By 27. Februar 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Tag der Vorentscheidung?

Noch bleibt der DAX trotz der zuletzt sehr dynamischen Bewegungen in seiner Handelsspanne gefangen. Doch die Bären sind in Lauerstellung und haben gute Karten. Kurz vor dem Wochenende könnte eine neue Abwärtswelle einsetzen. Die DAX-Chartanalyse für den 27. Februar.

 

Während in Europa nach der Italien-Wahl wieder die ersten Perma-Bären aus ihren Höhlen kommen und vor einer neuen Verschärfung der Schuldenkrise warnen (Moody’s droht mit einer Herabstufung Italiens, sollten die Reformanstregungen nicht fortgesetzt werden), kommen zumindest aus den USA beruhigendere Töne. Wie erwartet stellte Ben Bernanke vor dem Senat klar, dass die Fed die eigene Bilanz weiter ausdehnen wird, bis sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt. In der Vorwoche waren nach der Veröffentlichung des letzten Notenbank-Protokolls noch Zweifel an einer Fortsetzung der expansiven Politik der Fed aufgekommen. Entsprechend positiv reagierten Silber und Gold und zeigten den besten Tag des Jahres. Rückenwind für die Optimisten gab es auch von der Konjunkturfront – sowohl die Zahlen vom Immobilienmarkt (Case-Shiller-Hauspreisindex im Jahresvergleich mit dem höchsten Anstieg seit 2006!) als auch das Konsumentenvertrauen entwickelten sich positiv. Kein Wunder, dass auch die Aktienmärkte nach dem heftigen Rutsch vom Montag eine technische Reaktion zeigten. Der richtungsweisende S&P 500 blieb aber unter der Schwelle von 1500 Punkten und damit vorerst in einer kurzfrisitgen Abwärtsbewegung gefangen.

Die Nervosität bleibt somit weiter hoch. Wie erwartet wurde im VIX-Index die Kurslücke zwischen 16 bis 18 Punkten geschlossen. Nach dem Sprung von 30 Prozent am Montag kam der Wert am Dienstag um rund elf Prozent zurück, bleibt aber mit knapp 17 Punkten auf einem erhöhten Niveau.

Neben einigen US-Konjunkturdaten richtet sich das Interesse heute auf die italienische Autkion von 10jährigen Bonds. Hier könnten die Renditen wieder schnell über 5% anziehen und damit für zusätzliches Störfeuer sorgen. Zudem rückt der 1. März näher. Während der US-Haushaltsstreit zum Jahreswechsel medial sehr stark begleitet wurde, wird das Thema aktuell vergleichsweise wenig aufgegriffen. Damit sinkt auch der Druck auf die Politiker, eine Einigung zu erzielen und die drohenden automatischen Milliardenkürzungen zum 1. März zu verhindern. Sollte kein Konsens erzielt werden, müsste die Bundesverwaltung rund 85 Mrd. Dollar einsparen. Eine gewaltige Summe, die für rund 2,4 % der Ausgaben der US-Regierung steht. Es bleibt spannend, zumal am 27. März die Schwelle für die Schuldenaufnahme erreicht ist. Bis Mitte Mai müssen sich die Parteien auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen. Ansonsten droht die Zahlungsunfähigkeit und eine herbe Rating-Herbastufung.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Im DAX-Chart zeigt sich aktuell gut die steigende Nervosität der Anleger. Während die Kurse Anfang Februar noch gemählich hin und her pendelten, springt das Aktienbarometer seit wenigen Tagen von der unteren an die obere Begrenzung der Seitwärtsrange und wieder zurück. Charttechnisch vollbrachte der DAX sogar das sehr seltene Kunststück, zwei Island Reversals  aufs Parkett zu legen. Auf die nicht ganz lehrbuchmässige positive Inselumkehr in der Vorwoche folgte seit Wochenbeginn das bearische Pendant mit einer Kurslücke zwischen 7680 (55-Tage-Linie) bis 7725 Zähler.

