall geht der bisher recht steile Aufwärtsimpuls in eine etwas gemäßigtere Variante über. Als erste Unterstützung dient weiterhin der Bereich um 9600. Hier verlaufen neben dem erwähnten Fibonacci-Niveau ein horizontaler Nachfragebereich. Knapp darunter, um 9560, hätte der DAX rund 23 Prozent der Aufwärtsbewegung wieder abgegeben, bei 9540 verläuft die 200-Tage-Linie. Weitere 20 Punkte tiefer liegt die steigende 21-Tage-Linie, sowie bei 9500 eine schwache horizontale Unterstützung. Nachdenklich sollten die Käufer erst wieder werden, wenn Kurse von weniger als 9410 aufgerufen werden.

Auf der Unterseite stehen somit zahlreiche, wenn auch einzeln betrachtet eher schwache Nachfragebereiche zur Verfügung. Klarer definiert sind die relevanten Kursniveaus Richtung Norden. Unter Beobachtung bleibt unverändert die Barriere um 9780 bis 9810. Erst wenn der DAX diesen Bereich nimmt und anschließend auch das Zwischenhoch sowie die Unterkante des alten Aufwärtskanals um 9870, wäre der Weg bis zum Rekordhoch frei.

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Wochenanalyse:

Sommer 2012 als Blaupause

Auch im langfristigen Wochenchart sind nun deutliche Bremsspuren der jüngsten Korrektur zu erkennen. Ähnlich wie auf Tagesbasis gab auch hier der Aufwärtskanal die grundsätzliche Richtung vor. Erstmals seit Sommer 2012 rutsche der DAX wieder deutlich unter die 200-Tage-Linie. Allerdings eroberte der Markt vor zwei Jahren den langfristigen Gleitenden Durchschnitt rechnet schnell wieder zurück – aktuell sehen wir eine ähnliche Reaktion. Bleibt das Muster bestehen, sollte der DAX zumindest noch das Rekordniveau um 10.000 erreichen.

Bereits seit mehreren Wochen warnte ich an dieser Stelle vor der negativen Divergenz im MACD. Während der DAX in den vergangenen Monaten höhere Hochs ausbildete, wurden diese nicht mehr durch den trendfolgenden Indikator bestätigt (rote Linie beim MACD). Mit dem Kursrutsch wurden die bearischen Signale bestätigt, noch liefert der MACD aber kein Kaufsignal.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200. Eine ähnliche Situation liegt auch im amerikanischen Leitindex S&P 500 vor.

Das Hauptaugenmerk gilt aber dem MACD. Der trendfolgende Indikator hat sich in den vergangenen 20 Jahren bereits mehrfach als guter Taktgeber für den langfristigen Verlauf erwiesen. Besonders an den Bewegungshochpunkten in 2000 und 2007 warnte der Signalgeber jeweils frühzeitig vor einer neuen Baisse. Die aktuelle Ausgangslage weist dabei viele Parallelen mit der Situation von vor 14 und sieben Jahren auf. Der MACD steht auf einem ähnlichen Niveau (knapp unter der roten Linie), zudem lieferte der Indikator erstmals seit August 2011 wieder ein Verkaufssignal.  

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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