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DAX-Chartanalyse: Showdown zur Wochenmitte

Der DAX startet mit Kursgewinnen in die neue Handelswoche. Doch die Erholung dürfte sich erneut nur als Strohfeuer entpuppen. Warnsignale senden auch die Rohstoffpreise. Die DAX-Chartanalyse für den 22. April 2013.  

 

Unter dem Strich recht brauchbare Vorgaben von den Weltbörsen sollten auch den DAX zu Wochenbeginn anschieben. Vorbörslich zeichnet sich eine Eröffnung über der 7500er-Marke ab. Weitere Impulsgeber am heutigen Tag lassen sich aber kaum ausmachen. Auf der Agenda finden sich weder auf der Unternehmensseite noch bei den Konjunkturdaten kursbewegende Termine.

Spannender ist die seit einigen Wochen die zu beobachtende unterschiedliche Entwicklung zwischen den Aktien an der Wall Street und den Rohstoffen. Läuft die Konjunktur rund, sollten nicht nur die Dividendenwerte gefragt sein und im Kurs steigen, sondern auch die Rohstoffe über die verstärkte Nachfrage der Unternehmen eine Aufwärtsbewegung zeigen und damit letztlich die Entwicklung der Aktienmärkte bestätigen.

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Der Chart zeigt es deutlich: Zwischen Anfang 2009 bis Ende vergangenen Jahres liefen sowohl der Aktienmarkt – hier dargestellt über den S&P 500 – wie auch der Rohstoffsektor abgebildet über den GSCI-Index – grundsätzlich in die gleiche Richtung. Spätestens seit Februar scheint dieses Gesetz an den Märkten aber aufgehoben. Während die Aktienmärkte getrieben von der billigen Liquidität der Notenbanken und mangelnder Anlagealternativen gesucht bleiben und zuletzt mit Rekordhochs Schlagzeilen machten, zeigen die Rohstoffe bereits seit einigen Wochen deutlich abwärts.

Wer hat also Recht? Die Aktienmarktinvestoren, die auf eine wachsende Konjunktur setzen und künftig steigende Unternehmensgewinne einpreisen oder die skeptisch gestimmten Rohstoffanleger? Angesichts der nach wie vor sehr durchwachsenen Konjunkturdaten und einer bisher wenig überzeugenden Berichtssaison in den USA liefert dieser Vergleich verstärkt Hinweise, dass die Dividendenwerte etwas zu weit gelaufen sind und eine Korrektur überfällig ist.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

In der abgelaufenen Börsenwoche ging es für den DAX um 3,7 Prozent abwärts. Mit dem sechsten Verlusttag in Folge zeigt der Index aktuell die längste Minusserie seit November 2011.

Da auch die Indikatoren inzwischen einen überverkauften Marktzustand signalisieren und die horizontale Unterstützung zwischen 7440 bis 7480 Zählern den Abgabedruck in den vergangenen Tagen etwas bremste, dürfte es zu Wochenbeginn kurzfristig zu einer technischen Erholung kommen.

Das Potenzial bleibt aber gering, denn die nächsten Widerstände bei 7525 und vor allem um 7560 Zählern lassen kaum Luft nach oben. Erst darüber wäre mit einer etwas ausgedehnteren Erholungsbewegung bis an die 100-Tage-Linie bei 7700 Punkten sowie maximal den kurzfristigen Abwärtstrend um 7800 Zählern zu rechnen.

Halten die Käufer hingegen auch weiterhin ihr Pulver trocken, liefert die zu Wochenbeginn bei rund 7400 Zählern verlaufende untere Abwärtstrendlinie gute Orientierungspunkte auf der Südseite. Pro Tag fällt die Trendlinie um rund 20 bis 25 Punkte und schneidet bereits zur Wochenmitte den noch steigend verlaufenden 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell 7376 Zählern. Anleger sollten die viel beachtete Signallinie aber nicht punktgenau beachten. Ähnlich wie zuletzt im Juni 2012 könnte der DAX kurzzeitig den Bereich deutlich unterbieten, zumal die Zielprojektion aus der Höhe der nach unten aufgelösten möglichen Top-Formation auf eine Korrektur bis 7100 Punkte hinweist. Zusammen mit dem Fehlausbruch des S&P 500 an seinem Rekordhoch und der merklich gestiegenen Volatilität sollten die Abwärtsrisiken derzeit nicht unterschätzt werden.

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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 22. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Korrekturziele werden ausgelotet

 

Der DAX bleibt weiter in einer seit dem Jahreshoch bestehenden Korrekturbewegung gefangen und baut somit seinen Abstand zur 200-Tage-Linie ab. Nachdem sich der Index im ersten Quartal zeitweise auf historisch hohe Werte von bis zu zwölf Prozent vom gleitenden Durchschnitt entfernte, dürfte es in den kommenden Tagen erstmals seit Juli 2012 wieder zu einem Test der Signallinie kommen.

Richtung Norden sollte der DAX mindestens über den kurzfristigen Abwärtstrend und das letzte Bewegungshoch (7885) steigen, um ernsthafte Avancen in Richtung 8000 anzumelden. Darüber käme erst wieder das Jahrshoch und später das Rekordhoch in Schlagdistanz. Eine solche Gegenbewegung zeichnet sich derzeit aber nicht ab, sodass vorerst die Abwärtsrisiken überwiegen. Nach dem dynamischen Rücksetzer in der Vorwoche unter die im Februar noch sehr zuverlässige Zone um 7560 Punkte, stellt nun das Dezember-Ausbruchsniveau zwischen 7440 bis 7480 Punkte den nächsten Auffangbereich dar.

Für eine Fortsetzung der Korrektur sprechen weiterhin auch die Indikatoren. Trendfolgende Signalgeber wie der MACD bildeten in den vergangenen Wochen negative Divergenzen aus, die nun ihre Wirkung entfalten. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

 

 
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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Ende vergangenen Jahres lieferte der DAX mit der Rückeroberung der 7500/7550er-Marke das letzte wichtige Kaufsignal. Vor allem im Feburar wurde die Kursregion mehrfach von oben angelaufen und bestätigt, was grundsätzlich für eine nachhaltige Bewegung spricht. Als nächste Hürde lauert das Rekordhoch bei 8151 Punkten. Unmittelbar bevorstehende charttechnische Hürden lassen sich nicht erkennen.

Der erste Anlauf des Marktes an das Top Mitte März scheiterte inzwischen deutlich unter dem Top und bestätigt zunächst die an dieser Stelle seit Jahresbeginn aufgestellte Vermutung, dass der DAX zumindest in der ersten Jahreshälfte ein ähnliches Kursverhalten zeigen wird wie im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals hielt sich der Index über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler auf. Übertragen auf die aktuelle Situation wäre somit übergeordnet zunächst in der ersten Jahreshälfte nicht mit einer klaren Trendbewegung zu rechnen. Produkte, die über den Zeitwert zulegen, sind daher zu favorisieren. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein deutlicheres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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