DAX-Chartanalyse: Das war der erste Streich

Dow Jones und MDAX auf Rekordhoch und der DAX auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren – eigentlich ein perfekter Mix für weiter steigende Kurse. Im DAX rückt nun die 8000er-Marke in Reichweite. Übergeordnet ist aber noch deutlich mehr Luft nach oben. Die DAX-Chartanalyse für den 6. März.

 

Bei den Anhängern der Dow Theroie knallten gestern vermutlich die Sektkorken. Mit 14.286,37 Punkten markierte der Dow Jones Industrial Average Index gestern ein neues Rekordhoch und sorgte wie erwartet für Schlagzeilen. Doch damit nicht genug, denn auch der in Europa eher wenig beachtete Dow Jones Transport-Index glänzte mit einem frischen Rekord. Beide Indizes lieferten somit bestätigende Signale – Bullenherz was willst Du mehr. Auch die Sektorrotation stimmt zuversichtlich. Nachdem der Markt in den vergangenen zwei Wochen eher von defensiven Papieren angeführt wurde, scheinen nun wieder offensivere Branchen aus der Industrie und dem Finanzsektor gefragt zu sein. Der Blick auf die gestrigen Gewinner im Dow zeigt dies deutlich: Cisco, United Internet und Boeing sind ganz oben zu finden, während Merck & Co sowie Coca Cola sogar leicht einbüßten.

Die nächsten Tage werden nun sehr spannend. Denn mit den vielen Zeitungsberichten über neue Rekorde im Dow Jones werden sich auch wieder verstärkt Kleinanleger mit dem Aktienmarkt beschäftigen. „Die Angst was zu verpassen wird nun allmählich die Sorge um mögliche Verluste ablösen und dem Markt einen weiteren Schub geben“, schreiben die Experten von Jefferies. Ich bin da noch ein wenig skeptisch und hoffe, dass große Medien wie die Bild-Zeitung des DAX noch eine Weile ignorieren…

Neben einigen Unternehmensmeldungen (Henkel lieferte ordentliche Zahlen ab, Klöckner enttäuschte) bleibt der Fokus klar auf den US-Konjunkturdaten gerichtet. Vor dem mit Spannung erwarteten amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag sollten Anleger heute vor allem den ADP Report Beschäftigung verfolgen. Später kommen noch Zahlen zum Auftragseingang der Industrie und am Abend das Beige Book der Fed.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Charttechnik in Perfektion – zumindest fast. Der DAX orientierte sich gestern recht gut an den wenigen relevanten Marken. Nach einer kräftigen Aufwärtslücke zur Handelseröffnung baute der Index die Gewinne mangels weiterer Hürden bis zum Tagesschluss aus und erreichte sogar noch das Jahreshoch bei 7870 Punkten. Auch das Handelsvolumen legte deutlich zu und lag mit 3,7 Mrd. Euro im Xetra-Geschäft auf einem respektablen Niveau. Heute muss sich aber zeigen, ob die Käufer auch wirklich Mut beweisen und es zu Anschlusskäufen kommt.

Denn noch ist nichts passiert. Der DAX notiert zur Wochenmitte lediglich an der Obergrenze der seit Mitte Dezember dominierenden Range. Ein Kaufsignal liegt somit noch nicht vor. Erst wenn das Aktienbarometer mindestens per Tagesschluss über 7900 Zähler anzieht, erhöhen sich die Chancen auf einen nachhaltigen Ausbruch Richtung Norden.

Auf eine Fortsetzung des laufenden Aufwärtsimpulses deutet die Entwicklung im Februar. Seit mehr als einen Monat bildet der DAX nach jedem Test der Unterstützungszone um 7560 Punkten ein höheres Bewegungshoch aus. Die steigenden Tops lassen sich über eine Aufwärtstrendlinie verbinden und eröffnet weiteren Spielraum bis 7960 Zähler. Übergeordnet wäre mit dem Ausbruch aus der Trading-Range sogar noch deutlich mehr Potenzial. Aus der Höhe der Formation lässt sich durch Projektion an den Ausbruchspunkt bei 7870 Punkten ein theoretisches Kursziel von 8200 Zählern ableiten – knapp über dem bisherigen Rekordhoch bei 8151,57 Punkten. Die Chancen für einen Ausbruch auf der Oberseite sind somit recht gut. Denn neben der guten Entwicklung an den US-Märkten deuten der Präsidentschaftszyklus sowie der auf übergeordneter Ebene nach wie vor gültige Aufwärtstrend zunächst für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.