Mit dem gestrigen Schlusskurs bei 7597 Punkten wurde auch die seit Juni 2012 bestehende versuchsweise Trendlinie leicht unterboten. Ich hatte an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, dass die Gerade bisher noch nicht vom Markt bestätigt wurde und somit eher eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch sollte dieser leicht negative Faktor im Hinterkopf bleiben.

Trotz des dynamischen Kursverhaltens besteht aktuell aber noch kein Grund zur Panik. Denn an der technischen Einschätzung hat sich nichts geändert. Der DAX steht nach wie vor in der neutralen Schiebezone zwischen 7550 (Jahrestief) bis 7872 Zählern (Jahreshoch). Mit Kursen von aktuell 7640 Punkten hat sich das Barometer wieder der unteren Begrenzung angenähert – mehr aber auch nicht. Solange die Range nicht verlassen wird, ist eine Fortsetzung der Seitwärtsentwicklung zu erwarten. Kurzfristig sind daher eher anziehende Kurse zu erwarten. Der nächste Widerstand liegt bei 7680 Punkten, darüber käme es zu einem Gap closing bis 7725 Zähler.

Fällt der DAX hingegen auf ein neues Jahrestief (unter 7537 Punkte), wird weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich 7440 / 7480 Punkte freigesetzt. Knapp darüber verläuft auch die noch leicht steigende 100-Tage-Linie.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 27. Februar:

 

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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Mittelfristiger Aufwärtstrend noch nicht in Gefahr

Die nervenzehrende  Seitwärtsentwicklung der vergangenen Wochen blieb bisher ohne Konsequenzen für die übergeordnete Zeitebene auf Tagesbasis. Denn die Konsolidierung in der Schiebezone zwischen 7550 bis 7800 Punkten spielte sich oberhalb des richtungsweisenden Unterstützungsbereichs zwischen 7440 bis 7480 Zählern ab. Der ehemalige Widerstand aus der zweiten Jahreshälfte 2012 muss seine Bedeutung als Nachfragebereich aber erst noch unter Beweis stellen. Solange der DAX über diesem Areal notiert, bleiben die mittelfristigen Aussichten gut. Vorgelagert befindet sich auch eine mögliche, primäre Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Juni 2012 hat. Allerdings weist die Gerade aktuell erst drei Auflagepunkte auf und ist noch nicht als sehr zuverlässig einzustufen.

Sollte die Konsolidierung mit einem Rücksetzer unter 7400 Punkte etwas deutlich ausfallen, stellt die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie bei rund 7100 Punkten die nächste Orientierungsmarke dar. Die bei vielen Investoren stark beachtete Glättungslinie notiert aktuell noch rund acht Prozent unter dem DAX-Niveau. Im Januar war die Differenz zeitweise auf mehr als 13 Prozent angewachsen und damit auf ein kritisches Niveau. Die Seitwärtsbewgung im DAX sorgte somit für eine gewisse Marktberuhigung.

 

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Keine klare Trendbewegung im Frühjahr

Auf den ersten Blick vermittelt der Wochenchart eigentlich ein positives Bild, denn bis an das im Sommer 2007 erreichte Allzeithoch bei rund 8151 Zählern finden sich keine nennenswerten Widerstände. Ob allerdings die psychologisch wichtige Marke überhaupt noch erreicht wird, erscheint eher fraglich. Nachdem der DAX Ende 2012 über die letzte Hürde bei 7500 Punkten nach oben hin ausbrach, stoppte die Aufwärtsbewegung bereits deutlich unter 8000 Zählern. Aktuell läuft eine Rückkehrbewegung, die bei einem erfolgreichen Test der 7500 trendbestätigend und damit positiv zu werten wäre.

Solange der DAX nicht die Range 7500 / 8100 Zähler signifikant verletzt, kann das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden. Demnach wäre in den kommenden Wochen mit einer Fluktuation innerhalb der Spanne zu rechnen. Ganz allmählich kommt zumindest von Seiten der Indikatoren wieder etwas Rückenwind. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser notiert im leicht überverkauften Terrain. Ein prozyklisches Kaufsignal ist aber noch nicht in Sicht.

 

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Fünfstellige DAX-Kurse sind möglich, wenn…

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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