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DAX-Chartanalyse: Mehr als nur ein Strohfeuer?

Nach dem größten prozentualen Tagesgewinn seit Mitte November sollte der DAX zur Wochenmitte von guten Vorgaben aus Übersee profitieren. Kleiner Wermutstropfen: An den kurzfristigen Aussichten ändert sich bisher noch nichts. Die DAX-Chartanalyse für den 24. April 2013.  

 

 

Mit dem gestrigen Kurszauber befreit sich der DAX aus einer recht prekären Lage. Kurz nach Handelsbeginn testete der Markt noch einmal die Unterkante der Unterstützungszone bei rund 7440 Zählern. Der Angriff der Verkäufer wurde aber zügig abgewehrt und führte mit dem Sprung über die Widerstände bei 7535 und 7560 Zählern zu einer überraschend starken Rally. Zum Handelsschluss notierte der DAX auf Tageshoch um rund zwei Prozent höher bei 7658 Punkten und damit an einer Umsatzhäufung, die in diesem Jahr bereits öfters angelaufen wurde.

Trotz des deutlichen Erfolgs der Bullen handelt es sich bisher nur um eine temporäre Gegenbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends. Eine solche Rekaktion haben wir seit dem Jahreshoch Mitte März bereits öfters gesehen, zuletzt Anfang April.

Bis an die Widerstandsbarriere aus 55- und 100-Tage-Linie sowie kurzfristigen Abwärtstrend bei rund 7725 / 7750 Punkten können sich die Bullen noch austoben. Spätestens hier wird sich aber zeigen, wie nachhaltig die Ambitionen der Käufer wirklich sind. Die Aussichten hellen sich erst auf, wenn der DAX über 7800 Punkten den Handel beendet. In diesem Szenario wäre eine Fortsetzung der Bewegung bis 7860, 7920 und bestenfalls 8000 zu erwarten.

Wahrscheinlicher ist derzeit aber eher ein erneuter Pullback von der Abwärtstrendlinie und somit eine Rückkehrbewegung bis mindestens 7560 / 7535 Punkte.

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 24. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Korrekturziele werden ausgelotet

 

Der DAX bleibt weiter in einer seit dem Jahreshoch bestehenden Korrekturbewegung gefangen und baut somit seinen Abstand zur 200-Tage-Linie ab. Nachdem sich der Index im ersten Quartal zeitweise auf historisch hohe Werte von bis zu zwölf Prozent vom gleitenden Durchschnitt entfernte, dürfte es in den kommenden Tagen erstmals seit Juli 2012 wieder zu einem Test der Signallinie kommen.

Richtung Norden sollte der DAX mindestens über den kurzfristigen Abwärtstrend und das letzte Bewegungshoch (7885) steigen, um ernsthafte Avancen in Richtung 8000 anzumelden. Darüber käme erst wieder das Jahrshoch und später das Rekordhoch in Schlagdistanz. Eine solche Gegenbewegung zeichnet sich derzeit aber nicht ab, sodass vorerst die Abwärtsrisiken überwiegen. Nach dem dynamischen Rücksetzer in der Vorwoche unter die im Februar noch sehr zuverlässige Zone um 7560 Punkte, stellt nun das Dezember-Ausbruchsniveau zwischen 7440 bis 7480 Punkte den nächsten Auffangbereich dar.

Für eine Fortsetzung der Korrektur sprechen weiterhin auch die Indikatoren. Trendfolgende Signalgeber wie der MACD bildeten in den vergangenen Wochen negative Divergenzen aus, die nun ihre Wirkung entfalten. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

 

 
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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Ende vergangenen Jahres lieferte der DAX mit der Rückeroberung der 7500/7550er-Marke das letzte wichtige Kaufsignal. Vor allem im Feburar wurde die Kursregion mehrfach von oben angelaufen und bestätigt, was grundsätzlich für eine nachhaltige Bewegung spricht. Als nächste Hürde lauert das Rekordhoch bei 8151 Punkten. Unmittelbar bevorstehende charttechnische Hürden lassen sich nicht erkennen.

Der erste Anlauf des Marktes an das Top Mitte März scheiterte inzwischen deutlich unter dem Top und bestätigt zunächst die an dieser Stelle seit Jahresbeginn aufgestellte Vermutung, dass der DAX zumindest in der ersten Jahreshälfte ein ähnliches Kursverhalten zeigen wird wie im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals hielt sich der Index über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler auf. Übertragen auf die aktuelle Situation wäre somit übergeordnet zunächst in der ersten Jahreshälfte nicht mit einer klaren Trendbewegung zu rechnen. Produkte, die über den Zeitwert zulegen, sind daher zu favorisieren. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein deutlicheres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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