DAX steht 30 Prozent unter dem Rekordhoch

Themen des Tages: EZB steht bereit +++ DAX gegen DAX +++ Commerzbank traut sich keinen Ausblick zu +++ Realdaten auf der Agenda

 

„Die Zentralbanken stehen auf der Seite der Aktienmärkte“, hieß es gestern als Begründung für die weiterhin gute Stimmung auf dem Parkett. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht noch der Hinweis von EZB-Chef Mario Draghi, der im Kampf gegen die Euro-Krise weitere Maßnahmen in Aussicht stellte: „Die EZB ist wenn nötig bereit, wieder zu handeln“. Fazit: Auf beiden Seiten des Atlantiks (aber auch in Japan) geben die wichtigsten Notenbanken Vollgas und fluten die Märkte auch weiterhin mit billigem Geld. Dachten sich offenbar auch die Investoren in den USA und hievten den S&P 500 sowohl auf Intraday- (1619,77) als auch auf Schlusskursbasis (1617,50) auf ein Rekordhoch.

Der DAX scheiterte hingegen nur um vier Punkte am bisherigen Höchststand. Auch mit Blick auf die noch anstehenden Hauptversammlungen und den damit verbundenen Dividendenausschüttungen, gilt es bei Indexvergleichen darauf zu achten, dass nicht Äpfel mit Birnen“ verglichen werden. Denn der DAX ist ein Performanceindex – in den USA bekannt unter der Bezeichnung „Total Return Index“. Zwar gibt es auch einen DAX Kursindex, dieser spielt in der Berichterstattung aber kaum eine Rolle. Anders sieht die Sache bei den internationalen Kollegen aus. Sowohl der Euro Stoxx, CAC 40, FTSE 100 als auch die wichtigsten US-Indizes sind Kursindizes. Der Unterschied: Schüttet ein Unternehmen eine Dividende aus, vermindert sich der Kursindex um den Dividendenabschlag der entsprechenden Aktie. Beim Performanceindex passiert hingegen nichts, d.h. der Dividendenabschlag wird nicht berücksichtigt. Dividenden drücken also den Kursindex, während die Ausschüttung für den Performanceindex keine Rolle spielt.

Mit Folgen, wie der Kursverlauf einiger Kursindizes zeigt. Die grüne Linie zeigt den DAX Kursindex. Anders als der große Bruder (Performanceindex) knabbert der DAX Kursindex noch am 2011er-Hoch und müsste akuell um rund 22 Prozent zulegen, um das erhöhte Niveaus aus 2007 zu erreichen. Vom Rekordhoch aus dem Jahr 2000 bei 6266 Zählern ganz zu schweigen. Noch schlechter fällt die Bilanz für den Euro Stoxx 50 aus, während der S&P gerade in diesem Vergleich seine starke Performance der vergangenen Jahre deutlich belegt.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Zum heutigen Tag: Der Nikkei steigt heute um 3,6 Prozent und damit erstmals seit fünf Jahren wieder über die 14.000er-Marke. Allerdings war der Markt gestern auch wegen eines Feiertags, ähnlich wie in Großbritannien, geschlossen. In Frankfurt stehen einige Blue Chips mit Quartalszahlen im Vordergrund. Wie nicht anders zu erwarten war, startete die Commerzbank verlustreich  in das neue Jahr. 94 Millionen Euro verlor das Institut, was allerdings  weniger als von Analysten erwartet war. Einen Ausblick traute sich die Bank aber auch heute nicht zu, die Lage bleibt undurchsichtig. Beim größten Rückversicherer der Welt, der Münchener Rück läuft es ebenfalls aufgrund einer geringen Schadenquote sehr gut. Sie beginnt das  Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnsprung von 25 Prozent. Das  Unternehmen hat seine Prognose für das laufende Jahr bestätigt.

Von der Konjunkturseite stehen eher Realdaten auf der Agenda, nachdem zuletzt überwiegend Stimmungsumfragen wie der ifo- und ZEW-Index veröffentlicht wurden. Aus Frankreich kommen heute Zahlen zur Industrieproduktion, Deutschland, Italien, Spanien und die Eurozone folgen im Verlauf der Woche.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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