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DAX-Chartanalyse: Ein Punkt bis zum Rekord

Für den DAX bleibt die charttechnische Lage weiter sehr kritisch, denn nach unten ist nicht viel Platz. Ganz anders das Bild in den USA. Gestern legte der Dow mit einem neuen Rekordoch vor, heute könnte der wichtigste US-Index folgen. Die DAX-Chartanalyse für den 27. März 2013.  

 

Während Europa noch lange mit sich und der Schuldenkrise beschäftigt sein wird, blicken die Investoren an der Wall Street bereits wieder optimistisch in die Zukunft. Erstmals seit dem 14. März 2013 markierte der Dow Jones auf Schlusskursbasis ein frisches Rekordhoch – die Marke liegt nun bei 14.559,65 Punkten. Aussagekräftiger ist aber die Entwicklung beim S&P 500. Immerhin vereint der marktbreite Index rund 10.700 Mrd. Euro an Marktkapitalisierung auf sich, verglichen mit 3200 Mrd. Euro im Dow Jones (DAX 900 Mrd. Euro).

Und hier wird es nun wirklich spannend. Während die europäischen Aktienmärkte von den Investoren gemieden werden, steht der richtungsweisende US-Leitindex mit 1563,77 Punkten nur noch gut einen Zähler unter dem Rekordhoch auf Schlusskursbasis (1565,27). Heute dürfte das viel beachtete Top fallen – und dann? „Am Markt wird noch immer darüber debattiert, was die Zypernrettung letztlich bedeutet. In der globalisierten Welt haben die Dinge in Europa Auswirkungen auf die Märkte in den Vereinigten Staaten. Aber Anleger blicken zuversichtlicher auf die Vereinigten Staaten. Die Daten hier hellen sich teilweise auf und die amerikanischen Notenbank pumpt weiter Geld in das System“, sagt Aktienhändler R.J. Grant von KBW in New York. Zumindest die Verbraucher in den USA sind nach wie vor alles andere als gut gelaunt und blicken skeptisch in die Zukunft.

 

Quelle: markt-daten.de

Bedenkt man, dass die US-Wirtschaft zu zwei Drittel vom Binnenkonsum abhängt, sehen die Perspektiven nicht wirklich rosig aus. Kein Wunder, denn nicht nur in Europa sorgt die zunehmende Verschuldung für Verunsicherung. Japan und die USA stehen derzeit noch vor viel größeren schuldenfinanzierten Luftschlössern. Dazu kommen noch die seit Monaten anhaltenden Streitigkeiten über den US-Haushalt.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, um 11 Uhr die finalen Daten zum Konsumentenvertrauen in der Eurozone genauer zu beachten. Während der GfK-Indikator am Morgen wie erwartet mit 5,9 Punkten weiter in Reichweite des zyklischen Hochs vom Oktober 2012 bei 6,1 Zählern notiert, bleibt die Stimmung in Europa schlecht. Die Erwartungen liegen bei minus 23,5 Punkten. Unter dem Strich dürfte sich das Konsumentenvertrauen kaum vom November-Tief aus 2012 bei minus 26,7 Zählern absetzen.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Über mangelnde Abwechslung beim DAX können sich Anleger derzeit nicht beklagen, zumindest im Inatradaybereich. Während die Kurse am Montag nach einer kleinen Achterbahnfahrt schließlich deutlich einbüßten, dümpelten die Notierungen gestern in einer Spanne von lediglich 50 Punkten. Eigentlich ist dies keine Erwähnung wert, doch in der aktuellen Situation sieht dies anders aus.

Denn der DAX bestätigte die nächsten Unterstützungen und Widerstände. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich entweder die Käufer oder Verkäufer durchsetzen werden und mit dem neuen Bewegungsimpuls die kurzfristige Richtung vorgeben. Nach oben hin trifft der Markt auf die ehemalige Unterstützungszone zwischen 7900 bis 7920 Punkten, die nun einen Rollentausch hin zu einem Widerstand vollzogen hat. Sollte das Kaufinteresse auch über der Schwelle anhalten, ist Freiraum bis an die jüngsten Wendepunkte bei rund 8020 / 8030 Punkten. Erst darüber kommt – mit dem Jahreshoch – wieder das Rekordniveau ins Spiel. Für das optimistische Szenario spricht derzeit noch der intakte übergeordnete Aufwärtstrend.