Scheitert hingegen der nachhaltige Sprung über die 7870er-Marke, droht ähnlich wie im Vormonat ein empfindlicher Rücksetzer. Schwache Haltezonen liegen bei 7800, 7720 und 7660 Punkten.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 6. März:

 

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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Die Volatilität nimmt zu

Die nervenzehrende  Seitwärtsentwicklung der vergangenen Wochen blieb bisher ohne Konsequenzen für die übergeordnete Zeitebene auf Tagesbasis. Denn die Konsolidierung in der Schiebezone zwischen 7550 bis 7800 Punkten spielte sich oberhalb des richtungsweisenden Unterstützungsbereichs zwischen 7440 bis 7480 Zählern ab. Der ehemalige Widerstand aus der zweiten Jahreshälfte 2012 muss seine Bedeutung als Nachfragebereich aber erst noch unter Beweis stellen. Solange der DAX über diesem Areal notiert, bleiben die mittelfristigen Aussichten gut.

Für ein klares Kaufsignal müssen die DAX-Bullen erst noch liefern. Als Schlüsselmarke gilt das bisherige Jahreshoch bei rund 7872 Punkten. Erst wenn der DAX dieses Niveau deutlich überbietet (per Tagesschluss über 7900 Zähler), ist ein Test der runden und psychologisch wichtigen 8000 sehr wahrscheinlich. Charttechnisch wäre sogar der Weg bis zum Allzeithoch bei 8151 Punkten frei.

Neben der bereits oft bewährten horizontalen Unterstützungszone um 7560 Punkte findet sich vorgelagert auch noch eine  mögliche, primäre Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Juni 2012 hat. Allerdings ist die Zuverlässigkeit noch recht ungewiss, da erst zwei Auflagepunkte vorliegen. In den vergangenen Tagen wurde die Gerade vor allem intraday mehrfach verletzt und scheint somit nur eine untergeordnete Bedeutung zu haben.

Sollte die Konsolidierung mit einem Rücksetzer unter 7400 Punkte etwas deutlich ausfallen, stellt die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie bei rund 7100 Punkten die nächste Orientierungsmarke dar. Die bei vielen Investoren stark beachtete Glättungslinie notiert aktuell noch rund acht Prozent unter dem DAX-Niveau. Im Januar war die Differenz zeitweise auf mehr als 13 Prozent angewachsen und damit auf ein kritisches Niveau. Die Seitwärtsbewgung im DAX sorgte somit für eine gewisse Marktberuhigung.

 
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Bis ins Frühjahr keine klare Trendbewegung

Auf den ersten Blick vermittelt der Wochenchart eigentlich ein positives Bild, denn bis an das im Sommer 2007 erreichte Allzeithoch bei rund 8151 Zählern finden sich keine nennenswerten Widerstände. Ob allerdings die psychologisch wichtige Marke überhaupt noch erreicht wird, erscheint eher fraglich. Nachdem der DAX Ende 2012 über die letzte Hürde bei 7500 Punkten nach oben hin ausbrach, stoppte die Aufwärtsbewegung bereits deutlich unter 8000 Zählern. Aktuell läuft eine Rückkehrbewegung, die bei einem erfolgreichen Test der 7500 trendbestätigend und damit positiv zu werten wäre.

Solange der DAX nicht die Range 7500 / 8100 Zähler signifikant verletzt, kann das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden. Demnach wäre in den kommenden Wochen mit einer Fluktuation innerhalb der Spanne zu rechnen. Ganz allmählich kommt zumindest von Seiten der Indikatoren wieder etwas Rückenwind. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser notiert im leicht überverkauften Terrain und deutet nach den jüngsten Kurszuwächsen ein Kaufsignal an.

 
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Fünfstellige DAX-Kurse sind möglich, wenn…

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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