DAX-Chartanalyse: Nur noch eine Hürde bis zum Jahreshoch

Von wegen Trendbruch – der DAX benutzt die Aufwärtslinie als Sprungbrett für einen erneuen Anlauf über die 8000. Ob die Rückeroberung gelingen wird, hängt auch von einigen wichtigen Konjunkturdaten ab, die heute veröffentlicht werden und Signalcharakter für Freitag haben.

 

Der Start in das zweite Quartal kann sich sehen lassen. Vor der anstehenden Dividendensaison waren im DAX vor allem Papiere gefragt, die mit einer hohen Ausschüttung glänzen. Munich Re und E.ON führen das Gewinnerfeld an. Aktien von Bayer, Beiersdorf, Henkel, Merck und Fresenius sind so teuer wie nie zuvor. Die gute Stimmung schwappte auch auf die Wall Street über, wo der Dow Jones-Index neue Tops erreichte und der marktbreitete und damit relevantere S&P 500 auf Schlusskursbasis ein frisches Rekordhoch erreichte. Bis zum Intraday-Rekordhoch bei 1576 Zählern fehlen dem US-Leitindex nur noch sechs Pünktchen – reine Formsache.

Während Zypern und damit die europäische Schuldenkrise wieder in den Hintergrund rückt (Gold als sicherer Hafen sackte gestern deutlich ab und steht nur noch knapp über dem Jahrestief), spielen US-Konjunkturdaten eine größere Rolle. Die jüngsten Daten zur Arbeitsmarktentwicklung lassen für heute einen robusten ADP-Report erwarten, der einen entsprechend positiven Signalcharakter für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag erwarten lässt. Risiken lauern hingegen beim ISM-Index für den Dienstleistungsbereich. Volkswirte erwarten gegenüber dem 12-Monatshoch von 56 Zählern im Februar-Niveau mit einem Rückgang. Ähnlich wie zuvor der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe sollte der Indikator aber nach wie vor komfortabel über der Expansionsschwelle von 50 Punkten liegen. Als Belastungsfaktoren dürften sich vor allem die ab dem 1. März erfolgten Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand erweisen. Insbesondere die Dienstleistungskomponente des ISM-Index ist als Indiz für mögliche Effekte der Ausgabenkürzungen auf den Arbeitsmarkt zu beachten.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Mit Kursgewinnen von knapp zwei Prozent startete der DAX  nach dem Osterurlaub deutlich erholt in die verkürzte Handelswoche. Wie bereits in der gestrigen Analyse vermutet, kam es nach dem Fehlausbruch Mitte März auf der Oberseite nun zu einem ähnlichen Signal an der unteren Aufwärtstrendlinie. Die lange weiße Kerze ohne oberen und unteren Schatten verstärkt nun wieder die Vermutung, dass die Korrektur ausgehend vom Jahreshoch bei 8075 Punkten nur ein kurzes Intermezzo ist und keine nachhaltige Trendwende.

Auf der Unterseite bestätigte erneut die seit Juni 2012 bestehende Aufwärtstrendlinie ihre Zuverlässigkeit. Zusammen mit der 55-Tage-Linie bildet der Kursbereich um 7800 Punkten eine gute Unterstützung und sichert das Risiko nach unten hin ab. Positiv ist zudem die Rückeroberung der Widerstände bei 7870 und vor allem um 7900 Punkten. Allerdings schwindet nach dem erneuten Durchbruch auch die Relevanz der beiden Chartmarken.

Auf dem Weg bis zum Jahreshoch müssen die Käufer nur noch den Widerstand um 8030 Zählern überwinden. Hier kam es im März mehrfach zu Gewinnmitnahmen. Sollte auch diese Hürde genommen werden, ist der Weg für ein neues Verlaufshoch nahezu frei. Lediglich die obere Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8100 Punkten begrenzt die Avancen auf der Oberseite.

 

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 3. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

Keilformation deutet auf Konsolidierung

Das Kursverhalten nach Ostern könnte durchaus richtungsweisend für die kommenden Wochen werden. Nachdem der DAX Mitte März einen Fehlausbruch über die obere Aufwärtstrendlinie zeigte, steht nun die untere Begrenzung einer möglichen Keilformation auf dem Prüfstand. Verstärkt wird der Bereich aktuell von der steigenden 55-Tage-Linie.

Bleibt ein spürbare technische Gegenbewegung in den kommenen Tagen aus, dürfte der Markt mittelfristig nur seitwärts laufen. Richtung Süden gilt es die wichtige Leitplanke an der im Februar bereits mehrfach bewährten Unterstützung um 7560 Punkten im Blick zu behalten. Sollte der DAX ein neues Jahrestief ausbilden, findet sich um 7435 bis 7480 Zählern eine weitere veritable Unterstützungszone. Allerdings hat der Bereich seine Qualität als Nachfragegebiet bisher noch nicht unter Beweis gestellt.

Gegen die Ausbildung eines neuen Jahreshochs bzw. Rekordhochs spricht auch die jüngste Entwicklung beim MACD. Während der DAX in diesem Jahr bereits eine Serie steigender Bewegungshochs markierte, bestätigte der trendfolgende Indikator zuletzt nicht mehr die Gipfeljagd des Aktienindex und bildete negative Divergenzen aus. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

Richtung Norden stehen dem DAX bis zur Rückeroberung des Jahreshochs einige Hürden im Weg. Erwähnenswert ist vor allem die Zone knapp unter 7900 Punkten. Sollte der Markt diese Hürde zurückerobern, ist ab 8020 Zählern erneut mit einer stärkeren Verkaufsbereitschaft zu rechnen.

 

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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Im übergeordneten Wochenchart lieferte der DAX Ende 2012 mit der Rückeroberung des horizontalen Widerstandes bei 7500 Punkten das letzte Kaufsignal. Charttechnische Hürden lassen sich nun bis zum Rekordhoch bei 8151 Punkten nicht mehr ausmachen. Die zentrale Frage lautet natürlich: Kommt es bereits im ersten Anlauf zum Ausbruch und damit dem besten Einstiegssignal, das die Charttechnik zu bieten hat oder prallen die Kurse nach unten ab? Eine mögliche Antwort liefert vielleicht das Kursverhalten im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals war der DAX über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler gefangen. Für den mittelfristigen Zeithorizont kann daher das Kursmuster als Blaupause genutzt werden und deutet für die kommenden Monate auf ein Patt zwischen Bulle und Bär. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein klareres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

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DAX über 10.000 möglich, wenn…

So ganz allmählich robbt sich der DAX an die historischen Höchststände heran. Damit verbunden ist auch die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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