Die Käufer befinden sich aber auf sehr dünnem Eis. Anders als erhofft kam es in den vergangenen Tagen nicht zu einer pull back-Bewegung vom Ausbruchsniveau bei rund 7860 / 7870 Zählern, was kein gutes Licht auf die Verfassung des Marktes wirft. Zusätzliche Unterstützung bietet aktuell die steigende 28-Tage-Linie. Bleiben die Käufer aber aus, bietet eine kurzfristige Abwärtstrendlinie Orientierung auf der Südseite. Bereits vor Ostern schneidet die Gerade den mittelfristigen Aufwärtstrend – Spannung pur im DAX vor den ruhigen Feiertagen

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 27. März:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

DAX läuft in Keilformation

Nach dem dynamische Spurt Anfang März aus der Seitwärtsspanne hat der Aufwärtsdrang zuletzt spürbar nachgelassen und der DAX konsolidiert. Kurzfristig entscheidend wird das Kursverhalten im Bereich des alten Widerstandes um 7860 / 7870 Punkten. Die alte Obergrenze des Rechtecks sollte nun einen Rollentausch von einem Widerstand hin zu einer Unterstützung vollzogen haben und hielt einer ersten Prüfung am vergangenen Freitag bereits stand.

Wird das Niveau unterschritten, besteht noch kein Grund zur Sorge. Denn bei rund 7800 Punkten findet sich mit dem mittelfristigen, seit Juni 2012 bestehenden Aufwärtstrend eine veritable Unterstützung, die von der steigenden 55-Tage-Linie verstärkt wird. Beachtenswert ist zudem noch eine mögliche Keilformation, die aus der oberen (blauen) Aufwärtstrendlinie und dem seit Juni 2012 bestehenden mittelfristigen Aufwärtstrend gebildet werden kann. Nachdem kürzlich der Ausbruch auf der Oberseite scheiterte, wird der Spielraum für den DAX nun deutlich enger. Ein Durchbruch auf der Südseite könnte somit deutlich negativere Konsequenzen haben als nur der Beginn einer Seitwärtsbewegung.

Für dieses Szenario spricht aktuell der MACD. Während der DAX in diesem Jahr bereits eine Serie steigender Bewegungshochs markierte, bestätigte der trendfolgende Indikator zuletzt nicht mehr die Gipfeljagd des Aktienindex und bildete negative Divergenzen aus. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

Richtung Norden steht dem DAX bis zum Rekordhoch eigentlich nur das bisherigen Jahreshoch bei 8075 Punkten im Weg. Eine eher kurzfristige Aufwärtstrendlinie, die noch zu Monatsbeginn die Avancen nach oben hin begrenzte, verläuft inzwischen deutlich über dem Rekordhoch und stellt vorerst keine Hürde mehr für den DAX dar.

 

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Das erste Börsenhalbjahr 2013 – nur ein Seitwärtsmarkt?

Im übergeordneten Wochenchart lieferte der DAX Ende 2012 mit der Rückeroberung des horizontalen Widerstandes bei 7500 Punkten das letzte Kaufsignal. Charttechnische Hürden lassen sich nun bis zum Rekordhoch bei 8151 Punkten nicht mehr ausmachen. Die zentrale Frage lautet natürlich: Kommt es bereits im ersten Anlauf zum Ausbruch und damit dem besten Einstiegssignal, das die Charttechnik zu bieten hat oder prallen die Kurse nach unten ab? Eine mögliche Antwort liefert vielleicht das Kursverhalten im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals war der DAX über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler gefangen. Für den mittelfristigen Zeithorizont kann daher das Kursmuster als Blaupause genutzt werden und deutet für die kommenden Monate auf ein Patt zwischen Bulle und Bär. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein klareres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

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DAX über 10.000 möglich, wenn…

So ganz allmählich robbt sich der DAX an die historischen Höchststände heran. Damit verbunden ist auch die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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