By 25. Februar 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: DAX im Bann von Ben und Berlusconi

Der DAX startet mit deutlichen Gewinnen in eine spannende Handelswoche. Mit den Wahlen in Italien und der Rede von Ben Bernanke könnte auch die Volatilität spürbar anziehen. Die DAX-Chartanalyse mit neuer Stunden-, Tages- und Wochenanalyse.

 

Überwiegend gute Konjunkturdaten (ZEW, ifo) halfen dem DAX in der vergangenen Woche zu einer erfreulichen Entwicklung. Unter dem Strich schaffte das Aktienbarometer auf Wochensicht einen Zuwachs von 0,9 Prozent und entwickelte sich damit besser als der S&P 500. Der US-Leitindex verzeichnete mit einem Rückgang von 0,3 Prozent die erste negative Wochenbilanz des Jahres – und das Ende Februar! Zumindest die US-Berichtssaison kann nun endgültig zu den Akten gelegt werden. Auch wenn Walmart mit seinem durchwachsenen Zahlenwerk eher für nachdenkliche Gesichter sorgte, fällt die Bilanz unter dem Strich ordentlich aus. 61,4 Prozent der Unternehmen übertrafen für das vierte Quartal beim Gewinn die Erwartungen der Experten. Damit setzt sich zugleich die gute Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2012 fort. Noch besser lief es auf der Erlösseite – 62,7 Prozent der Konzerne knackten die Vorgaben. Im Vergleich zu den beiden letzten Quartalen eine kräftige Verbesserung. Mehr Infos gibt es HIER.

Soviel zur Vergangenheit, an der Börse wird schließlich die Zukunft gehandelt. Und hier bleibt es gerade zu Wochenbeginn äußerst spannend, auch wenn der DAX weiter seitwärts dümpelt. Im Scheinwerferlicht liegt zunächst die italienische Parlamentswahl. Bis 15 Uhr können noch Stimmen abgegeben werden, am Abend sollten erste Hochrechnungen vorliegen. Als Favorit wird derzeit das Mitte-Links-Bündnis mit Spitzenkandidat Bersani gehandelt. „Bersani zusammen mit Monti wäre die Wunschkonstellation der Märkte“, schreiben am Morgen die Analysten der Helaba. Entsprechend könnte es kurzfristig, vor allem in Italien, zu einer Erleichterungsrally kommen. Allerdings sollte auch Berlusconi nicht zu früh abgeschrieben werden. Ein zersplitterter Senat ohne klare Regierungsmacht wäre ebenfalls sehr negativ für die Märkte. Bleiben aber negative Überraschungen aus, richtet sich der Marktfokus auf die für morgen angesetzte Rede von Ben Bernanke vor dem US-Kongress. Wie bereits in der Vorwoche beschrieben, dürfte der Fed-Chef vor allem bemüht sein, nach dem missglückten Notenbank-Protokoll ein klareres Bild über die weitere Strategie zu zeichnen.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Zum Wochenauftakt knüpft der DAX an die positive Entwicklung vom Freitag an und nimmt die 7700er-Marke aufs Korn. Weder Bullen noch Bären dürften somit ins Schwitzen geraten, denn die kritischen Leitplanken der nach wie vor gültigen Range liegen bei 7550 und 7800 Zählern. Das jüngste Bewegungshoch bei knapp 7785Punkten bleibt zum Wochenauftakt wohl außer Reichweite. Wirklich spannend wird es erst, wenn der DAX über die 7800er-Marke steigt. In diesem Fall wäre mit einer Kaufwelle bis an das Jahreshoch bei 7872 Stellen zu rechnen.

Nach unten hin lassen sich hingegen kaum mehr zuverlässige Haltezonen ausmachen. Die Niveaus um 7630 und 7600 Punkten wurden zuletzt mehrfach von oben und unten durchbrochen und haben somit an Relevanz verloren. Als Schlüsselmarke gilt daher die horizontale Unterstützungszone sowie das Jahrestief um 7550 Punkten. Findet der Markt hier keinen Halt, geht es abwärts bis  7440 / 7480 Punkte.

 

 

Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 25. Februar:

 

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 

 

 

 

 

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Mittelfristiger Aufwärtstrend noch nicht in Gefahr

Die nervenzehrende  Seitwärtsentwicklung der vergangenen Wochen blieb bisher ohne Konsequenzen für die übergeordnete Zeitebene auf Tagesbasis. Denn die Konsolidierung in der Schiebezone zwischen 7550 bis 7800 Punkten spielte sich oberhalb des richtungsweisenden Unterstützungsbereichs zwischen 7440 bis 7480 Zählern ab. Der ehemalige Widerstand aus der zweiten Jahreshälfte 2012 muss seine Bedeutung als Nachfragebereich aber erst noch unter Beweis stellen. Solange der DAX über diesem Areal notiert, bleiben die mittelfristigen Aussichten gut. Vorgelagert befindet sich auch eine mögliche, primäre Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Juni 2012 hat. Allerdings weist die Gerade aktuell erst drei Auflagepunkte auf und ist noch nicht als sehr zuverlässig einzustufen.

Sollte die Konsolidierung mit einem Rücksetzer unter 7400 Punkte etwas deutlich ausfallen, stellt die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie bei rund 7100 Punkten die nächste Orientierungsmarke dar. Die bei vielen Investoren stark beachtete Glättungslinie notiert aktuell noch rund acht Prozent unter dem DAX-Niveau. Im Januar war die Differenz zeitweise auf mehr als 13 Prozent angewachsen und damit auf ein kritisches Niveau. Die Seitwärtsbewgung im DAX sorgte somit für eine gewisse Marktberuhigung.

 

 

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Keine klare Trendbewegung im Frühjahr

Auf den ersten Blick vermittelt der Wochenchart eigentlich ein positives Bild, denn bis an das im Sommer 2007 erreichte Allzeithoch bei rund 8151 Zählern finden sich keine nennenswerten Widerstände. Ob allerdings die psychologisch wichtige Marke überhaupt noch erreicht wird, erscheint eher fraglich. Nachdem der DAX Ende 2012 über die letzte Hürde bei 7500 Punkten nach oben hin ausbrach, stoppte die Aufwärtsbewegung bereits deutlich unter 8000 Zählern. Aktuell läuft eine Rückkehrbewegung, die bei einem erfolgreichen Test der 7500 trendbestätigend und damit positiv zu werten wäre.

Solange der DAX nicht die Range 7500 / 8100 Zähler signifikant verletzt, kann das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden. Demnach wäre in den kommenden Wochen mit einer Fluktuation innerhalb der Spanne zu rechnen. Ganz allmählich kommt zumindest von Seiten der Indikatoren wieder etwas Rückenwind. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser notiert im leicht überverkauften Terrain. Ein prozyklisches Kaufsignal ist aber noch nicht in Sicht.

 

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Fünfstellige DAX-Kurse sind möglich, wenn…

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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